Kategorie: Apple

  • Apple Lisa: Legendäre Computerneuheit und gigantischer Flop

    Apple Lisa: Legendäre Computerneuheit und gigantischer Flop

    Apple Lisa (1983) gilt als der erste relevante Computer für den Massenmarkt, der über eine grafische Bedienoberfläche verfügte. Noch vor dem Macintosh versuchte Apple mit Lisa, das revolutionäre GUI-Konzept aus dem legendären Forschungszentrum Xerox PARC umzusetzen. Und obwohl Apple im Vergleich zum Xerox Alto, der nur in niedrigen Stückzahlen verkauft wurde, vieles richtig gemacht hat, geriet auch Apple Lisa zu einem Flop, der fast das damals noch sehr junge Unternehmen Apple Computer Inc. in den Abgrund gerissen hätte.

    1983: Apple Lisa
    1983: Apple Lisa

    Manchmal fällt der dritte Schritt viel schwerer als die beiden ersten. So erging es zumindest Anfang der 80er Jahre dem damals noch sehr jungen Start-up Apple Computer. Den ersten halbwegs brauchbaren Heimcomputer, den Apple I, hatte Mitbegründer Steve Wozniak schon 1976 entwickelt.

    Mit dem Apple II wurde das Unternehmen dann aus dem Stand aus der Garage der Eltern von Steve Jobs heraus auch kommerziell erfolgreich. Die Verkaufszahlen stiegen rasant: von 2500 Geräten im Jahr 1977 auf 210 000 im Jahr 1981. Einen Nachfolger für den ersten Megaerfolg von Apple zu finden, erwies sich jedoch als große Herausforderung. Erst am 19. Januar 1983, vor 35 Jahren, konnte Steve Jobs den Rechner Lisa ankündigen. Lisa sollte den Erfolg des Apple II fortschreiben. Doch es kam dann ganz anders.

    Zunächst hatte Steve Jobs auf die Entwicklung eines Apple III gesetzt, der sich vom Vorgängermodell Apple II gar nicht so sehr unterscheiden sollte. 80 statt 40 Zeichen pro Bildschirmzeile, mehr Speicher, kleinere Verbesserungen im Detail, aber kein großer Wurf. Es zeichnete sich dann schnell ab, dass dieser mit Tastatureingaben gesteuerte Computer die PC-Revolution nicht wirklich vorantreiben konnte.

    Der Meinungsumschwung bei Steve Jobs wurde vor allem durch mehrere Besuche 1979 im legendären kalifornischen Forschungszentrum Xerox PARC im benachbarten Palo Alto ausgelöst: „Ich war total geblendet von dem ersten Ding, das sie mir zeigten: die grafische Bedienoberfläche. Ich dachte, das ist das beste Ding, was mir je in meinem Leben unter die Augen gekommen ist“, sagte Jobs 1995 in einem TV-Interview.

    Im Xerox PARC hatte Jobs quasi die Erleuchtung gesehen. Nun wollte er auch bei Apple einen Computer bauen, der kinderleicht mit einer Maus zu bedienen war. Den Eintritt in das Forschungszentrum hatte sich Apple durch einen Aktiendeal erkauft: Xerox durfte noch vor dem Börsengang von Apple 100 000 Aktien des Start-up-Unternehmens für den Schnäppchenpreis von einer Millionen Dollar kaufen. Den Xerox-Managern dämmerte allerdings erst zehn Jahre später, dass sie Apple das geistige Eigentum ihrer Forscher im PARC für ein Taschengeld auf dem Silbertablett serviert hatten. Eine Schadenersatzklage gegen Apple hatte dann aber vor Gericht keinen Erfolg.

    Nach dem PARC-Besuch arbeiteten Jobs und viele der Lisa-Ingenieure, darunter Bill Atkinson, daran, die Ideen der Benutzeroberfläche von PARC in die Lisa zu integrieren. Atkinson entwickelte die QuickDraw-Grafikbibliothek für die Lisa und arbeitete zusammen mit Larry Tesler, der PARC verließ, um zu Apple zu wechseln, an der Entwicklung der Benutzeroberfläche der Lisa. Tesler schuf eine objektorientierte Variante von Pascal, „Clascal“ genannt, die für die Lisa-Toolkit-Programmierschnittstellen verwendet wurde. Später wurde Clascal durch die Zusammenarbeit mit dem Pascal-Schöpfer Niklaus Wirth zum offiziellen Object Pascal weiterentwickelt.

    Durch eine Umstrukturierung des Unternehmens im Jahr 1982 hatte Jobs jedoch keinen direkten Einfluss mehr auf das Lisa-Projekt, das anschließend von John Couch geleitet wurde.

    Führungskräfte in der Lisa-Entwicklungsgruppe. Von links nach rechts: Wayne Rosing (Hardware, später die gesamte Lisa-Entwicklung), Larry Tesler (Anwendungssoftware und Bibliotheken, Entwurf der Benutzeroberfläche und Tests), Bruce Daniels (Software, Systemarchitektur). Foto von John Blaustein. Scan von Seite 97 des Personal Computing Magazine, März 1983, Computer History Museum #102661078.

