Schlagwort: Steve Wozniak

  • Steve Jobs Biografie: Visionär, Antreiber & Apple-Gründer (1955–2011)

    Steve Jobs Biografie: Visionär, Antreiber & Apple-Gründer (1955–2011)

    Eine charismatische Ausstrahlung muss Steve Jobs schon als 13 Jahre alter Schüler gehabt haben. Oder war es nur seine Frechheit, mit der er auch später immer wieder Gesprächspartner überrumpeln sollte? Der Achtklässler wollte damals für ein Schulprojekt einen Frequenzzähler bauen und benötigte einige Bauteile dafür. Er sprach keinen Geringeren als Bill Hewlett an, den legendären Mitbegründer des Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP). Der Silicon-Valley-Pionier stand in den sechziger Jahren noch im Telefonbuch. Der schlaksige Junge schwatzte dem Konzern-Boss nicht nur die benötigten Bauteile ab, sondern ergatterte auch noch einen Ferienjob bei HP.

    Steve Jobs' Highschool-Foto
    Steve Jobs‘ Highschool-Foto

    Er hielt sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf. Dabei war Steve Jobs das Schicksal des erfolgreichsten Unternehmers Amerikas nicht in die Wiege gelegt worden. „Er war ein Junge, der kein Geld hatte“, erinnert sich sein Freund und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak. „Er hatte nichts außer seinem Verstand. Aber er brachte uns Dinge, die zu einer Herausforderung für uns alle wurde.“

    Paul Otellini, Chef des Chip-Giganten Intel, sagt, ein wahres Genie erkenne man daran, dass mit dem Wirken jede Person auf dem Planeten erreicht werde. „Steve hat das geschafft, und zwar nicht nur einmal, sondern im Laufe seines erstaunlichen Lebens viele, viele Male.“ Im Unterschied zu Industrie-Titanen wie Bill Gates stammte Steve Jobs nicht aus einem wohlhabenden Elternhaus, sondern aus kleinen Verhältnissen.

    Wo stammt Steve Jobs her?

    Steve Jobs with his father Paul Jobs (1958)
    Steve Jobs mit seinem Vater Paul Jobs (1958)

    Steve Jobs wurde am 24. Februar 1955 in San Francisco (Kalifornien) geboren. Seine leiblichen Eltern, der syrische Student Abdulfattah John Jandali und seine amerikanische Freundin Joanne Simpson, gaben ihn nach der Geburt zur Adoption frei. Das damals noch unverheiratete Paar, beide waren 23 und studierten an der Universität Wisconsin, konnte sich 1955 nicht vorstellen, ohne eigenes Einkommen für ein Kind zu sorgen.

    Eigentlich bestanden die beiden darauf, dass ihr Baby bei einer Akademiker-Familie landen solle. Sie sollte sich darum kümmern, dass der Junge später auch auf die Universität gehen kann. Doch die Wunschfamilie bekam in letzter Minute kalte Füße und sagte die Adoption ab. Das Kind landete bei Paul und Clara Jobs. Steves Adoptionseltern waren einfache Leute, sein Vater Automechaniker, seine Mutter Büroangestellte.

    Als Steve fünf Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihm von San Francisco nach Mountain View, mitten in das boomende Silicon Valley. In der neuen Nachbarschaft erzählte er einem Mädchen, dass er ein Adoptivkind war, berichtet Buchautor Walter Isaacson in seiner Biografie über Steve Jobs: „Soll das heißen, dass dich deine richtigen Eltern nicht gewollt haben?“, erkundigte sich das Mädchen. „Das traf mich wie ein Blitz“, erinnerte sich Jobs. „Ich weiß noch, wie ich ins Haus rannte und weinte.“ Die Eltern sagten dann: „Wir haben speziell dich ausgesucht.“ Diese Schlüsselszene beschrieb schon früh im Leben des Steve Jobs das Spannungsverhältnis zwischen den Begriffen „Verlassen“, „Auserwählt“ und „Speziell“.

    Steve Jobs trifft Steve Wozniak

    Wer weiß, wohin der Lebensweg von Steve Jobs geführt hätte, wenn er in der Schule nicht den begeisterten Elektronikbastler Steve Wozniak getroffen hätte, der vier Klassen über ihm war. Trotz des Altersunterschieds fanden die beiden Steves schnell zusammen. „Es kam mir vor, als hätten wir eine Menge gemeinsam“, erinnerte sich Woz später in seiner Autobiografie. „Normalerweise war es für mich ziemlich schwer, anderen die Dinge zu erklären, an denen ich gerade arbeitete, aber Steve hat es sofort kapiert. Ich mochte ihn. Er war ziemlich dünn und drahtig und voller Energie.“

    Steve Jobs (circled) at Homestead High School Electronics Club
    Steve Jobs (eingekreist) im Homestead High School Electronics Club (1969)

    Als Teenager tummelten sich Jobs und sein älterer Freund in der „Phone-Phreaking-Szene“. Hacker wie „Captain Crunch“ hatten mit Hilfe einer Plastikpfeife aus einer Cornflakes-Packung herausgefunden, wie man mit bestimmten Tönen die Systeme des Telefongiganten AT&T manipulieren konnte, um kostenlose Telefonate zu ermöglichen. Die beiden Steves waren elektrisiert.

