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  • 40 Jahre Apple Macintosh – Wie der Mac die Welt veränderte

    40 Jahre Apple Macintosh – Wie der Mac die Welt veränderte

    Es ist das Super-Bowl-Finale am 22. Januar 1984, knapp hundert Millionen Menschen schauen zu. Das Spiel selbst verläuft weniger spannend – bereits zur Halbzeit liegen die Los Angeles Raiders gegen die Washington Redskins mit 21:3 in Führung. Für Furore sorgt viel mehr ein außergewöhnlicher Werbespot, der im dritten Viertel ausgestrahlt wird. In dem 60 Sekunden langen Clip von Star-Regisseur Ridley Scott kündigt Apple den ersten Macintosh an. Doch es geht nicht einfach nur um einen neuen Computer. Die Botschaft lautet: Der Mac wird die Welt davor bewahren, dass die düstere Vision aus George Orwells Roman „1984“ im namensgebenden Jahr Wirklichkeit wird: „Big Brother“ IBM wird mit seinen grauen PCs nicht die IT-Welt beherrschen.

    „1984“ – Der legendäre TV-Spot für den ersten Apple Macintosh

    Obwohl Apple selbst ihn nur ein einziges Mal ausstrahlte, schrieb der Clip Geschichte. Nachrichtensendungen wiederholten ihn mehrfach, um über den Publicity-Coup zu berichten. Die Zeitschriften Advertising Age und TV Guide kürten „1984“ später zum besten Werbespot aller Zeiten.

    Die Premiere des Apple Macintosh sollte zwei Tage später, am 24. Januar 1984, bei der jährlichen Aktionärsversammlung von Apple im Flint Center Auditorium des De Anza Community College stattfinden. Nach dem Werbespot und den zahlreichen Presseberichten sollte dies den Höhepunkt der Einführungskampagne darstellen. Steve Jobs plante, zukünftige Produkteinführungen als epochale Momente inszenieren zu lassen: eine feierliche Enthüllung vor einem großen Publikum, bestehend aus loyalen Bewunderern und aufgeheizten Journalisten.

    Andy Hertzfeld, ein freundlicher Software-Ingenieur aus dem Macintosh-Team, hatte es zuvor in nur zwei Tagen geschafft, eine Software zu entwickeln, mit der der Computer den Spruch „Die Stunde des Siegers“ abspielen konnte. Jobs war mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden und entschied sich stattdessen für eine Aufnahme, berichtet der Steve-Jobs-Biograf Walter Isaacson.

    Jobs war jedoch begeistert von dem Sprachgenerator des ersten Apple Macintosh. Damit konnte geschriebener Text in gesprochene Sprache mit einem charmanten elektronischen Akzent umgewandelt werden. Er beschloss, ihn für die Demo zu verwenden. Steve Hayden, der Texter des „1984“-Spots, wurde beauftragt, den Text zu schreiben. Mac-Entwickler Steve Capps entwickelte eine Möglichkeit, das Wort „Macintosh“ in riesiger Schriftgröße über den Bildschirm laufen zu lassen, und Susan Kare, die die Schriften und Icons des Mac-Betriebssystems gestaltet hatte, entwarf ein Begrüßungsbild.

    Die Premiere des Apple Macintosh am 24. Januar 1984

    Bei der Probe am Vorabend des großen Tages gab es jedoch einige Probleme. Jobs war mit der Bildschirmanimation nicht zufrieden und verlangte ständig Verbesserungen. Auch das Bühnenlicht gefiel ihm nicht, und er hetzte Apple-CEO John Sculley kreuz und quer durch den Saal, damit er den Effekt aus verschiedenen Perspektiven betrachten und seine Meinung dazu abgeben konnte. Sculley, der zuvor bei PepsiCo gearbeitet hatte und sich nie Gedanken über Bühnenlicht gemacht hatte, äußerte sich unsicher wie ein Patient beim Augenarzt, der entscheiden soll, welche Linse besser ist. Die Probe dauerte fünf Stunden bis tief in die Nacht. „Irgendwann hatte ich Zweifel, ob wir es bis zur Veranstaltung am nächsten Morgen schaffen würden“, sagte Sculley.

    Doch dann war es soweit: Das Flint Center in Cupertino war bis auf den letzten seiner 2600 Plätze besetzt. Steve Jobs trat ans Mikrofon, um als Chairman die Aktionärsversammlung offiziell zu eröffnen. Er begann mit einem 20 Jahre alten Gedicht von Bob Dylan: „The Times They Are A-Changin’“.

    Steve Jobs trägt die zweite Strophe von „The Times They Are A-Changin’“ auf der Apple-Hauptversammlung vor

    Come writers and critics
    Who prophesize with your pen
    And keep your eyes wide
    The chance won’t come again
    And don’t speak too soon
    For the wheel’s still in spin
    And there’s no tellin‘ who
    That it’s namin‘
    For the loser now
    Will be later to win
    For the times they are a-changin‘

    Kommt, Autoren und Kritiker
    die ihr mit euren Stiften prophezeit
    und behaltet eure Augen weit offen
    Die Gelegenheit wird sich nicht noch einmal bieten
    Und sprecht nicht zu früh,
    denn das Glücksrad dreht sich noch
    Und man kann nicht vorhersagen,
    auf welchen Namen es zeigen wird
    Denn wer jetzt der Verlierer ist,
    der wird später gewinnen