    Einige Jahre lang konkurrierten die Lisa- und Macintosh-Teams intern miteinander, obwohl es auch eine Zusammenarbeit gab. Bill Atkinsons QuickDraw-Grafiken wurden Teil des Macintosh, und Atkinson trug somit zu beiden Projekten bei. Der Software-Manager der Lisa, Bruce Daniels, verließ das Lisa-Projekt, um eine Zeit lang am Macintosh zu arbeiten, was die Ausrichtung des Macs auf die grafische Benutzeroberfläche der Lisa stark beeinflusste. Larry Teslers Arbeit an den objektorientierten Lisa-Toolkit-Anwendungsframeworks sollte sich später zu den MacApp-Frameworks weiterentwickeln, die Object Pascal verwendeten. Owen Densmore, der bei Xerox tätig war, arbeitete sowohl beim Lisa als auch beim Macintosh an der Drucktechnik.

    Apple unternahm mit Lisa den ersten Versuch, die grafische Bedienoberfläche auf dem Massenmarkt einzuführen. In Anzeigen wurde der Rechner als «Maserati für Ihr Gehirn» beworben.

    „Lisa war der erste kommerziell vertriebene Computer, der über eine Maus und die für uns heute selbstverständliche Benutzeroberfläche mit Fenstern und Symbolen verfügte“, sagt Andreas Stolte von Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. „Zuvor mussten die Nutzer komplizierte Befehlszeilen eintippen, um den Computer auf Trab zu halten. So vereinfachte der nach Jobs Tochter benannte Computer die Bedienung enorm.“

    Apple wollte die Kunden mit sieben Büro- und Grafikprogrammen und dem damals beachtlichen Arbeitsspeicher von einem Megabyte für Lisa gewinnen. Allerdings war der Preis viel zu hoch, um die vielen Interessenten in Scharen tatsächlich zum Kauf zu bewegen. In den USA kostete das Standardmodell der Lisa mit 68000er von Motorola (5 MHz!), 1 MByte RAM und zwei FileWare-Floppies (5 1/4 Zoll) mindestens 10.000 US-Dollar. knapp 10 000 Dollar, in Deutschland waren das rund 30 000 DM. Nicht einmal 30 000 Stück wurden verkauft.

    Aber nicht nur der hohe Preis behinderte den Erfolg der Lisa, es gab auch noch andere erhebliche Probleme. Das ausgeklügelte Betriebssystem der Lisa, das die gleichzeitige Ausführung mehrerer Programme („Multitasking“) ermöglichte, war selbst für den 68000er-Prozessor zu leistungshungrig und lief daher nur schleppend. Die Lisa wurde mit einer Reihe von Anwendungen, einschließlich Textverarbeitung und Diagrammen, ausgeliefert, was Drittentwickler davon abhielt, ihre eigene Software für das System zu schreiben. Die ursprüngliche Lisa wurde mit einem Diskettenlaufwerk („Twiggy“) ausgeliefert, das sich als unzuverlässig erwies.

    Im April 1985 zog Apple die Reißleine und stoppte die Produktion. Unverkäufliche 2 700 Exemplare wurden heimlich auf einer Müllkippe in Utah vergraben. Das Prinzip der grafischen Bedienoberfläche landete aber nicht auf dem Müll der Computer-Geschichte, sondern setzte sich auf breiter Fläche durch. Im Januar 1984 brachte Apple dann den ersten Macintosh auf den Markt, der nicht so teuer wie Lisa war und sich nach einer schwierigen Startphase dann besser verkaufte. Im November 1985 lieferte Microsoft eine erste Version von Windows ebenfalls mit grafischer Benutzeroberfläche aus.

    Die ersten kommerziellen Erfolge der Ära nach dem Apple II erlebte Steve Jobs aber nicht mehr in dem von ihm mitbegründeten Unternehmen. Im September 1985 wurde er in einem regelrechten Showdown mit dem damaligen Apple-CEO John Sculley vom Aufsichtsrat dazu gedrängt, die Firma zu verlassen. Erst im Dezember 1996 kehrte Steve Jobs dann als Retter wieder zu Apple zurück, nachdem sich das Unternehmen zuvor durch eine Serie von Fehlentscheidungen in eine Nische manövriert hatte.

    Trotz des Misserfolgs der Lisa auf dem Markt nimmt sie in der Geschichte der grafischen Benutzeroberfläche und der PCs im Allgemeinen einen wichtigen Platz ein, da sie der erste GUI-basierte Computer war, der von einem PC-Hersteller vermarktet wurde. Obwohl der Xerox Star 8010 1981 vor der Lisa auf den Markt kam, konkurrierte der Star mit anderen Workstations von Apollo und Sun. Vielleicht noch wichtiger ist, dass der Apple Macintosh ohne die Lisa und die von PARC inspirierte grafische Benutzeroberfläche nicht auf der grafischen Benutzeroberfläche basiert hätte. Beide Computer teilten Schlüsseltechnologien wie die Maus und die QuickDraw-Grafikbibliothek. Die Lisa war ein wichtiges Sprungbrett zum Macintosh und ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der grafischen Benutzeroberflächen und der Personal Computer im Allgemeinen.

    Quellen:

    (1) Eigene Recherchen

    (2) Wikipedia-Autoren: Apple Lisa. In Wikipedia, The Free Encyclopedia. abgerufen am 20. Januar 2023, https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Apple_Lisa&oldid=1134712080

    (3) Andy Hertzfeld: https://www.folklore.org/StoryView.py?project=Macintosh&story=Bicycle.txt

    (4) Roderick Perkins, Dan Smith Keller und Frank Ludolph: „Inventing the Lisa User Interface“, Interactions 4, Nr. 1 (Januar 1, 1997): 40–53, https://doi.org/10.1145/242388.242405. 