    Steve Jobs und Steve Wozniak knacken das Telefon-System

    Wozniak and Jobs Blue Box, ca. 1972.
    Blue Box von Wozniak und Jobs (1972)

    Woz konstruierte aus billigen Elektronik-Teilen und einem kleinen Lautsprecher ein vollgestopftes Kästchen, mit dem man die Tonfolgen viel präziser und eleganter erzeugen konnte als mit der Spielzeug-Pfeife. „Mit einer Blue Box konnten wir dem System vorgaukeln, wir seien ein Telefon-Computer“, erinnerte sich Steve Jobs später. „Du konntest aus einer Telefonzelle White Planes, New York, anrufen, dann eine Satellitenverbindung nach Europa aufbauen, eine Kabelstrecke in die Türkei legen, nach Los Angeles zurückverbinden. Man konnte eine Verbindung drei, vier Mal um den Globus herum aufbauen und ein Telefon in der Nachbarschaft anrufen. Wenn man etwas in den Hörer rief, kam es 30 Sekunden später auf dem anderen Hörer an.“

    Die Manipulation des Telefonsystems war natürlich illegal. Das hinderte Woz und Jobs nicht daran, Blue Boxes zu bauen und im Bekanntenkreis zu verkaufen. „Zwei Teenager konnten damals für hundert Dollar eine Box bauen und damit eine Infrastruktur kontrollieren, die mehrere hundert Milliarden Dollar wert war, nämlich das gesamte Telefonsystem der Welt. Das war magisch.“ Bei der „Blue-Box“-Episode blitzte zum ersten Mal der Geschäftssinn von Steve Jobs auf. Während Woz vor allem seine Geek-Kumpanen beeindrucken wollte, ging es seinem jüngeren Freund auch ums Geldverdienen und die Erkenntnis, dass man mit einem kleinen Einsatz große Wetten gewinnen kann.

    Steve Wozniak über die frühen Tage mit Steve Jobs und „Blueboxing“

    „Erfahrungen wie diese zeigten uns, welche Macht eine Idee haben kann“, sagte Jobs viele Jahre später der Santa Clara Valley Historical Association. „Wenn wir keine Blue Boxes gebaut hätten, dann hätten wir auch Apple nie gründet.“ 1972 wollte Jobs unbedingt beim Reed College im benachbarten Bundesstaat Oregon studieren, obwohl ihm klar war, dass sich seine Eltern die Hochschulgebühren nicht leisten konnten. „Alle Ersparnisse meiner Arbeiterklasse-Eltern gingen für meine College-Gebühren drauf“, erinnerte sich Steve Jobs im Juni 2005 anlässlich seiner legendären Eröffnungsansprache für das akademische Jahr an der Stanford University. „Sechs Monate später sah ich keinen Wert mehr darin. Ich hatte überhaupt keine Idee, was ich mit meinem Leben anfangen wollte und konnte mir auch nicht vorstellen, wie das College mir dabei helfen sollte, das herauszufinden.“

    Der legendäre Technikjournalist Wall Mossberg (The Verge) über die Rolle von Steve Jobs und Apple

    Weiterlesen – Teil 2 – Steve Jobs: Die Suche nach dem Sinn des Lebens

  • Steve Wozniak: Der Vater des Personal Computers

    Steve Wozniak: Der Vater des Personal Computers

    Die Erfolgsgeschichte von Apple wird vor allem Steve Jobs zugeschrieben. Er hatte die Vision, wie Computer das Leben der Menschheit verändern kann – und nicht nur für ein paar Nerds im Silicon Valley. Sein technischer Sachverstand war aber begrenzt. Ohne seinen genialen Freund Steve Wozinak hätte es die ersten beiden Computer von Apple, den Apple I und den Apple II, nicht gegeben.

    Steve Wozinak kann sich fast auf den Tag genau erinnern, wann für ihn die neue Ära begann: „Es passierte im März 1975 beim allerersten Treffen einer merkwürdigen, schrulligen Truppe von Leuten, die sich Homebrew Computer Club nannte.“ Die Teilnehmer der Runde träumten alle davon, dass Computertechnologie für die Allgemeinheit erreichbar sein sollte. Menschen sollten es sich leisten können, einen eigenen Computer zu besitzen und damit zu arbeiten oder zu spielen.

    Homebrew Computer Club

    Zu dieser Zeit gab es noch keine Personal Computer. Über die großen Rechenanlagen von IBM oder Digital Equipment- die damals noch schrankhohe und unbezahlbare Technikmonster waren, verfügten nur Unternehmen, Universitäten und das Militär. Im Homebrew Computer Club im kalifornischen Menlo Park redeten sich die Hobbybastler und Elektronikenthusiasten aber die Köpfe heiß, wie man Computer für die Menschen erschwinglich machen kann.

    Wozniak, der am 11. August 1950 in Sunnyvale, Kalifornien, geboren wurde, wuchs mit elektronischen Bauteilen als liebstes Spielzeug auf. Sein Vater war Ingenieur bei der Luftfahrt- und Rüstungsfirma Lockheed. Auch als Teenager lötete „Woz“, wie er von allen Freunden genannt wurde, gerne an Schaltkreisen herum. Er las alles, was er in die Hände bekam, um an diese mysteriösen, unzugänglichen Maschinen zu gelangen, die von einigen Firmen verwendet werden: Computer.

    Wozniak war besessen von diesen Geräten und ihrer Funktionsweise. Eines Tages erzählte das junge Wunderkind seinem Vater, dass er in Zukunft gerne einen Computer zu Hause haben würde. Als sein Vater ihm sagte, dass der Computer wahrscheinlich genauso viel kosten würde wie das Haus, antwortete Steve kurz: „In diesem Fall ziehe ich in eine Mietwohnung.“

    Auf der High School lernte Steve Wozniak den fast fünf Jahre jüngeren Steve Jobs über einen gemeinsamen Freund, Bill Fernandez, kennen, der seine Begeisterung für Computer teilte. Woz war vier Klassen über Jobs. Aber trotz des Altersunterschieds fanden sie schnell gemeinsame Interessen – von den „elektronischen Sachen“ bis hin zum Spaß an ulkigen Scherzen („Pranks“). Die Freundschaft riss auch nicht ab, als Woz bereits aufs College ging und Steve Jobs immer noch in der High School war.