    Lieblingsfeind IBM

    Mit diesem Vortrag des Dylan-Songs wollte der damals 28 Jahre alte Studienabbrecher Steve Jobs nicht nur der US-Protestbewegung huldigen, sondern auch deutlich machen, dass der Kampf um die Vorherrschaft im Markt der Personal Computer aus seiner Sicht noch nicht entschieden war. Zusammen mit seinem Kumpel Steve Wozniak hatte Jobs bereits Jahre zuvor IBM das Fürchten gelehrt. Während die Anzug-Träger bei IBM der Meinung waren, dass Computer so teuer wie ein Luxusauto sein müssen, zeigten die beiden ab 1975 mit dem Apple I, dass im Prinzip jeder Mensch einen Computer besitzen und benutzen kann. Der erste Rechner Apple hatte mit knapp 200 verkauften Bausätzen noch die Dimensionen eines Hobby-Projektes. Der Nachfolger Apple II war dagegen schon ein großer Erfolg.

    Wozniak hatte eine Maschine entwickelt, mit der die Mitbewerber nicht mithalten konnten: Der Apple II bot mit acht Slots reichlich Platz für Erweiterungen und konnte hochauflösende Grafik darstellen. Aus der kleinen Firma in der Garage der Eltern von Steve Jobs entwickelte sich ein erfolgreiches Unternehmen. Die Verkaufszahlen stiegen rapide: von 2500 Stück im Jahr 1977 auf 210.000 im Jahr 1981. Doch Jobs war unruhig. Der Apple II konnte nicht ewig so erfolgreich bleiben, und er wusste nur allzu gut, dass das Gerät immer als Wozniaks Meisterstück angesehen werden würde, egal, wie viel er selbst für das Produktdesign getan hatte. Er brauchte sein eigenes Gerät, das eine Delle in das Universum schlagen würde. Und die Zeit drängte, denn plötzlich war IBM wieder im Spiel. Aufgerüttelt durch den Erfolg des Apple II hatte „Big Blue“ 1981 den ersten IBM PC auf den Markt gebracht. Schnell übertrafen die IBM-Verkaufszahlen die des Apple II.

    Der erste Versuch, einen erfolgreichen Nachfolger für den Apple II auf den Markt zu bringen, geriet 1980 zum teuren Flop. Der Apple III konnte die Käufer nicht überzeugen, da er zu teuer war und nicht mit dem populären Vorgänger Apple II kompatibel war. Doch das Unternehmen hatte noch zwei weitere Asse im Ärmel: das Projekt Lisa und das Projekt Macintosh. Die Entwicklung des Lisa begann bereits 1978. Lisa sollte rund 2000 Dollar kosten und mit einem 16-Bit-Prozessor ausgestattet sein. Mit diesen verbesserten Eigenschaften wollte Apple einen großen Schritt nach vorne machen und sich von dem blinkenden Cursor auf schwarzen Bildschirmen verabschieden. Lisa sollte eine Benutzeroberfläche mit Fenstern haben, mit Menüs und schöner Schrift.

    Die Ideen aus dem Xerox PARC

    Um von den Pionieren der grafischen Benutzeroberflächenentwicklung zu lernen, mussten Steve Jobs und seine Mitarbeiter nur 20 Minuten mit dem Auto zum legendären Forschungszentrum Xerox Palo Alto Research Center (PARC) fahren. Der Apple-Ingenieur Jef Raskin, der Anfang 1979 mit dem Macintosh-Projekt betraut wurde, stand regelmäßig in Kontakt mit den PARC-Forschern. Mit der Hilfe von Bill Atkinson konnte schließlich auch Steve Jobs dazu überredet werden, das PARC zu besuchen.

    Die drei Technologien, die Jobs dort sah, waren revolutionär. Noch 17 Jahre später erinnerte sich Jobs genau daran: „Ich war total geblendet von dem ersten Ding, das sie mir zeigten: Die grafische Benutzeroberfläche. Ich dachte, das ist das beste Ding, was ich je in meinem Leben gesehen habe. Es hatte noch viele Schwächen. Was wir sahen, war unvollständig. Sie hatten eine ganze Reihe Sachen falsch gemacht. Aber zu der Zeit wussten wir das nicht. Aber dennoch: Sie hatten den Keim der Idee geschaffen, und sie hatten es sehr gut gemacht. Und innerhalb von zehn Minuten war mir klar, dass eines Tages alle Computer so arbeiten würden.“

    Steve Jobs erzählt in der TV-Doku „Triumph Of The Nerds“ (1996), was er im Xerox PARC zu sehen bekam und was ihn damals so fasziniert hat

    Jobs beschloss danach, die Strategie von Apple zu überdenken und sich vollständig auf das „Graphical User Interface“ (GUI), die grafische Benutzeroberfläche, zu konzentrieren, die er im PARC gesehen hatte. Larry Tesler, der damals als PARC-Angestellter an der Demo teilnahm, war von den Besuchern fasziniert: „Nach einer Stunde verstanden sie die Technologie unserer Demos und was sie bedeuteten besser als jeder Xerox-Manager nach all den Jahren, in denen wir sie ihnen gezeigt hatten.“ Tesler wechselte dann 1980 zu Apple.