    (5) David Craig: The Legacy of the Apple Lisa Personal Computer: An Outsider’s View https://www.callapple.org/modern-apple-computing/the-legacy-of-the-apple-lisa-personal-computer-an-outsiders-view/

    (6) John Scull und Hansen Hsu: „The Killer App That Saved the Macintosh“, IEEE Annals of the History of Computing 41, no. 3 (July 2019): 42–52, https://doi.org/10.1109/MAHC.2019.2918094

    (7) Hansen Hsu: THE LISA: APPLE’S MOST INFLUENTIAL FAILURE; https://computerhistory.org/blog/the-lisa-apples-most-influential-failure/

    (8) Owen Linzmayer: Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World’s Most Colorful Company, Rev. 2nd ed. (San Francisco, CA: No Starch Press, 2004), 79-80.

  • Apple Macintosh – Der Fehlstart (1984-1985)

    Apple Macintosh – Der Fehlstart (1984-1985)

    Der Fehlstart des Apple Macintosh (1984-1985)

    Teil 2

    Das Konzept des Macintosh überzeugte viele Enthusiasten sofort. Der kommerzielle Erfolg des Macs stellte sich jedoch erst nach einer längeren Durststrecke ein. Im Sommer 1981 war Apple noch davon ausgegangen, dass zwischen 1982 und 1985 über 2,2 Millionen Macs verkauft werden können, also rund 47.000 Stück pro Monat. Doch nun kam der Mac erst Anfang 1984 auf den Markt. Und nachdem die Fans ihren ersten Kaufrausch befriedigt hatten, sackte der Absatz des Macintosh dramatisch auf rund 5000 Geräte pro Monat ab. In Deutschland war der Mac zwar der Star der Hannover-Messe im Frühsommer 1984. Er verschwand dann aber zunächst wieder in der Versenkung.

    Apple-Mitbegründer Steve Jobs und Apple-CEO John Sculley
    Apple-Mitbegründer Steve Jobs und Apple-CEO John Sculley

    An dem bescheidenen Start des Macs konnte auch der damalige Apple-Chef John Sculley wenig ändern. Ganz im Gegenteil: Mit seinen hohen Marketingausgaben hatte Sculley dazu beigetragen, dass der Preis des Macs über die Schwelle von 2000 Dollar rutschte, was Jobs unbedingt verhindern wollte. Jobs hatte Sculley von Pepsi mit dem legendären Satz „Wollen Sie Ihr Leben lang Zuckerwasser verkaufen oder die Welt verändern?“ abgeworben, um das Management und Marketing bei Apple zu professionalisieren. Und zunächst arbeiteten Jobs und Sculley bei Apple trotz sehr unterschiedlicher Führungsmethoden harmonisch zusammen. Sie wurden von der Öffentlichkeit sogar als das „Dynamic Duo“ bei Apple gefeiert. Doch der schleppende Absatz des Macs führte schnell zu ernsten Spannungen zwischen Jobs und Sculley.

    In einem TV-Interview erinnerte Sculley sich später: „Der Mac konnte einfach nicht viel: Wir hatten Mac Paint und Mac Write als einzige Anwendungen, und der Markt hatte das schon gemerkt. Am Ende des Jahres sagten die Leute: Vielleicht ist der IBM-PC nicht so einfach zu benutzen oder so attraktiv wie der Macintosh. Aber er macht etwas, was wir gerne tun wollen – Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datenbank. Wir sahen die Umsatzzahlen für den Mac Ende 1984 runtergehen, und das wurde ein Problem im folgenden Jahr.“

    Macintosh XL (1985)
    Macintosh XL (1985)

    Der mit 128 Kilobyte viel zu enge bemessene Hauptspeicher des Macs machte diese Aufgabe aber nicht einfach. Erst als ein Jahr später der „Fat Mac“ mit 512 Kilobyte DRAM raus kam, war der Flaschenhals beseitigt. Der Mac 512K war der erste Macintosh, mit dem man vernünftig arbeiten konnte.

    Apple LaserWriter (1985)
    Apple LaserWriter (1985)

    Steve Jobs musste die ersten Erfolge des Macintosh am Markt von außen beobachten: Im Sommer 1985 war er von Sculley und dem Apple-Board aus dem Unternehmen gedrängt worden. Softwarefirmen wie Aldus hatten erste Desktop-Publishing-Programme wie PageMaker für den Mac geschrieben. In Kombination mit dem Apple LaserWriter und dem von Adobe geschaffenen Seitenbeschreibungsstandard PostScript krempelten Apple, Adobe und Aldus die Technik der Publishing-Branche völlig um.

    Dieser Trend verstärkte sich, als Anfang 1986 der Macintosh Plus mit 128 Kilobyte ROM auf den Markt kam. Die Speicherchips waren nun nicht mehr fest auf der Platine verlötet, sondern gesockelt. So konnte man das Gerät auf bis zu vier Megabyte RAM aufrüsten.

    Macintosh Plus (1986)
    Macintosh Plus (1986)

    Der Mac Plus hatte sogar Cursor-Tasten auf der Tastatur, die Steve Jobs beim ersten Mac noch entschieden abgelehnt hatte, weil er die Anwender zwingen wollte, die Maus als Eingabeinstrument zu akzeptieren.