    „Woz war der erste Mensch, den ich traf, der mehr über Elektronik wusste als ich“, sagte Jobs einmal. Wozniak brachte ihm auch die Songs von Bob Dylan nahe, gemeinsam jagten sie Live-Mitschnitten seiner Auftritte nach. Und sie verabschiedeten eine Abschlussklasse an ihrer Highschool mit einem riesigen Stinkefinger-Transparent, das sich plötzlich von einem Balkon entrollte. Dieser Streich habe ihre Freundschaft besiegelt, erzählte Jobs später seinem Biografen Walter Isaacson.

    Steve Jobs und Steve Wozniak als Telefon-Hacker
    Steve Jobs und Steve Wozniak als Telefon-Hacker

    Das erste technische Projekt, das Jobs und Wozniak gemeinsam umsetzten, war eigentlich kriminell. Die beiden Freunde hatten im Magazin Esquire einen Artikel gelesen, in dem beschrieben wurde, wie „Phone Pheaks“ das Telefonsystem der USA so manipulierten, dass sie kostenlos Telefonate führen konnten. In dem Artikel stand, dass alle Steuer-Frequenzen für das Netz von AT&T in einem öffentlich zugänglichen Handbuch aufgeführt waren. Während der Telekom-Riese sich daran machte, die Exemplare schleunigst aus den Bibliotheken zu entfernen, schlichen sich die Freunde an einem Sonntag in eine geschlossene Bücherei und sicherten sich die Informationen. Wozniak war der erste, dem es gelang, eine digitale „Blue Box“ zu bauen.

    Steve Wozniak telefoniert mit einer "Blue Box"
    Steve Wozniak telefoniert mit einer „Blue Box“

    Schon beim „Blue Box Hack“ zeichnete sich die Aufgaben-Aufteilung ab, die später auch bei Apple galt: Steve Jobs war der weitsichtige Geschäftsmann, Woz der geniale Tüftler – Jobs und Wozniak nutzten das Gerät zunächst nur zum Spaß, um selbst kostenlose Ferngespräche zu führen. Einmal riefen sie aus einer Telefonzelle den Vatikan an, Wozniak gab sich als US-Außenminister Henry Kissinger aus und verlangte, dringend den Papst zu sprechen. Zum Kirchenoberhaupt wurden sie nicht durchgestellt – doch die Box funktionierte.

    Die von Steve Wozniak konstruierte Blue Box

    Jobs hatte die Idee, damit Geld zu verdienen. Die Teile kosteten rund 40 Dollar, Jobs setzte den Preis bei 150 Dollar an. Sie machten rund 100 Stück und wurden das meiste davon los.

    Mit einer Blue Box konnten wir dem System vorgaukeln, wir seien ein Telefon-Computer. Du konntest aus einer Telefonzelle White Planes, New York, anrufen, dann eine Satellitenverbindung nach Europa aufbauen, eine Kabelstrecke in die Türkei legen, nach Los Angeles zurückverbinden. Man konnte eine Verbindung drei, vier Mal um den Globus herum aufbauen und ein Telefon in der Nachbarschaft anrufen. Wenn man etwas in den Hörer rief, kam es 30 Sekunden später auf dem anderen Hörer an.

    Steve Jobs über die Blue Box

    Nach den Worten von Steve Jobs hätte es Apple ohne die Erfahrungen mit der „Blue Box“ nicht gegeben. Schließlich habe man schon bewiesen, wie man mit einfachen Mitteln selbst große Konzerne austricksen kann.

    Steve Wozniak war einer der Entwickler des HP-35, des weltweit ersten technisch-wissenschaftlichen Taschenrechners (1972).
    Foto: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=146664

    Im Januar 1973 trat Wozniak eine Stelle bei Hewlett-Packard (HP) an, um am Design von Schaltkreisen zu arbeiten, die für Rechenmaschinen und Taschenrechner verwendet wurden. Bei HP gehörte Wozniak zu dem Entwicklerteam des HP-35, des weltweit ersten technisch-wissenschaftlichen Taschenrechners (1972).

    Bei HP dominierten damals noch die Ingenieure das Geschehen – und in diesem Umfeld fühlte sich Wozniak glücklich. Allerdings verfolgte er in seiner Freizeit auch Technik-Projekte, die er bei HP nicht umsetzen konnte. Dazu gehörte auch das Programmieren von Computerspielen .

    Mit einem von Steve Jobs vermittelten Gig für Atari sicherte sich Steve Wozniak einen Platz in der Geschichte der Computerspiele, denn in nur vier Tagen programmierte Woz die Spielelektronik für das legendäre Game „Breakout“. Bis heute ist nicht klar, ob Steve Jobs seinen Freund bei dem Job übers Ohr gehauen hat. Wozniak schreibt in seiner Autobiografie „iWoz“, er haben von Jobs die Hälfte der 700 Dollar erhalten, die Jobs nach eigenen Angaben dafür bekommen hatte. „Später erfuhr ich, dass er doch etwas mehr für die Arbeit bekommen hatte, als er mir damals gesagt hatte – etwa ein paar Tausend Dollar -, aber wir waren Kids, wissen Sie. Er bekam einen bestimmten Geldbetrag, und mir sagte er, er hätte einen anderen bekommen. Er war nicht ehrlich mit mir, und ich war verletzt. Aber ich machte daraus keine große Sache.“ Soweit Woz in seinem Buch.

    In der autorisierten Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson schildert Steve Jobs die Episode ganz anders: „Ich habe ihm die Hälfte des Geldes gegeben, die ich bekommen habe“, sagte er Isaacson. Das sei immer so gewesen.