    Um die Besuche im Xerox PARC im Dezember 1979 rankt sich die Legende, Jobs habe die wichtigsten Ideen für das GUI beim Xerox PARC einfach nur geklaut. Mit diesem Argument hatte sich Microsoft-Chef Bill Gates stets gegen Vorwürfe zur Wehr gesetzt, das Konzept von Microsoft Windows sei von Apple gestohlen worden. Nach den Erinnerungen von Mac-Entwickler Andy Hertzfeld lautete die Antwort von Gates auf den Vorwurf des Diebstahls so: „Nun, Steve, ich glaube, es gibt mehr als eine Möglichkeit, das zu sehen. Ich glaube, es ist eher so, dass wir beide diesen reichen Nachbarn namens Xerox hatten und ich in sein Haus eingebrochen bin, um den Fernseher zu stehlen nur um herauszufinden, dass du ihn bereits geklaut hattest.“

    Jobs erkannte auf jeden Fall das Potenzial der Entwicklungen aus dem PARC sofort. Er wollte die Technik unbedingt bei der Entwicklung des Apple Lisa einbringen. Doch der Apple-Verwaltungsrat traute ihm nicht zu, das Lisa-Projekt zum Erfolg zu führen. Daher schnappte sich der wilde Firmenmitbegründer das Macintosh-Projekt von Jef Raskin, das als Nachfolger für den Apple II als „Volks-Computer“ in Arbeit war. Raskin hatte geplant, den Macintosh mit einem möglichst preiswerten Prozessor, dem Motorola 6809, und einem extrem eng bemessenen Hauptspeicher von 64 Kilobyte auszustatten, um ihn nicht teurer als 1000 Dollar werden zu lassen. Doch um die Ideen von Xerox zu veredeln und zum Laufen zu bringen, reichte diese Hardware nicht aus.

    Andy Hertzfeld, der den Systemkern des Mac (und später das Benutzer-Interface von Google+) entwickelt hat, und seine Kollegen mussten in diesen Monaten immer wieder unter den Wutattacken von Jobs leiden.

    Andy Hertzfeld (2011) – Bild: Christoph Dernbach

    Das Team wurde aber auch positiv angespornt: „Steve war sehr verärgert, dass der Mac zunächst so lange zum Booten brauchte“, berichtete Hertzfeld Jahre später. So versuchte er den Software-Entwickler Larry Kenyon zu motivieren. Er erzählte ihm:

    „Weißt du, ich habe darüber nachgedacht. Wie viele Leute werden den Macintosh benutzen? Eine Million? Nein, mehr als das. Ich wette, in ein paar Jahren werden fünf Millionen Menschen mindestens einmal täglich ihre Macintosh-Rechner hochfahren. Nun, sagen wir, du kannst die Bootzeit um 10 Sekunden verkürzen. Multipliziert man das mit fünf Millionen Benutzern und das sind 50 Millionen Sekunden, jeden Tag. Über ein Jahr hinweg sind das wahrscheinlich Dutzende von Leben. Wenn Du den Mac also zehn Sekunden schneller starten lassen kannst, hast Du ein Dutzend Leben gerettet. Das ist es wirklich wert, findest du nicht auch?“

    Kenyon machte sich noch einmal an die Arbeit und verkürzte den Bootvorgang um weitere drei Sekunden. So löste das „Macintosh-Team“ ein Problem nach dem anderen.

    Apple bot den ersten Macintosh 1984 zum Preis von 2495 US-Dollar an – inflationsbereinigt entspricht das heute (Januar 2024) mehr als 7500 US-Dollar. Der Mac war der erste Rechner mit einer grafischen Desktop-Oberfläche, den sich auch Privatanwender leisten konnten. Statt des schwachen 6809 haben die Entwickler den Motorola 68000 verbaut, der mit 8 MHz getaktet war und auf 128 Kilobyte Arbeitsspeicher zugreifen konnte. Der Prozessor trug seinen Namen, weil er aus 68 000 Transistoren bestand. Zum Vergleich: Apples A16-Chip, der im iPhone 15 steckt, besteht aus 16 Milliarden Transistoren.

    Ein 3,5-Zoll-Floppylaufwerk von Sony mit 400 Kilobyte Speicherplatz und ein kleiner 9-Zoll-Bildschirm vervollständigten den Macintosh. Wie der Vorgänger Lisa war auch er mit einer grafischen Bedienoberfläche und einer Maus ausgestattet, sodass die Anwender sich nicht mit Kommandozeileneingaben herumquälen mussten. „Für die User war die Bedienung des Macintosh revolutionär: Mit einer Maus den Cursor/Zeiger bedienen, Menüfenster verschieben und Menüleisten anklicken. Ein Computer, der intuitiv bedienbar war, das gab es bisher noch nicht. Plug and Play: Einschalten und loslegen war die Devise“, sagt Michael Mikolajczak, Kurator im Heinz Nixdorf MuseumsForum und Experte für die Geschichte der Personal Computer..

    Steve Jobs und Apple-CEO John Sculley haben lange über den Verkaufspreis des ersten Apple Macintosh gestritten. Marketing-Mann Sculley wollte die Markteinführung durch eine große Marketing-Kampagne begleiten. Und diese Kosten sollten seiner Ansicht nach auf den Verkaufspreis umgeschlagen werden, wodurch sich der erste Mac um 500 Dollar verteuerte.