    Auf die innere Moral bei Apple hatte der Weggang von Steve Jobs aber verheerende Folgen. Glaubt man Andy Hertzfeld, gingen mit dem Mitbegründer auch seine Kernwerte verloren, nämlich brillantes Design und höchste Kreativität.

    Weiterlesen: Teil 3: Auf dem Weg in die Nische (1986 – 1994)

    30 Jahre Apple Macintosh

    Teil 1: Von der Vision zum Launch (1980-1984)
    Teil 2: Der Fehlstart (1984-1985)
    Teil 3: Auf dem Weg in die Nische (1986 – 1994)
    Teil 4: Der Mac in der System-Krise (1994-1997)
    Teil 5: Der Neuanfang mit Steve Jobs (1997-2001)
    Teil 6: Der iMac als Digital Hub (2001-2014)
    Teil 7: Mac Pro (2006-2014)
    Teil 8: Der mobile Erfolg (2008-2014)
    Teil 9: Die Zukunft des Macs

  • 10 Jahre iTunes

    10 Jahre iTunes
    10 Jahre iTunes

    Vor zehn Jahren war die Musikindustrie verzweifelt. Die CD-Verkäufe waren im Sinkflug. Im Internet grassierte die Musik-Piraterie mit immer neuen Tauschbörsen. Und eigene Abo-Dienste der Musikverlage im Netz fanden kaum Nutzer wegen komplizierter Bedienung und umständlicher Kopierschutz-Auflagen. Da schlug die Stunde von Apple: Am 28. April 2003 präsentierte Steve Jobs den „iTunes Music Store“. Aus einem Angebot von zunächst gerade einmal 200.000 Songs entstand der größte Musikhändler der Welt und die Basis für Apples boomendes Download-Geschäft mit 500 Millionen zahlenden Kunden.

    Die ganze Geschichte meines Kollegen Andrej Sokolow bei stern.de

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  • Mythos Xerox-Diebstahl: Wie Steve Jobs die grafische Oberfläche wirklich zu Apple holte

    Mythos Xerox-Diebstahl: Wie Steve Jobs die grafische Oberfläche wirklich zu Apple holte

    Der Besuch von Steve Jobs im Forschungszentrum Xeorx PARC und seine Folgen

    Nicht nur im inzwischen beigelegten Patentstreit zwischen Apple und Samsung behaupteten Kritiker, Apple-Mitbegründer Steve Jobs habe es in der Vergangenheit mit dem Schutz des geistigen Eigentums nicht all zu ernst genommen und sich immer wieder großzügig bei anderen Firmen und Erfindern bedient. So habe Apple bei der Entwicklung des Macintosh Ideen kopiert, die zuvor im Forschungslabor Xerox PARC ausgebrütet worden waren. Legende oder Wahrheit?

    (zuletzt aktualisiert: 8. März 2019)

    Der Eingang zum Xerox PARC in den achtziger Jahrenq
    Der Eingang zum Xerox PARC in den achtziger Jahren

    Die Geschichte von Xerox PARC

    Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein kurzer Blick in die Geschichte von Xerox PARC. Das legendäre kalifornische Forschungslabor wurde im Sommer 1970 von Xerox gegründet. Xerox war damals bereits ein sehr etablierter Player im High-Tech-Geschäft. In den USA steht der Name “Xerox” für das Fotokopieren, so wie in unseren Breiten “Tempo” für ein Papiertaschentuch oder “Tesa” für einen Klebefilm. Schließlich hatte die Xerox Corp. bereits 1950 als erstes Unternehmen der Welt die von dem amerikanischen Physiker und Juristen Chester F. Carlson erfundene “Xerographie” in ein funktionierendes Produkt umgesetzt. Carlson erhielt bereits 1937 das Patent auf ein Verfahren, das er „Elektrophotographie“ nannte. Am 22. Oktober 1938 folgte die Premiere in der Praxis: Mit Hilfe einer mit Schwefel beschichtete Metallplatte und einer Lampe übertrug Chester den Schriftzug „10.-22.-38 Astoria“ auf ein Wachspapier.

    Die erste Fotokopie
    Die erste Fotokopie

    Ende der 60er Jahre sah das Xerox-Management die Gefahr, dass japanische Firmen den technologischen Vorsprung von Xerox einholen könnten. Das hing auch damit zusammen, dass wichtige Patente von Xerox ausliefen. Außerdem befürchtete die Xerox-Spitze, dass mit den kommenden Computer-Generationen das “papierlose Büro” entstehen könne, in dem Xerox keinen Platz mehr hat. Vor diesem Hintergrund wurde das Xerox Palo Alto Research Center (PARC) in Kalifornien gegründet.

    Eine der bekanntesten Forscher am PARC war Alan Kay. Er kam 1970 zu dem Xerox-Forschungsteam. „Was wird ihre wichtigste Errungenschaft hier sein?“, wurde er während des Einstellungsgesprächs gefragt. Seine Antwort: „Der Personal Computer.“ „Was ist das?“, lautete die Gegenfrage. Kay klappte sein Notizbuch auf und skizzierte seine Vision: „Ein Rechner dieser Größe, mit einem Bildschirm, einer Tastatur und genug Power, um ihre Post zu speichern und ihre Musik, Bilder und Bücher.“ Kay stieß mit diesem Zukunftsentwurf bei Xerox zwar auf Unverständnis, konnte aber dennoch im PARC an seiner Vision eines Dynabooks arbeiten.