    Geld und ökonomischer Erfolg spielte im Universum von Steve Wozniak eine untergeordnete Rolle: „Ich wollte immer nur Ingenieur sein“, sagte er. Das Design des ersten brauchbaren Personal Computer, des Apple I, wollte er ursprünglich für andere Computer-Bastler offenlegen. Jobs musste ihn überreden, daraus eine Firma aufzubauen und fertige Geräte zu verkaufen.

    Der von Steve Wozniak entworfene Apple II
    Foto: Narnars0 – CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32247697

    Sein Meisterstück lieferte Wozniak mit dem Apple II ab. Der neue Rechner sollte kein Bastel-Projekt wie der Apple I sein, der ja noch ohne ein Gehäuse ausgeliefert wurde. Jobs ließ ein Plastikgehäuse entwerfen und kümmerte sich um entsprechende Produktionskapazitäten. Er sorgte auch dafür, dass die notwendigen Investitionsmittel zu Verfügung standen, indem er Investoren wie Mike Markkula und Arthur Rock mit ins Boot holte.

    Woz war fest entschlossen, den Apple II zu bauen, musste zuvor aber noch sein Verhältnis zu seinem geliebten Arbeitgeber HP klären. Apple-Investor Markkula konnte sich nämlich nicht vorstellen, dass Wozniak den neuen Rechner nur in seiner Freizeit entwickeln kann. „Du musst HP verlassen“, lautete seine Ansage an Woz. Nach einigen Hin und her entschied sich Wozniak dann doch, HP den Rücken zu kehren.

    Steve Wozniak und Steve Jobs (1977) – Foto: Handout Apple

    Der Apple II sollte einfach in der Bedienung und kostengünstig in der Herstellung sein. Woz verwendete dafür einfachste massengefertigte Logikchips statt teurer Spezialchips. Beim Design der Platine erwies sich Woz als Genie, denn ihm gelang, viele Chips einzusparen. Der Apple II konnte Farben und Grafiken darstellen, zudem war er mit seinen acht Steckplätzen einfach und vielseitig erweiterbar. 1978 entwarf Wozniak die gesamte Elektronik für ein Diskettenlaufwerk. Die Mechanik wurde extern zugekauft. Zusammen mit Randy Wigginton schrieb er das Betriebssystem Apple DOS.

    Zusätzlich zum Hardwareentwurf programmierte Wozniak die meiste Software, die auf den frühen Apple-Computern lief. Sein sehr eigenwilliger Programmierstil sorgte für ungewöhnlich schnelle und speicherplatzsparende Programme, machte aber zugleich die Wartung durch andere Programmierer fast unmöglich.

    Die Tabellenkalkulation Visicalc verhalt dem Apple II im Businessmarkt zum Durchbruch

    Der Apple II erwies sich für Apple als riesiger kommerzieller Erfolg. Diese Rechner war nicht nur für Hobbyisten gedacht, sondern richtete sich auch an Geschäftsleute, die mit der von Dan Bricklin und Bob Frankston entwickelten Tabellenkalkulationssoftware Visicalc ungeheuere Produktivitätsgewinne realisieren konnten. Der Apple II sorgte dafür, dass Apple Computer zu einer weltweit bekannten Marke wurde. Der Börsengang von Apple im Jahr 1980 machte Wozniak und Jobs zu Millionären.

    Die Zusammenarbeit zwischen Steve Jobs und Steve Wozniak dauerte aber nicht mehr lange: Im Februar 1981 verunglückte Hobby-Pilot Wozniak beim Start eines Kleinflugzeugs. Auch seine Verlobte war an Bord. Er wurde am Kopf verletzt und litt wochenlang unter Gedächtnisstörungen. Nach diesem Erlebnis nahm sich Woz eine Auszeit von Apple, organisierte zwei Festivals mit Musik und Technologie. 1983 kehrte er noch einmal zurück – nur um sich 1985 endgültig zu verabschieden. An der Entwicklung des Apple Macintosh war Woz schon nicht mehr beteiligt. Und auch die dramatische Geschichte vom Rauswurf von Steve Jobs im Jahr 1985 und seiner Rückkehr im Jahr 1999 bekam Woz nur noch als externer Beobachter mit, obwohl er formal bis heute ein Angestellter von Apple ist und auch ein symbolisches Gehalt bezieht.

    Seitdem jettet Wozniak als Legende aus den Anfangszeiten der PC-Branche durch wie Welt für Auftritte, wie zum Beispiel 2014 auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Er spendete viel, tanzte eher ungelenk durch die TV-Show „Dancing with the Stars“ im US-Fernsehen und tauchte als er selbst in der Serie „Big Bang Theory“ auf. Ins aktive Tech-Geschäft kehrte Wozniak noch einmal 2009 als Chef-Wissenschaftler der Speicherfirma Fusion-io zurück, die dann aber vom Konkurrenten SanDisk übernommen wurde.

    Steve Wozniak spricht am 12.09.2017 in Cupertino zur Vorstellung des neuen iPhone X mit Journalisten.
    Foto: Christoph Dernbach

    Woz ist auch immer wieder auf wichtigen Produktvorstellungen von Apple als Ehrengast zu sehen, obwohl er auch immer wieder kritisch auf Produktentwicklungen bei Apple reagiert oder Produkte der Konkurrenz lobt.

    Auf einer seiner Vortragsreisen wurde Wozniak am 9. November 2023 in Mexiko-Stadt wegen eines „kleinen, aber echten Schlaganfalls“ ins Krankenhaus eingeliefert. Er sollte dort auf einer Wirtschaftskonferenz sprechen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus sagte er laut ABC News, dass er „nach Hause fliegt“.

    Der 73-jährige Wozniak erzählte ABC, dass er am Morgen an seinem Computer saß, als er Schwindelgefühle bekam. Er sollte auf dem World Business Forum in Mexiko-Stadt sprechen, einer zweitägigen Veranstaltung, die als wichtigstes Management-Event der Welt angekündigt war. Andere angekündigte Redner waren Carly Fiorina, die ehemalige CEO von Hewlett-Packard, und Muhammad Yunus, ein Pionier der Mikrofinanzierung, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Wozniak war als Abschlussredner der Konferenz am 10.11.23 vorgesehen.