    Jobs leistete wütenden Widerstand. „Das zerstört alles, wofür wir stehen«, sagte er. »Ich will hier eine Revolution machen, nicht Profit um jeden Preis!“ Sculley stellte ihn vor die Wahl – entweder ein Verkaufspreis von 1995 Dollar oder die große Werbekampagne, aber nicht beides. „Es wird euch nicht gefallen«, erzählte er Hertzfeld und den anderen Ingenieuren, „aber Sculley besteht darauf, dass wir für den Mac 2495 Dollar nehmen anstatt 1995«. Die Ingenieure waren entsetzt. Andy Hertzfeld erklärte, sie hätten den Mac für Leute wie ihresgleichen entwickelt und ihn derart zu verteuern, sei ein „Verrat“ an ihren Grundsätzen. Also versprach ihnen Jobs: „Keine Sorge, er kommt damit nicht durch, dafür sorge ich!“ Aber am Ende siegte Sculley doch. Der Mac kostete mehr als Jobs es wollte.

    Der Apple Macintosh stieß bei vielen Enthusiasten auf Begeisterung, als er endlich erhältlich war. Doch nach der anfänglichen Euphorie sanken die Verkaufszahlen drastisch in der zweiten Jahreshälfte 1984. Isaacson, der Biograf von Steve Jobs, erklärt, dass dahinter ein ernsthaftes Problem steckte. Der Macintosh war zwar ein beeindruckendes Gerät, aber gleichzeitig langsam und leistungsschwach. Selbst die ansprechende Benutzeroberfläche konnte darüber nicht hinwegtäuschen. Sie wirkte wie ein fröhliches Spielzimmer im Gegensatz zu den tristen, dunklen Bildschirmen mit giftgrünen blinkenden Zeichen und nüchternen Befehlszeilen.

    Die grafische Bedienoberfläche war jedoch das größte Manko des ersten Macs. Ein einzelnes Zeichen in einem textbasierten System benötigte weniger als ein Byte im Code, während der Macintosh 20- bis 30-mal mehr Speicherplatz benötigte, um einen Buchstaben pixelgenau in verschiedenen eleganten Schriftarten darzustellen. Beim Apple Lisa spielte dies keine große Rolle, da er mit über 1000 KByte RAM ausgestattet war. Der Macintosh hingegen musste mit nur 128 KByte auskommen.

    Ein weiteres Problem war das Fehlen einer internen Festplatte. Als Joanna Hoffman aus dem Mac-Team sich für dieses Speichermedium einsetzte, bezeichnete Jobs sie als „Xerox-Fanatikerin“. Stattdessen verfügte der Macintosh nur über ein Diskettenlaufwerk. Das ständige Wechseln der Disketten führte zu einer Art Tennisarm, wenn man Daten kopieren wollte. Zudem hatte der Macintosh keinen Ventilator, da Steve Jobs dies nicht wollte. Er fand, dass Lüfter die Stille eines Computers stören. Dies führte jedoch häufig zu Ausfällen von Bauteilen und verlieh dem Macintosh den Spitznamen „der beige Toaster“.

    Dazu kam die Herausforderung, dass für den Mac noch kein breites Software-Angebot verfügbar war. In einem TV-Interview erinnerte sich der damalige Apple-Chef John Sculley später: „Der Mac konnte einfach nicht viel: Wir hatten Mac Paint und Mac Write als einzige Anwendungen, und der Markt hatte das schon gemerkt. Am Ende des Jahres sagten die Leute: Vielleicht ist der IBM-PC nicht so einfach zu benutzen oder so attraktiv wie der Macintosh. Aber er macht etwas, was wir gerne wollen – Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datenbank. Wir sahen die Umsatzzahlen für den Mac Ende 1984 runtergehen, und das wurde ein Problem im folgenden Jahr.“

    „Der Mac konnte einfach nicht viel“

    Der mit 128 Kilobyte viel zu eng bemessene Hauptspeicher machte diese Aufgabe aber nicht einfach. Erst als ein Jahr später der „Fat Mac“ mit 512 Kilobyte DRAM auf den Markt kam, war der Flaschenhals beseitigt. Er war der erste Macintosh, mit dem man vernünftig arbeiten konnte.

    Steve Jobs sah andere Ursachen für den schleppenden Absatz. In einem Interview sagte er: „Ende 1984 geriet die Branche in eine Rezession. Die Verkäufe begannen ernsthaft zu schrumpfen. Und John (Sculley) wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte keinen blassen Schimmer.“ An der Spitze von Apple habe es ein Führungsvakuum gegeben. Dadurch hätten sich die Abstimmungsprobleme zwischen den verschiedenen Abteilungen verschärft. „Es gab keine Führung“.

    Apple-Mitbegründer Steve Wozniak hat sich im dem Streit zwischen Jobs und Sculley später auf die Seite des ehemaligen PepsiCo-Managers geschlagen. „Als Steve den Macintosh vorstellte, war er noch jung, wollte zu schnell vorankommen und war nicht in der Lage, ein wirklich gutes, erfolgreiches Produkt zu entwickeln“, sagte „Woz“ in einem Interview mit dem Silicon-Valley-Portal „The Verge“ im Juli 2013. „Der Macintosh hätte ein ganz anderes Produkt sein sollen, kein mausgesteuerter GUI-Rechner, wie er es war, und mit dem Lisa hätte er einfach fünf Jahre warten sollen, dann wäre er fertig gewesen.“