    Die Wissenschaftler und Ingenieure am PARC waren nicht durch Alltagszwänge eingeengt: John Warnock, ehemaliger Forscher bei Xerox PARC und später einer der beiden Gründer von Adobe Systems, erinnert sich in der TV-Doku „Triumph of the Nerds“: „Die Atmosphäre hier war wie elektrisiert, es herrschte totale intellektuelle Freiheit. Es gab keinen ‚gesunden Menschenverstand‘, fast jede Idee wurde als Herausforderung angesehen und wurde regelmäßig hinterfragt.“ Auch Larry Tessler, der später bei Apple den Macintosh und den Newton PDA mit entwickelte, genoss in den 70er Jahren die Freiheiten im PARC: „Das Management sagte: Geht los und erschafft die neue Welt, wir verstehen sie nicht. Hier waren Leute mit vielen Ideen und einem enormen Talent versammelt, jung und energiegeladen.“ Das Problem war nur, dass sich später die Unternehmensführung an der Ostküste der USA nur wenig für die Forschungsergebnisse aus dem PARC interessierte, wenn sie nicht im engeren Sinne mit Fotokopierern zu tun hatten.

    Allerdings konnte man diese Wundermaschine nicht frei auf dem Markt kaufen. Es wurden schätzungsweise 1500 Stück davon produziert. 1000 setzte Xerox selbst intern ein, der Rest ging an Universitäten und Behörden.

    In der Business-Development-Abteilung von Xerox, der Xerox Development Corporation (XDC), wurde immerhin der Erfolg des Apple II wahrgenommen. Die von Steve Wozniak konstruierte Maschine war preiswert und verkaufte sich in dem noch jungen Markt für Personal Computer hervorragend. Da Xerox selbst Produktionsprozesse hatte, die vergleichsweise teuer waren, interessierten sich Xerox-Manager aus dem Osten für Apple und knüpften die ersten Kontakte.

    Die Xerox Development Corporation (XDC) wollte in Apple investieren. Das Startup war damals noch nicht an der Börse und er zeichnete sich ab, dass es nicht mehr viele Gelegenheiten geben sollte, vor dem Apple-Börsengang Anteile zu erwerben.

    Ein Interesse zur Zusammenarbeit bestand auch bei Apple, allerdings (zunächst) nicht bei Steve Jobs. Apple-Ingenieur Jef Raskin, der bereits 1979 mit dem Macintosh-Projekt beauftragt war, stand in regelmäßigen Kontakt mit den PARC-Forschern und sah die interessanten Entwicklungen dort. Er versuchte, das Apple-Management davon zu überzeugen, dass für die Entwicklung des Apple Lisa eine grafische Benutzeroberfläche wie beim Alto eingesetzt werden sollte.

    Raskin sagt, er habe Jobs in das PARC führen wollen, doch wegen der persönlichen Abneigung gegen Raskin habe Jobs einfach nicht auf die Offerte eingehen wollen. Außerdem bezweifelte er, dass aus einer größeren Organisation wie Xerox überhaupt etwas Interessantes entstehen könne. Raskin hatte bereit 1976 Xerox PARC drei Mal besucht. Erst mit der Hilfe von Bill Atkinson konnte Raskin Jobs davon überzeugen, sich im Dezember 1979 auf den Weg ins PARC zu machen.

    Die Eintrittskarte zum Xerox PARC

    Doch umsonst wollte sich Xerox nicht in die Karten schauen lassen. Die XDC und Jobs einigten sich darauf, dass Apple 100.000 (noch nicht öffentlich gehandelte) Aktien zum Stückpreis von 10,50 US-Dollar an Xerox verkaufen würde. Hätte die Xerox die Aktien bis heute (März 2019) gehalten, wären aus den 100.000 Anteilen von damals nach vier Aktien-Splits in den Jahren 1987, 2000, 2005 und 2014 genau 5,6 Millionen Apple-Aktien geworden, die nun knapp 10 Milliarden Dollar wert sind. Vermutlich hat Xerox nicht einen so langen Atem gehabt, sondern sich früher von den Anteilen getrennt. Man kann aber nicht sagen, dass Steve Jobs und seine Leute ohne Ticket das Xerox PARC besucht haben.

    Mit der Eintrittskarte des umfassenden Business-Agreements in der Hand rückten Steve Jobs, Apple-President Mike Scott, Bill Atkinson und etliche Mitglieder der Entwickler-Teams an. Wer genau an den beiden Treffen teilgenommen hat, lässt sich im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren, weil es widersprüchliche Aussagen dazu gibt. „Was wir in diesen anderthalb Stunden bekommen haben, war Inspiration“, sagte später Atkinson. „Außerdem unterstützte uns die Demo in unserer Überzeugung, dass der grafikorientierte Ansatz bei der Bewältigung von Computer-Aufgaben dazu beitragen würde, diese Geschäftscomputer zugänglicher zu machen.“

    Der so mühsam zustande gekommene Besuch bedeutete jedenfalls im Leben des Steve Jobs ein Wendepunkt: Die drei Technologien, die der 24jährige dort sah, waren jede für sich revolutionär: die erste grafische Benutzeroberfläche für Computer, vernetzte Alto-Rechner, die E-Mails austauschen können und Objektorientiertes Programmieren.