  • Steve Wozniak: „Steve Jobs war nicht von Anfang an ein Marketing-Genie“

    Steve Wozniak: „Steve Jobs war nicht von Anfang an ein Marketing-Genie“

    Steve Wozniak weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Kommunikation ist, insbesondere beim Aufbau eines Unternehmens. Schließlich hat er Apple zusammen mit einem der größten Kommunikatoren und Vermarkter der Tech-Welt aller Zeiten gegründet: Steve Jobs.

    Der verstorbene Jobs gilt seit langem als „Genie“. Wie er die Apple-Produkte vermarktete und verkaufte, von denen die meisten in den Anfangstagen des Unternehmens von Wozniak entworfen und gebaut wurden, gilt als legendär. Wozniak erklärt jedoch gegenüber CNBC Make It, dass sein Partner nicht immer ein Marketing- und Kommunikationsguru gewesen sei. „Woz“ sagt, dass dies Fähigkeiten waren, die Jobs entwickeln musste, um zu kompensieren, dass er kein besonders begabter Computertechniker war.

    „Er lernte eine Menge Marketingprinzipien, weil er nicht wirklich fähig war, in technischer Hinsicht, Sie wissen schon, Computerhardware [und] Software“, sagt Wozniak über Jobs. „Er musste andere Bereiche finden, um sich wichtig zu machen.“

    Letztes Jahr begann Wozniak in der Online-Reality-Show „Unicorn Hunters“ mitzuspielen, unter anderem an der Seite der ehemaligen US-Schatzmeisterin Rosie Rios und des Sängers Lance Bass. In der Show müssen er und die anderen Jurymitglieder Investitionsvorschläge von Tech-Start-up-Gründern entgegennehmen, ähnlich bei der Sendung „Die Höhle des Löwen„, die in Deutschland bei VOX als Ableger der britischen Sendung „Dragons’ Den“ läuft.

    Wozniak sagt, er sei manchmal „erstaunt“, wie ineffektiv manche Unternehmer kommunizieren. „Wir haben viele Pitches gesehen, die etwas holprig und stotternd waren, und sie haben sich irgendwie selbst verloren, und das ist nicht hilfreich, wenn man vor Investoren auftritt“, sagt er.

    Apple-Mitbegründer Steve Jobs und Steve Wozniak
    Steve Wozniak (r) und Steve Jobs sitzen an einem Computer. Foto: Apple

    Natürlich könnte Wozniak durch die jahrelange Zusammenarbeit mit Jobs verwöhnt worden sein. Im vergangenen Jahr sagte Wozniak einmal, dass sich die Persönlichkeit von Jobs bei der Gründung von Apple gewnadelt habe. Zuerst sei er lebenslustiger Freund gewesen. Er habe sich dann zu jemandem verwandelt, der es mit dem Aufbau eines Unternehmens sehr ernst meinte, das die Welt verändern sollte. Ein entscheidender Teil dieses Wandels, so Wozniak heute, bestand darin, Jobs bei der Entwicklung seiner Kommunikationsfähigkeiten“ zu beobachten.

    „Er war der wichtigste Kommunikator und der wichtigste Entscheider in Sachen Geschäft. Darin war er sehr gut“, sagt Wozniak. Der Apple-Mitbegründer meint, Jobs‘ Fähigkeiten als Kommunikator und Verkäufer hätten Apple geholfen, Produkte wie das iPhone erfolgreich als benutzerfreundlich zu vermarkten. „Das Smartphone war etwas, das auf Jobs‘ Leben anwendbar war“, sagt Wozniak: „Ein verständliches Technologieprodukt in der Hand, das den Durchschnittsbürger nicht verwirrt. Man musste sich nicht mit Technik auskennen [um sie zu benutzen].“

    Diese Fähigkeit unterschied Jobs schließlich vom Rest seiner Generation von Technologie-Ikonen. In einem Interview aus dem Jahr 2020 sagte Microsoft-Mitbegründer Bill Gates, er sei „so neidisch“ auf Jobs, weil er ein so natürlicher Redner gewesen sei. Gates nannte Jobs ein „Genie“, vor allem wegen der Art und Weise, wie er Menschen inspirieren konnte – von Kunden bis hin zu seinen eigenen Mitarbeitern.

    Dabei war Jobs oft ein schwieriger und anspruchsvoller Chef. Der ehemalige Apple-Mitarbeiter Guy Kawasaki schrieb 2019, dass die Arbeit für Jobs „manchmal unangenehm und immer beängstigend war, aber sie trieb viele von uns dazu an, die beste Arbeit unserer Karrieren zu leisten.“

    Und laut Wozniak war Jobs kein natürlicher Kommunikator. Im Jahr 2020 sagte Wozniak im Podcast „Guy Kawasaki’s Remarkable People“, dass Jobs‘ intensiver, unermüdlicher Drang, ein erfolgreicher Kommunikator und eine Führungspersönlichkeit zu werden, von seinem Wunsch herrührte, letztlich als wichtige historische Figur in Erinnerung zu bleiben – und diese Motivation trieb ihn an, die entsprechenden Fähigkeiten dafür zu entwickeln.
    „Manchmal ist die Motivation, etwas zu wollen, viel wichtiger als die tatsächlichen Fähigkeiten“, sagte Wozniak.