    HNF-Experte Michael Mikolajczak sieht vor allem im Preis den Grund dafür, sich in dieser Phase IBM-kompatible PCs gegen den Mac durchgesetzt haben: „Diese Rechner waren wesentlich günstiger als Apple-Produkte. Außerdem war IBM ein Weltunternehmen und dementsprechend wurden die Produkte als seriös betrachtet. Als IBM 1981 ihren ersten PC präsentierten, übernahmen sie direkt die Marktmacht und drängten die «Hippiefirma» Apple zurück. Viele Unternehmen folgten dem technischen Design des IBM-Rechners. Diese setzten sich nach und nach als Standard durch. Die «Bürowelt» war äußerst zufrieden mit IBM- oder IBM kompatiblen Computern und ihren Programmen wie Word und Word Perfect.“ 

    Der Mac ohne Steve Jobs

    Steve Jobs, der im Sommer 1985 im Streit um die Ursachen der Absatzkrise von Sculley und dem Apple-Vorstand aus dem Unternehmen gedrängt worden war, musste die ersten kleinen Erfolge des Macintosh am Markt von außen beobachten, obwohl er selbst die Schritte zum Überleben des Macs noch eingeleitet hatte. Der Apple-Mitbegründer hatte dafür gesorgt, dass sein Unterhemen 1985 in das damals noch wenig bekannte Startup Adobe investierte. „Die Leute dort wollten eigentlich ein Hardware-Unternehmen werden“, sagte Jobs elf Jahre später in einem Interview. „Sie wollten Drucker und das ganze Zeug herstellen.“ Er habe aber Adobe-Gründer John Warnock überreden können, ein Softwareunternehmen zu werden. „Innerhalb von zwei oder drei Wochen haben wir dann unser internes Projekt abgebrochen“, erinnerte sich Jobs. „Ein paar Leute wollten mich deswegen umbringen, aber wir haben es geschafft.“

    Aus der Kooperation entstand der erste LaserWriter. Der Laserdrucker-Controller wurde bei Apple entwickelt, die Postscript-Software kam von Adobe, die eigentliche Drucker-Einheit von Canon. „Niemand bei Apple wollte ihn haben, außer ein paar von uns in der Mac-Gruppe“, sagte Jobs. „Alle dachten, ein Drucker für 7000 Dollar sei verrückt. Was sie nicht verstanden, war, dass man ihn mit dem Netzwerk AppleTalk gemeinsam nutzen konnte.“

    Als Steve Jobs Apple verließ, war das Unternehmen der umsatzstärkste Druckerhersteller der Welt. Die Ära des Desktop-Publishings begann. Softwarefirmen wie Aldus schrieben erste Programme wie PageMaker für die Erfolgskombination Macintosh und LaserWriter. Dieser Trend verstärkte sich, als Anfang 1986 der Macintosh Plus mit 128 Kilobyte ROM auf den Markt kam. Die Speicherchips waren nun nicht mehr fest auf der Platine verlötet, sondern gesockelt. So konnte man das Gerät auf bis zu vier Megabyte RAM aufrüsten.

    1986: Der Macintosh Plus begründete zusammen mit dem LaserWriter die erste Generation des Desktop-Publishing (DTP). (Bild: By Rama. – Own work, CC BY-SA 2.0 fr, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2734819

    Der Mac Plus hatte sogar Cursor-Tasten, die Steve Jobs beim ersten Mac noch entschieden abgelehnt hatte. Er wollte die Anwender zwingen, die Maus als Eingabeinstrument zu akzeptieren.

    Teures Performance-Wunder Macintosh II

    Mit dem Macintosh II brachte Apple 1987 den ersten Mac auf den Markt, der modular aufgebaut war. Für 5200 Dollar erhielten die Kunden ein System mit einer 20 Megabyte großen Festplatte, sechs NuBus-Slots und SCSI. Mithilfe der von Texas Instruments entwickelten NuBus-Technik ließ sich der Mac II intern und über SCSI auch extern erweitern. An einen Port konnten die Besitzer bis zu sieben externe SCSI-Geräte – etwa eine Festplatte oder ein CD-ROM-Laufwerk – anschließen. Angetrieben wurde der Mac II von einem 68020-Prozessor, der mit 16 MHz getaktet war. Grafiker und DTP-Spezialisten jubelten über den Performance-Gewinn. Ein komplett ausgebautes System mit Farbgrafikkarte, Speichererweiterungen und sonstigem Zubehör verschlang bis zu 10 000 Dollar.

    Parallel zum großen Mac II veröffentlichte Apple im März 1987 den Macintosh SE, den ersten kompakten Mac mit einer eingebauten Festplatte (20 Megabyte). Der vorhandene Erweiterungsslot ließ sich nicht von den Anwendern, sondern nur von Servicetechnikern bestücken, weil man sich an der Bildschirmröhre leicht einen Hochspannungsschlag holen konnte. Der Mac SE diente einer ganzen Generation von Grafikern und Publishern als solides Arbeitspferd.

    Weitaus exklusiver als der SE war der Macintosh IIfx, der im Frühjahr 1990 mit System 6.0.5 in die Läden kam – mit einem Preisschild von 9870 Dollar. In dem Rechner steckte der Motorola-Prozessor 68030, der von dem mathematischen Coprozessor Motorola 68882 unterstützt wurde. Dieses hochgezüchtete Rennpferd, das mit 40 MHz getaktet war, blieb aber für viele unerschwinglich.