    Noch 17 Jahre nach diesem Besuch konnte sich Jobs genau erinnern: „Ich war total geblendet von dem ersten Ding, das sie mir zeigten: Die grafische Benutzeroberfläche. Ich dachte, das ist das beste Ding, was ich je in meinem Leben gesehen habe. Es hatte noch viele Schwächen. Was wir sahen war unvollständig. Sie hatten eine ganze Reihe Sachen falsch gemacht. Aber zu der Zeit wussten wir das nicht. Aber dennoch: Sie hatten den Keim der Idee geschaffen, und sie hatten es sehr gut gemacht. Und innerhalb von zehn Minuten war mir klar, dass eines Tages alle Computer so arbeiten würden.“

    Adele Goldberg
    Xerox Alto (1973 Prototyp Workstation)

    Jobs entschloss sich, die Strategie von Apple neu auszurichten und voll auf das im Xerox PARC gesehene „Graphical User Interface“ (GUI), die grafische Bedienungsoberfläche, zu setzen. Adele Goldberg, damals Forscherin im PARC, ahnte schon, dass der Besuch von Jobs weit reichende Folgen haben wird: „Er kam zurück und (…) verlangte, dass sein ganzes Programmierteam eine Demo vom Smalltalk System bekommt. Und der Leiter des Forschungszentrums bat mich, die Demo zu geben, weil Steve extra darum gebeten hatte. Aber ich sagte ‚Nein‘. Ich hatte einen großen Streit mit diesen Xerox Managern, denen ich erzählte, dass sie gerade ihr Tafelsilber weggäben. Ich sagte, ich würde es nur tun, wenn sie es anordnen würden. Denn dann würden sie selbst verantwortlich sein. Und genau das taten sie dann auch.“

    Larry Tesler, der damals als PARC-Angestellter an der Demo teilnahm, war von den Besuchern fasziniert: „Nach einer Stunde verstanden sie die Technologie unserer Demos und was sie bedeuteten besser als jeder Xerox-Manager nach all den Jahren, in denen wir sie ihnen gezeigt hatten.“

    „Xerox könnte heute die gesamte Computerindustrie besitzen“, sagte Steve Jobs 1996. „Sie könnten heute ein zehnmal so großes Unternehmen sein. Sie könnten IBM sein- sie hätten das IBM der 90er Jahre sein können. Sie hätten das Microsoft der 90er sein können.“

    Nach dem Tod von Steve Jobs im Herbst 2011 erinnerte sich Tesler in einer Gesprächsrunde im Tech Museum in San Jose an den legendären Besuch des Apple-Mitbegründers im PARC:

    Larry Tessler erinnert sich an den Besuch von Steve Jobs

    Teslers Kollegin Adele Goldberg sagte später dem Buchautor Michael Hiltzik, sie habe vor dem Besuch des Apple-Truppe nichts von der geschäftlichen Vereinbarung zwischen Apple und Xerox gewusst und sich deshalb so vehement gegen eine umfassende Demo der PARC-Projekte gewehrt.

    Das Macintosh-Team nahm zwar die Ideen aus dem PARC auf, kopierte das System aber nich 1:1. So veränderten die Apple-Programmierer viele Funktionsweisen und fügten etliche neue Features hinzu. So kannte der Xerox Alto beispielsweise keine Menüs, die vom oberen Bildschirmrand herunter klappen, sondern arbeitete mit einer Art Pop-up-Fenster. Außerdem öffnete sich bei einem Doppelklick auf ein Dokument nicht das Fenster automatisch, sondern es musste von Hand aufgezogen werden. Bill Atkinson schrieb in monatelanger Kleinarbeit für den Lisa und Macintosh die QuickDraw-Routine, mit der erstmals überlappende Fenster auf dem Computer-Bildschirm gezeichnet werden konnten.

    Screen des Xerox Star
    Screen des Xerox Star

    Im Gegensatz zum ersten Mac verfügte der Alto auch nicht über eine vollständige Schreibtisch-Metapher und geniale Desktop-Symbole wie den Mülleimer, der nicht nur Computer-Novizen das Löschen von Dateien sehr erleichterte. Zu den historischen Errungenschaften des Mac-Teams gehört auch der Macintosh Human Interface Guide, der beispielsweise festlegte, dass in einer Macintosh-Applikation ein Dokument immer mit dem Befehl Apfel-S gespeichert wird.

    GUI des Xerox Star (1981)
    GUI des Xerox Star (1981)
    Die GUI des erste Apple Macintosh (1984)
    Die GUI des erste Apple Macintosh (1984)

    Auch die Entwicklung der notwendigen Hardware zeigt, dass Apple nicht einfach von Xerox PARC „geklaut“ hat. Die Maus wurde ohnehin nicht im PARC erfunden, sondern im benachbarten Stanford Research Institute von Dough Engelbart. Zur Geschichte der Computermaus gibt es hier auf der Site einen eigenen Artikel. Legt man die Holz-Maus von Engelbart, die Maus des Alto aus dem Xerox PARC (mit drei Knöpfen) und die Maus des ersten Apple Macintosh nebeneinander, kann man sehen, dass es sich um eine markante Weiterentwicklung und nicht um eine schlichte Kopie handelt:

    Die Entwicklung der Computer-Maus: SRI (1963), Xerox Alto (1981), Apple Macintosh (1984)
    Die Entwicklung der Computer-Maus: SRI (1963), Xerox Alto (1981), Apple Macintosh (1984)

    Was die Massentauglichkeit der Maus anging, hatte Xerox wenig seit der Erfindung des Konzepts durch Engelbart unternommen. Steve Jobs beauftragte die Industrie-Design-Firma von Dean Hovey, um aus der Xeros-Maus, „die 300 Dollar kostet und innerhalb von zwei Wochen kaputt geht“, eine Maus zu machen, „die weniger als 15 Dollar kostet. Sie darf mehrere Jahre lang nicht versagen.“ Jobs verlangte, dass die Maus sowohl auf einer Formica-Platikoberfläche läuft als auch auf seiner Jeans, berichtete Malcolm Gladwell im Mai 2011 in der Zeitschrift The New Yorker.