  • Steve Jobs tells the Blue Box Story

    https://www.youtube.com/watch?v=HFURM8O-oYI
    Steve Jobs Interview about the Blue Box Story

    Mit einer Blue-Box konnten wir dem System vorgaukeln, wir seien ein Telefon-Computer. Du konntest aus einer Telefonzelle White Planes, New York, anrufen, dann eine Satellitenverbindung nach Europa aufbauen, eine Kabelstrecke in die Türkei legen, nach Los Angeles zurückverbinden. Man konnte eine Verbindung drei, vier Mal um den Globus herum aufbauen und ein Telefon in der Nachbarschaft anrufen. Wenn man etwas in den Hörer rief, kam es 30 Sekunden später auf dem anderen Hörer an.

  • Wie Steve Jobs die Welt verändert hat

    Teil 1 : Steve Jobs – „Verlassen“, „Auserwählt“ und „Speziell“ (hier klicken)

    Steve Jobs brach das 1973 Studium ab und schlug sich als Lebenskünstler durch. Im Hare-Krishna-Tempel holte er sich hin und wieder eine warme Mahlzeit ab. Er schmuggelte sich in den Kalligraphie-Kurs ein, der auf dem Reed College angeboten wurde. „Ich erfuhr von Serifen- und serifenlosen Schriften. Lernte, wie man den Abstand zwischen verschiedenen Buchstabenkombinationen anpasst. Erfuhr, was großartige Schriften großartig macht. Es war wundervoll, historisch, kunstvoll dezent auf eine Weise, die Wissenschaft nicht einfangen kann, und ich fand es faszinierend.“ Auch diese Episode sollte sich später in der Computergeschichte auswirken:

    Zehn Jahre später, als wir den ersten Macintosh entwarfen, kam alles wieder. (…) Es war der erste Computer mit schönen Schriftzeichen. Hätte ich damals nicht das Studium abgebrochen, hätte der Mac niemals die verschiedenen Schriftarten oder Schriftzeichen mit proportionalen Abständen bekommen. Und da Windows den Mac einfach kopiert hat, hätte sie wahrscheinlich auch kein anderer Personal Computer gehabt.

    Steve Jobs war auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Er experimentierte mit bewusstseinserweiternden Drogen. 1975 nutzte er eine Dienstreise für seinen damaligen Arbeitgeber Atari nach Europa, um auf eigene Faust nach Indien zu fahren. Jobs beschäftigte sich in dieser Zeit intensiv mit den Lehren des Harvard-Professors Richard Alpert, der zum Hinduismus konvertiert war und in Indien als Guru Ram Dass („Diener Gottes“) lehrte. In Indien fand Jobs aber keine Erleuchtung, sondern landete ei einem Betrüger, der seine Guru-Rolle nur spielte. Desillusioniert kehrte er nach Kalifornien zurück.

    Steve Jobs und der Homebrew Computer Club

    The Homebrew Computer Club newsletter
    Newsletter des Homebrew Computer Clubs

    Unterdessen versuchte sein Freund Steve Wozniak die „merkwürdige, schrullige Truppe von Leuten“ zu überzeugen, die sich Homebrew Computer Club nannte. „Das war eine Gruppe, die fasziniert war von der Technologie und den Dingen, die man damit erreichen konnte.“ Für die Geeks im Club entwickelte Woz einen Bausatz, der später als Apple I bekannt werden sollte. Steve Jobs schmiedete da bereits viel größere Pläne, denn er hatte beobachtet, dass nur wenige Leute im Homebrew die Zeit oder das Geschick hatten, die im Club präsentierten Computer selbst aufzubauen. „Warum bauen wir die Platine nicht selbst und verkaufen sie ihnen?“, fragte er Woz.

    Homebrew Computer Club meeting (1978)
    Homebrew Computer Club meeting (1978)
    Legendäre Mitglieder des Homebrew Computer Club : Lee Felsenstein, Steve Wozniak, Harry Garland, Bob Marsh, Jef Raskin und Allen Baum. Sie sprechen hier über den Altair 8800 und die Folgen

    Weiterlesen: Steve Jobs (3) – Gründung von Apple und erster Erfolg mit dem Apple II

  • Teil 3: Die Gründung von Apple und erster Erfolg mit dem Apple II

    Steve Jobs (2): Die Suche nach dem Sinn des Lebens

    Mit einem gewissen Sinn für Humor gründeten Jobs und Wozniak die Firma Apple Computer am „April Foolsday“, dem 1. April 1976. Für das notwenige Startkapital von 1000 Dollar verkaufte Wozniak seinen programmierbaren Taschenrechner HP 65 für 500 Dollar, Jobs setzte die Erlöse aus dem Verkauf seines VW-Busses ein.

    Steve Jobs and Steve Wozniak using Apple 1 computer system, ca. 1976
    Steve Jobs und Steve Wozniak mit einem Apple I, um 1976

    Der dritte Firmengründer, Ron Wayne, sollte als Erwachsener vom Dienst für eine ordentliche Buchführung sorgen. Er erhielt dafür immerhin zehn Prozent der Firmenanteile, die beiden Steves jeweils 45 Prozent. Doch Wayne stieg schon nach wenigen Wochen wieder aus, weil dem Familienvater das Haftungsrisiko zu unüberschaubar war und er etwas mehr zu verlieren hatte als die beiden Steves. Die Rolle des erwachsenen Aufsehers übernahm dann später der Millionär Mike Markkula. Er investierte eine Viertelmillion Dollar in das Start-up, um die Produktion und Vermarktung des Apple II zu finanzieren.