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  • 1984 – Der berühmte Super-Bowl-Werbespot

    Die TV-Werbung von Apple im Vorfeld des Marktstarts des Apple Macintosh während des Super Bowl XVIII der amerikanischen Football-Liga NFL am 2. Januar 1984 hat Medien- und Computergeschichte geschrieben. Der von Regisseur Ridley Scott produzierte Spot „1984“ für den ersten Apple Macintosh Werbung wurde zum besten Werbespot aller Zeiten (Advertising Age). gewählt.

    Apple-Spot „1984“ für den ersten Apple Macintosh

    Zu Beginn des dritten Quarter gelang den in Führung liegenden Los Angeles Raiders ein Touchdown gegen die Washington Redskins. Statt dass die Szene noch einmal in der Wiederholung gezeigt wurde, wurden die Fernsehbildschirme im ganzen Land zwei Sekunden lang schwarz. Dann tauchten beängstigende Schwarz-Weiß-Bilder von marschierenden Drohnen auf, begleitet von unheimlicher Musik.

    Eine rebellische junge Frau im strahlend weißen Tank-Top, auf dem die Umrisse des Apple Macintosh zu sehen war, tritt in dieser spannungsgeladenen Situation als die Befreierin auf: Sie schleudert auf der Flucht vor der Orwell’schen Gedankenpolizei einen Vorschlaghammer gegen einen Großbildschirm, auf dem gerade eine Propagandarede des Big Brother läuft.

    My friends, each of you is a single cell in the great body of the State. And today, that great body has purged itself of parasites. We have triumphed over the unprincipled dissemination of facts. The thugs and wreckers have been cast out. And the poisonous weeds of disinformation have been consigned to the dustbin of history. Let each and every cell rejoice! For today we celebrate the first, glorious anniversary of the Information Purification Directive! We have created, for the first time in all history, a garden of pure ideology, where each worker may bloom secure from the pests of contradictory and confusing truths. Our Unification of Thought is a more powerful weapon than any fleet or army on Earth! We are one people. With one will. One resolve. One cause. Our enemies shall talk themselves to death. And we will bury them with their own confusion! We shall prevail!“

    Die Rede der Figur des „Big Brother“ in dem Werbespot „1984“ von Apple

    Mehr als 96 Millionen Zuschauer sahen am 22. Januar 1984 den Werbespot, der mit nichts je Dagewesenem vergleichbar war. Als die Drohnen am Ende entsetzt zusehen, wie ihr Big Brother in Rauch aufging, verkündet eine ruhige Stimme: „Am 24. Januar wird Apple Computer den Macintosh vorstellen. Und Sie werden begreifen, warum 1984 nicht wie 1984 sein wird.“

    Todd Leopold von CNN konnte sich 22 Jahre später noch genau die Ausstrahlung des Spots erinnern: „Das war eines dieser Ereignisse, zu denen man sich hingezogen fühlt, bevor man es überhaupt bemerkt“, schreib er 2006. „Nach und nach bemerkten wir eine dröhnende Stimme unter einem ausgegrauten Bild, einer attraktiven Läuferin in weißem Tank-Top und roten Shorts mit einem Vorschlaghammer, Reihen von kahlen, roboter-ähnlichen Männern, einen riesigen Fernsehbildschirm mit einem wütenden Mann.“ Leopold fragte sich damals: „Ist dies ein neuer Film von Orwells ‚1984‘? Aber was hat es mit der Läuferin auf sich?“

    Niemals werde je ein Spot „1984“ in seiner Wirkung übertreffen, meinte Leopold: „Es war unerwartet, schockierend, einzigartig, unverwechselbar inmitten der üblichen Bier- und Auto-Anzeigen, die während des Super Bowl jener Tage in den Werbepausen erschienen. „

    Obwohl der Spot rückblickend untrennbar mit der Premiere des Apple Macintosh im Jahr 1984 verbunden ist, bestand anfangs diese Verbindung gar nicht. Bereits Ende 1982 hatte die Apple-Werbeagentur Chiat/Day für das „Wall Street Journal“ eine Kampagne mit dem Apple II entwickelt, die George Orwells totalitäre Zukunftsvisionen in Gegensatz zur Apple-Philosophie stellen sollte.

    „Sechs Monate bevor wir überhaupt vom Mac wussten, hatten wir diese neue Anzeige gestaltet, die lautete: „Warum 1984 nicht wie 1984 sein wird“, sagte Lee Clow, Creative Director bei Chiat/Day. „Die Anzeige erklärte die Philosophie und den Zweck von Apple: dass Menschen – und nicht nur Regierungen oder große Unternehmen – Technologie betreiben sollten. Wenn Computer nicht unser Leben übernehmen sollen, müssen sie zugänglich sein.“

    Die Anzeige wurde nie gedruckt, sondern abgelegt, nur um im Frühjahr 1983 von Steve Hayden, dem Texter der Agentur, und Brent Thomas, dem Art Director, entstaubt zu werden. Sie suchten nach einem Aufhänger, um eine mutige Aussage über den unglaublichen neuen Macintosh zu machen. Mit umfangreichen Überarbeitungen hat das Chiat/Day-Team ein Storyboard für den 1984er Werbespot zusammengestellt, den sie für die Dreharbeiten vorschlugen.

    Der erste Mini-Film zeigte die athletische junge Frau, die von behelmten Sturmtruppen verfolgt wurde, noch mit einem Baseballschläger. Dieser wurde später durch einen Vorschlaghammer ersetzt, mit dem die Heldin dramatisch den Bildschirm zerschmettern und damit für einen Lichtblitz und einen erfrischenden Strom frischer Luft sorgen würde.