    Es ist daher nicht fair zu sagen, dass Steve Jobs und Apple die grafische Bedienoberfläche bei Xerox „geklaut“ haben. Zum einen gab es eine geschäftliche Vereinbarung zwischen Apple und Xerox über den Know-how-Transfer. Außerdem hat Apple die GUI des Xerox-Systems und die dafür notwendige Hardware nicht 1:1 kopiert, sondern in wesentlichen Aspekten weiterentwickelt.

    Für Xerox blieb der bittere Nachgeschmack, eine historische Chance verpasst zu haben, zumal parallel zu den Apple-Entwicklern auch Bill Gates und seine Microsoft-Truppe im PARC ein- und ausgegangen waren (übrigens ohne ein vergleichbares Eintrittsticket, wie Jobs es sich mit dem Aktiendeal verschafft hatte).

    Im Dezember 1989 verklagte Xerox Apple Computer und verlangte 150 Millionen Dollar, weil Apple bei Xerox die Technologie gestohlen habe, die die Macintosh-Computer so erfolgreich machte. Steve Jobs verwies darauf, dass Apple die Arbeit von Xerox so verfeinert habe, dass daraus eine eigene Schöpfung entstanden sei. Die Klage von Xerox wurde abgewiesen, weil der Vorsitzende Richter entschied, „dass die Beschwerden von Xerox aus mehreren rechtlichen Gründen ungeeignet gewesen seien.“ Unter anderem hatte Xerox wohl einfach zu lange gewartet, um erst fünf Jahre nach dem Marktstart des Apple Macintosh die Klage zu erheben, da die Verjährungsfrist inzwischen abgelaufen war.

    Microsoft hat Anfang der neunziger Jahre im Streit mit Apple um die Plagiatvorwürfe rund um die ersten Windows-Versionen darauf verwiesen, dass Apple und Microsoft sich beide großzügig bei Xerox bedient hätten.

    Apple und Xerox PARC › Mac History

    Im Film “Pirates of Silicon Valley” wird das Thema “Apple und Xerox ironisch und überzeichnet abgehandelt

    Das Forschungszentrum Xerox PARC wurde im Jahr 2002 als unabhängige, aber hundertprozentige Tochtergesellschaft von Xerox ausgegründet. Der Name Xerox erscheint im Firmennamen und Logo nur noch in der Unterzeile (A Xerox Company“). PARC arbeitet jetzt mit anderen kommerziellen (Großkonzernen, Unternehmen, Lizenznehmern) und staatlichen Partnern.

    Quellen:

    Michael Hiltzik: Dealers of lightning: Xerox PARC and the dawn of the computer age. HarperCollins Publishers, 1999.

    TV-Dokumentation: PBS television special „Triumph of the Nerds: The Rise of Accidental Empires.“, Transkript Teil 3

    Walter Isaacson: Steve Jobs, Simon & Schuster, 2011.

  • Apple-History-TV: Eine kurze Geschichte des PCs

    Triumph Of The Nerds - http://www.pbs.org/nerds/
    Triumph Of The Nerds – http://www.pbs.org/nerds/

    Wenn man sich intensiver mit der Geschichte des Persoanl Computers beschäftigt, stößt man sehr bald auf die legendäre TV-Doku „Triumph Of The Nerds“, die von der John Gau Productions und Oregon Public Broadcasting für den britischen Channel 4 und das öffentliche US-Fernsehen PBS produziert wurde. Die Sendung wurde auf Channel 4 in drei Episoden zwischen dem 14. und 28. April 1996 gezeigt und lief dann am 16. Dezember 1996 in einem Stück auf PBS.

    Gastgeber und maßgeblicher Autor der Doku ist der US-Technologie-Journalist Mark Stephens, der im Film unter seinem Pseudonym Robert X. Cringely auftritt. Unter diesem Namen hatte Stephens zuvor auch sein Buch Accidental Empires: How the Boys of Silicon Valley Make Their Millions, Battle Foreign Competition and Still Don’t Get a Date geschrieben. Die TV-Doku ist unter anderem deshalb so wichtig, weil des Stephens gelang, maßgebliche Player der frühen PC-Industrie zu interviewen, darunter Steve Jobs, Steve Wozniak, Bill Gates, Steve Ballmer, Paul Allen, Bill Atkinson, Andy Hertzfeld, Ed Roberts und Larry Ellison. Insbesondere die Gespräche mit Steve Jobs sind aufschlussreich. Der Apple-Mitbegründer war zu diesem Zeitpunkt schon gut zehn Jahre nicht mehr bei Apple und hatte keinen Grund mehr, ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