    Durchbruch mit dem Apple II

    Steve Wozniak war das Hardware-Genie. Treibende Kraft bei der Vermarktung war Woz’ dynamischer Kompagnon Steve Jobs. Er war von Woz technischen Fähigkeiten fasziniert, auch weil er selbst nie in der Lage gewesen wäre, einen Computer wie den Apple II selbst zu konstruieren. Doch er sah seinen Freund auch kritisch: „Woz ist in mancher Hinsicht brillant, hat aber viel von einem Fachidioten, denn er war richtig verklemmt, wenn er mit Menschen, die er nicht kannte, verhandeln musste“, meinte Jobs und zog gegenüber seinem Biografen Isaacson die Bilanz: „Wir waren ein gutes Team.“ Wozniak hingegen war von der Geschäftstüchtigkeit seines Freundes beeindruckt: „Ich wollte nie mit Menschen verhandeln müssen und diplomatisch sein, Steve jedoch konnte Leute anrufen, die er nicht kannte, und sie dazu bringen, etwas zu tun“, sagte Wozniak. „Er konnte schroff gegenüber Menschen sein, die seiner Ansicht nach nicht klug waren, aber mich behandelte er nie grob.“

    Woz hätte sich auch zufrieden gegeben, wenn der Apple II als Bausatz vertrieben worden wäre. Doch Jobs verlangte ein komplettes Produkt in einem glatten hellen Plastikgehäuse, ähnlich wie bei einer Cuisinart-Küchenmaschine. Außerdem forderte Jobs eine Stromversorgung mit einem aufwendigen Schaltnetzteil, die einen Ventilator überflüssig machte und nervte Wozinak damit, dass die Linien auf der Platine des Apple II gerade verlaufen mussten. Der Riesenaufwand lohnte sich: Der von Woz entwickelte Apple II war der erste Personal Computer, der ein Massenpublikum fand.

    A screenshot of Visicalc
    Screenshot von Visicalc

    Der Verkaufserfolg wurde vorangetrieben durch VisiCalc, der ersten Tabellenkalkulation für einen Mikrocomputer. „Von einer monatlichen Stückzahl von 1000 schossen wir plötzlich hoch auf 10 000“, erinnert sich Woz. „Meine Güte, ging das alles schnell! In den Jahren 1978 und 1979 wurden wir immer erfolgreicher. 1980 waren wir das erste Unternehmen, das eine Million Computer verkaufte.“

    Der Börsengang von Apple Computer (1980)

    Am 12. Dezember 1980 ging die Apple Computer Inc. an die Börse. Steve Jobs wurde mit dem Börsengang zum Multimillionär, denn Apple wurde nun mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Vergessen waren die schwierigen Zeiten, in denen er seinen Freund Woz übervorteilt und ihm bei einem Programmier-Job für Atari den gerechten Anteil an dem Honorar vorenthalten hatte. Jobs besaß jetzt 7,5 Millionen Apple-Aktien im Wert von 217 Millionen Dollar.

    Aber auch Woz konnte alle wirtschaftlichen Probleme vergessen. Ihm wurden vier Millionen Aktien (116 Mio. Dollar) zugeteilt. Der Apple-Mitbegründer gab einen Teil seiner Aktien an andere Apple-Mitarbeiter ab, die bei der Vergabe der Firmenanteile leer ausgegangen waren. Mike Markkula war darauf nicht angewiesen: Sein Anteil von sieben Millionen Aktien war 203 Millionen Dollar schwer.

    Steve Jobs betonte, das Geld habe ihm gar nicht so viel bedeutet: „Mit 23 Jahren besaß ich schon über eine Million Dollar. Und über zehn Millionen Dollar, als ich 24 war. Und über 100 Millionen Dollar, als ich 25 Jahre alt war“, sagte Jobs 1995 in einem Interview. „Es war nicht so wichtig, weil ich es niemals wegen des Geldes getan habe.“

    Weiterlesen: Teil 4 – Die Erleuchtung im Xerox PARC

  • Die Apple-Geschichte in Bildern – Die Anfänge 1976-1984

    Die Apple-Geschichte in Bildern – Die Anfänge 1976-1984

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  • Wie die Gründer von Apple reich wurden

    Die beiden Apple-Gründer stammten aus kleinen Verhältnissen und bekamen den geschäftlichen Erfolg nicht in den Schoß gelegt. Um die ersten Modelle des Apple I im Jahr 1976 zu ermöglichen, verkauften Steve Jobs und Steve Wozniak fast buchstäblich ihr letztes Hemd. Jobs setzte seinen VW Bus ein, für den er immerhin noch 1.500 Dollar bekam. „Woz“ trennte sich von seinem geliebten programmierbaren Taschenrechner Hewlett-Packard 65 und legte 250 Dollar in die Firmenkasse.

    Das Fundament für den geschäftlichen Erfolg legten 1977 der Venture Capitalist Arthur Rock sowie der Ex-Intel-Manager Mike Markkula, der 92.000 Dollar in Apple investierte und einen Bankkredit in Höhe von 250.000 Dollar absicherte. Das Investment sollte sich lohnen. Bevor Apple 1980 an die Börse ging, gehörte Markkula ein Drittel der Firma.

    Mit dem Börsengang am 12. Dezember 1980 wurden Jobs und Wozniak Multimillionäre, denn Apple Computer wurde nun mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Jobs besaß 7,5 Millionen Aktien (217 Mio. Dollar), „Woz“ wurden vier Millionen Aktien (116 Mio. Dollar) zugeteilt. Markkulas Anteil von sieben Millionen Aktien waren 203 Millionen schwer.

    „Mit 23 Jahren besaß ich schon über eine Million Dollar und über zehn Millionen Dollar als ich 24 war und über 100 Millionen Dollar als ich 25 Jahre alt war“, sagte Jobs 1996 in einem Interview mit Robert Cringley („Triumph of the Nerds„). „Und es war nicht so wichtig, weil ich es niemals wegen des Geldes getan habe.“

    I was worth about over a million dollars when I was twenty-three and over ten million dollars when I was twenty-four, and over a hundred million dollars when I was twenty-five and ehm it wasn’t that important ehm because I never did it for the money.