    Lee Clow, Kreativ-Chef der Agentur, beschreibt den Kontext des Spots so:

    „Es beginnt an einem Ort, der die Zukunft repräsentiert, mit Menschen, die zu einem zentralen Saal marschieren. Unsere Idee war, dass der Big Brother die Kontrolle der Technologie durch wenige repräsentiert. Viele Leute meinte, dass mit dem Big Brother IBM gemeint ist – zum Teil wegen der bläuliche Farbgebung, aber auch wegen der Wettbewerbssituation, in der sich Apple sich befand. Das war wirklich nicht die Absicht. Aber wahrscheinlich hat es auch auf dieser Ebene funktioniert.“

    Steve-Jobs-Biograf Walter Isaacson schreibt: „Das Konzept fing den revolutionären Geist des neuen Computerzeitalters ein. Besonders junge Leute aus der alternativen Szene hatten Computer lange als etwas betrachtet, das von autoritären Regierungen und Firmenimperien als Gleichschaltungsinstrument benutzt werden konnte. Seit Ende der siebziger Jahre sah man in ihnen allerdings auch ein Werkzeug zur individuellen Emanzipation. Der Werbespot erhob den Macintosh zum Kämpfer für die gute Sache – eine coole, rebellische Firma, die sich als Einzige dem großen, bösen Unternehmensimperium in den Weg stellte, das im Begriff war, die Herrschaft über die Welt zu übernehmen und die totale Gedankenkontrolle auszuüben.

    Das gefiel Jobs. Damit konnte er sich identifizieren. Er sah sich selbst gern als Rebellen und vertrat nach außen hin die Werte, für die der wilde Haufen aus Hackern und »Piraten« stand, den er für das Mac-Team angeworben hatte. Über ihrem Gebäude flatterte die Piratenflagge. Auch wenn er die Kommune in Oregon verlassen und eine Firma gegründet hatte, wollte er immer noch lieber der Gegenkultur zugeordnet werden als dem Unternehmertum. (…) Mit Ridley Scott als Regisseur, der gerade mit Blade Runner einen Riesenerfolg gefeiert hatte, konnte Jobs das aufkommende Cyberpunk-Ethos für sich und seine Firma reklamieren. Dank dieses Werbespots ließ sich Apple mit den Rebellen und Hackern, den Andersdenkenden identifizieren – und Jobs gleich mit.“

    Als die Agentur Chiat/Day Ridley Scott vorschlug, einen Spot für Apple zu drehen, dachte er, es ginge um die Beatles. „Sie sagten: ‚Nein, nein, nein. Apple ist dieser Typ namens Steve Jobs.‘ Ich sagte: ‚Wer zum Teufel ist Steve Jobs?‘ Sie sagten: ‚Es wird wahrscheinlich etwas (für Dich) sein.’“ Scott las das Drehbuch und dachte: „Mein Gott. Sie sagen nicht, was es ist, sie zeigen nicht, was es ist. Sie sagen nicht einmal, was es tut. Das war Werbung als Kunstform. Sie war verheerend effektiv.“

    Für den Spot standen Mittel zur Verfügung, die damals nicht üblich waren. Regisseur Scott verfügte über ein Produktionsetat von 900.000 Dollar (Quelle: Owen Linzmayer, Apple Confidential 2.0, San Francisco, 2014, S. 110)

    Allerdings fand sich in der Firmen-Führung von Apple kaum jemand, der die Begeisterung der Apple Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak für den teilen konnte. Erst in langen Gesprächen konnte Jobs den damaligen Apple-CEO John Sculley davon überzeugen, die Mittel für die Produktion freizugeben.

    Der Spot wurde im September 1983 in den Londoner Shepperton Studios gedreht. Scott hatte eine Besetzung von 200 Personen für eine Woche verpflichtet. Um die Rolle der verzweifelten, glatzköpfigen Arbeiter zu spielen, rekrutierte er authentische britische Skinheads und bezahlte den Komparsen 125 Dollar pro Tag, um sich die Haare zu rasieren.

    Eine geeignete Heldin zu finden, erwies sich als schwierigere Aufgabe. Viele der professionellen Modemodels und Schauspielerinnen hatten Schwierigkeiten, die geforderte Drehbewegung auszuführen, um den knapp drei Kilogramm schweren Vorschlaghammer präzise zu werfen, wie im Drehbuch gefordert. Beim Casting der Kandidatinnen im Hyde Park wäre laut Linzmayer fast eine ältere Dame getötet worden, als ein Wurf mächtig schief ging.

    Anya Major als Helding im Apple-Spot „1984“

    Wie der Zufall es wollte, war ein Model, die britische Sportlerin Anya Major, auch eine erfahrene Diskuswerferin. Sie wurde angeheuert, um die weibliche Hauptrolle zu spielen, weil sie gut aussah und in der Lage war, den Wurf fehlerfrei auszuführen,

    Die Legende besagt, der Spot sei nur einmal während des Super Bowl XVIII ausgestrahlt worden. Das stimmt nicht ganz. Zuerst bekam das Sales-Team von Apple den Spot am 23. Oktober 1983 zu Gesicht. Laut Linzmayer brachen die rund 750 Apple-Verkäufer in Jubelstürme aus. Vor einem etwas größeren Publikum wurde der Spot am 31. Dezember 1983 in Twin Falls (US-Bundesstaat Idaho) während der letzten Werbepause vor Mitternacht von Tom Frank auf KMVT vor öffentlichem Publikum uraufgeführt. Die TV-Station KMVT wurde häufiger von Werbetreibenden für Testläufe verwendet.