    Nach dem Tod von Steve Jobs wurde das komplette Interview mit Jobs in einem eigenen Film (The Lost Interview) veröffentlicht, den in „Triumph Of The Nerds“ waren nur 10 der insgesamt 70 Minuten verwendet worden. Der Titel bezieht sich auf die Tatsache, dass Stephens jahrelang davon ausging, dass das Original-Material auf dem Weg zwischen Großbritannien und den USA verloren gegangen war. Allerdings entdeckte der Regisseur von Triumph of the Nerds, Paul Sen, in seiner Garage eine VHS-Kassette mit einer Kopie des Original-Inteviews, so dass das große Interesse der Öffentlichkeit an dem ungekürzten Gespräch gestillt werden konnte. The Lost Interview gibt es u.a bei Amazon:
    Steve Jobs – The Lost Interview[NON-US FORMAT, PAL]

    Dort ist auch „Triumph Of The Nerds“ als DVD erhältlich:

    TRIUMPH OF NERDS 1-3 / SUB

    Die TV-Doku steht in etwas schlechterer Qualität auch auf YouTube:

    Diese deutschsprachige TV-Doku von 3Sat (ZDF/ORF) beruht auch auf dem Material von „Triumph Of The Nerds“:

  • Die Entwicklung der Apple-Aktie unter Steve Jobs

    Als Steve Jobs 1996 wieder zu Apple zurückkehrte, stand das Unternehmen wenige Wochen vor der Pleite. Der Aktienkurs war am Boden. Der erste iMac hauchte der Firma und damit auch dem Börsenkurs neues Leben ein. Der sagenhafte Aufstieg der Aktie begann aber erst 2007 mit dem ersten iPhone.

    Hier die Entwicklung der Apple-Aktie unter Steve Jobs als Grafik:

  • Der neue Apple Campus 2 in Bildern

    Apple plant für eine neue Ära. Seit 1993 ist „1 Infinite Loop“ in Cupertino die Adresse des Apple-Hauptquartiers. Um die ständig gewachsene Zahl von Mitarbeitern in möglichst wenigen Gebäuden unterbringen zu können, plant der iPhone-Hersteller nun ein neues Headquarter, den „Apple Campus 2“. Er wird vom britischen Star-Architekten Norman Foster (Foster + Partners) entworfen. Die Stadt Cupertino hat einige Wochen nach dem Auftritt von Steve Jobs in der Ratssitzung einen zweiten Schwung von Dokumenten über den Apple Campus 2 online gestellt, die ich in dieser Bildergalerie ausgewertet habe.

    Bildergalerie: „Apple Campus 2“

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    „Wir werden das beste Bürogebäude der Welt bauen“, versprach Apple-Chef Steve Jobs dem Stadtrat von Cupertino bei der Präsentation des Mammutprojektes. „Architektur-Studenten aus aller Welt werden hierher kommen, um sich das anzuschauen.“

    Die Rede des schwer erkrankten Steve Jobs (einen Tag nach seinem Auftritt auf der WWDC 2011) vor dem Council der Stadt Cupertino ist sehenswert:

    Update (9. September 2011):
    Bei einer Anhörung der betroffenen Nachbarn wurden vor allem Bedenken wegen des zu erwartenden Verkehrsaufkommens geäußert.

  • Die Apple-Geschichte in Bildern – Die Anfänge 1976-1984

    Die Apple-Geschichte in Bildern – Die Anfänge 1976-1984

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  • Meilensteine in der Geschichte von Apple

    1976
    Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründen mit Hilfe des Wagniskapitalgebers Armas Clifford „Mike“ Markkula Apple Computer um den Apple I zu vermarkten. Wayne steigt nach wenigen Monaten wieder aus.

    Apple I (1976)
    Apple I (1976)

    1977
    Das junge Unternehmen bringt den Apple II auf den Markt. Dieser Rechner entwickelt sich zum ersten Microcomputer, der eine weite Verbreitung fand.

    Apple II (1977)
    Apple II (1977)

    1978
    Steve Jobs erste Apple schlägt die Entwicklung eines Next-Generation-Computers vor.

    1979

    Jef Raskin (vorne) und Steve Jobs
    Jef Raskin (vorne) und Steve Jobs
    Ein Forschungsprojekt für einen neuen Niedrigpreis-Computer wird unter der Leitung von Jef Raskin gestartet. Daraus sollte später das Macintosh-Projekt werden. Raskin verlässt Apple im Jahr 1982, noch bevor der Mac auf den Markt kam, weil er die Einmischungen von Steve Jobs nicht akzeptieren wollte
    Steve Jobs und seine Mitarbeiter bei Apple besuchen das legendäre Forschungsinstitut Xerox PARC, wo sie sind mehrere neuartige Technologien sehen. Dazu gehören der Xerox Alto, der erste Personal Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche, die Computer-Maus sowie die objekt-orientierte Programmierung.

    1980
    Apple geht an die Börse.

    Die Spezifikationen für den Apple Lisa werden erarbeitet. Darin befinden sich etliche Features, die Apple-Mitarbeiter im PARC gesehen haben.
    (mehr …)

  • Historische Aktienkurse von Apple (AAPL)

    Der aktuelle Aktienstand an Apple Inc. an der New Yorker Börse Nasdaq sieht so aus:

    Eine Tabelle mit Historischen Kursen kann man hier herunterladen. Historische Apple-Kurse (7.9.1984 - 19.08. 2011)