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  • Steve Wozniak auf dem IDF 2008 über Steve Jobs

    Steve Wozniak auf dem IDF 2008 über Steve Jobs

    Moira Gunn plauderte mit Apple-Mitbegründer Steve Wozniak auf dem Intel Developer Forum 2008 in San Francisco über seinen Karriere als Ingenieur, die ersten Jahre bei Apple Computer und sein Verhältnis zu Steve Jobs.

    Wenn es nach Steve Wozniak gegangen wäre, wäre er ein Leben lang Ingenieur bei Hewlett-Packard geblieben.

    Stattdessen ermutigte Steve Jobs seinen Freund „Woz“, die sicheren Grenzen von HP zu verlassen und sich in ein neues Unternehmen zu wagen – Apple -, wo die beiden daran arbeiten würden, den Apple II Personal Computer in jeden Haushalt, jede Schule und jedes Unternehmen zu bringen.

    Nach einigem Zögern verließ Wozniak HP und wurde – und ist es immer noch – „Mitarbeiter Nr. 1“ bei Apple. In seiner Partnerschaft mit Jobs blieb Wozniak der Ingenieur, und Jobs verkaufte, was Wozniak erfand.

    „Oft wird man das, was man im Leben sein will, und ich wollte Ingenieur werden“, sagte Wozniak zum Abschluss des Intel Developer Forums 2008.

    „Ich wollte nie ein Unternehmen leiten. Ich wollte mir keine Sorgen um Geld machen. Ich wollte nicht in der Managementkette aufsteigen“, sagte Wozniak. „Ich wollte mein Leben lang Ingenieur sein und bei Hewlett-Packard bleiben. Steve [Jobs] hatte den Traum, einer der großen Menschen zu sein, die Unternehmen gründen und Produkte herstellen, die die Welt verändern, und zu den Menschen zu gehören, die wie Shakespeare und Einstein berühmt werden. Er wollte zu dieser Gruppe gehören. Jedes Mal, wenn ich etwas Großartiges entwarf, sagte er, als wir noch sehr jung waren: ‚Lass es uns verkaufen‘.“

    Die Geschichte von Jobs, Wozniak und dem unglaublichen Aufstieg von Apple und dem PC-Markt ist schon oft erzählt worden, aber Wozniak setzte sich am letzten Tag des IDF mit Moira Gunn von National Public Radio’s „Tech Nation“ zusammen, um seinen persönlichen Beitrag zur Technologie und zum weltweiten PC-Markt nachzuzeichnen.

    In dem 45-minütigen Interview erzählte Wozniak von seinen Bemühungen, immer komplexere Maschinen zu bauen, von der Zeit als Teenager bis zu der Zeit, als er das College verließ, um als Ingenieur bei HP zu arbeiten und dann zusammen mit Jobs Apple zu gründen.

    Auf dem Weg dorthin nutzte Wozniak das, was er aus den frühen Computerhandbüchern gelernt hatte, um seine eigenen Designs zu entwickeln. Geldmangel und seine Schüchternheit halfen ihm dabei, komplizierte Probleme beim Bau der ersten PCs der Welt zu durchschauen.

    „Ich hatte eine ganz andere Herangehensweise an die Dinge, und ich war größtenteils Autodidakt“, sagte Wozniak. „Normalerweise zeigte ich den Leuten meine Schaltkreise und meinen Code, und das war anfangs ein bisschen anders. Sobald sie es verstanden hatten, war es so kompakt, dass es leicht zu verstehen war und sie es zu schätzen wussten.“

    Als er anfing, an seinen eigenen Computern zu arbeiten, sagte Wozniak, dass er sehr an der Art von Mikroprozessoren interessiert war, die Intel zu entwickeln begonnen hatte. Dieser Prozessor hatte weniger Pins, was einen geringeren Verdrahtungsaufwand bedeutete. Das Problem war, dass er damals sehr teuer war, aber Jobs veranlasste Intel, Apple ein paar Muster zu schicken, um damit in seinen PCs zu experimentieren.

    Auch wenn Wozniaks Rolle bei der Entwicklung des Apple II unbestreitbar ist, sagte er den Zuhörern, dass es das Diskettenlaufwerk und die Entwicklung des Tabellenkalkulationsprogramms VisiCalc – die „erste Killer-App“ – waren, die den PC wirklich aus den Laboren heraus und in die Hände von Kleinunternehmern brachten.

    Wozniak schreibt Jobs zu, dass er Apple einen Vorsprung vor vielen anderen PC-Anbietern verschafft hat, die es heute gibt. Er beschrieb Jobs‘ Rolle so, dass er Spitzentechnologien wie den iPod und das iPhone vorantrieb und gleichzeitig Produkte, die nicht funktionierten, aussortierte. „Steve hat nur einen Kopf, wenn es um die Kontrolle von Produkten geht, und ich glaube, das macht sie so gut“, sagte Wozniak.

    Auch wenn Wozniak heute nur noch eine begrenzte Rolle bei Apple spielt, ist er immer noch innovativ und tüftelt an verschiedenen Geräten. Wenn es um größere Themen geht, sagt Wozniak, dass er sich für die Art von Silizium-Photonik interessiert, die Intel in den letzten Jahren entwickelt hat, und dass er sich auch dafür interessiert, wie die Rechenleistung die Grafik der heutigen PCs verändert hat.

    Trotz seines besonderen Zugangs sagte Wozniak, dass er immer noch in der Schlange für sein erstes und dann für sein zweites iPhone wartete. Es ist immer ein lustiger Moment, wenn er seine Mitarbeiternummer herausgibt, um in den Apple Stores Rabatte zu bekommen, sagte er. Aber sein Platz in der Apple-Hierarchie ist genau dort, wo er bleiben möchte, und seine Rolle als erster Ingenieur des Unternehmens ist ihm sicher.

    „Ich war vom ersten Tag an ganz unten im Apple-Organigramm“, sagte er.