    Das Board of Directors von Apple konnte sich bei einem Treffen im Dezember allerdings gar nicht für den Spot begeistern. In dem Aufsichtsrat saßen damals Apple-Urgestein Mike Markkula, Teledyne-Gründer Henry E. Singleton, der Risikokapitalgeber Arthur Rock, Peter O. Crisp von Rockefeller’s Ventrock Associates und Philip S. Schlein, damaliger Chef der Kaufhauskette Macy’s California. Insbesondere Markkula und Schlein zeigten sich entsetzt. „Kein einziges Board-Mitglied mochte es“, erinnerte sich Sculley.

    Lee Clow, der Kreativ-Chef der Werbeagentur Chiat/Day, erinnert sich daran, wie weit die Vorstellungen von Jobs und dem Aufsichtsrat auseinander lagen:

    „Steve hatte mich vor eine große Herausforderung gestellt. Ich muss den Macintosh vorstellen. Es muss dramatisch werden. Es muss berühmt werden. Es muss anders sein. Wir hatten ein Meeting, bei dem wir eine ganze Reihe von Überlegungen präsentierten, die in die Einführung von Macintosh einflossen. Er dachte, es (der 1984-Spot) sei mutig, er dachte, es sei großartig. Es gab aber den Vorstand, der dachte, es sei wirklich dumm und unverantwortlich. Und es gab einen Moment, in dem das Board versuchte, den Stecker für alle Mittel zu ziehen und den Spot nicht laufen zu lassen.“

    Zwar verlangte das Aufsichtsgremium nicht explizit, die Ausstrahlung zu unterbinden, doch Sculley interpretierte die entsetzte Reaktion des Boards als Stopp-Befehl: So forderte er die Werbeagentur Chiat/Day auf, den gebuchten Werbeplatz während des Super Bowl zurückzugeben.

    Ursprünglich war geplant, die volle 60-Sekunden-Version und später eine gekürzte 30-Sekunden-Variante laufen zu lassen. Agentur-Chef Jay Chiat missachtete diese Anweisung allerdings und gab nur den 30-Sekunden-Werbeplatz zum Wiederverkauf frei.

    Jobs sucht ein diesen Tagen den Schulterschluss mit Steve Wozniak, obwohl dieser Apple-intern der Fraktion angehörte, der dem neuen Apple Macintosh eher skeptisch gegenüber stand und forderte, dass die Firma das Brot-und-Butter-Geschäft mit dem von ihm entworfenen Apple II nicht vernachlässigen sollte. Jobs zeigte Woz den Spot auf einer Videokassette und erzählte ihm, dass der Aufsichtsrat ihn eigentlich nicht öffentlich zeigen wolle. Woz fragt, wie viel die Ausstrahlung während des Super Bowl kosten würde und erklärte sich dann bereit, die Hälfte der 800.000 Dollar aus eigener Tasche zu bezahlen, wenn Jobs die andere Hälfte übernehmen würde. Dazu sollte es aber nicht kommen. Die Apple-Manager William V. Campell (Vice President of Marketing) und E. Floyd Kvamme (Executive Vice President of Marketing and Sales) setzten sich über die Bedenken des Boards hinweg und gaben die Ausstrahlung im TV frei.

    Am 22. Januar 1984 wurde „1984“ im dritten Viertel des Super Bowl XVIII ausgestrahlt und erreichte auf diesem Weg schätzungsweise 96 Millionen TV-Zuschauer. Danach griffen zahlreiche Fernsehstationen den außergewöhnlichen Spot auf. Allein in den USA wurde der Spot danach auf den drei nationalen TV-Senderketten sowie fast 50 lokalen TV-Stationen gezeigt, so dass sich Apple über kostenlose Werbung erfreuen konnte, die sonst Millionen gekostet hätte.

    20 Jahre nach dem Super Bowl XVIII veröffentlichte Apple ein Remake des Werbespots, bei dem der jugendlichen Heldin ein iPod digital an den Hosenbund geheftet wurde.

    Apple Macintosh original ad remastered 1984 ’20th Anniversary‘ (2004)

    Quellen:
    Walter Isaacson. „Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers.“, C.Bertelsmann Verlag, München, 2011.

    Owen Linzmayer. „Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World’s Most Colorful Company: The Real Story of Apple Computer, Inc. „, No Starch Press; San Francisco, 2004.

    Ted Friedman. Apple’s “1984” – Electric Dreams Chapter Five: Apple’s “1984”

    Todd Leopold: Why 2006 isn’t like ‚1984‘

    Curtsmedia: The 1984 Apple Commercial – The Making of a legend
    via Internet-Archive

  • Es begann mit “Annie” – Erste Entwürfe für den Volkscomputer „Macintosh“

    Bis zum Tag der offiziellen Vorstellung des Apple Macintosh am 24. Januar 1984 war es ein langer Weg gewesen. Fünf Jahre zuvor, im Frühling 1979 machte sich Apple-Chairman Mike Markkula Gedanken darüber, ob sein Unternehmen nicht einen 500-Dollar-Computer auf den Markt bringen sollte. Markkula beauftragte Jef Raskin mit dem geheimen “Annie”-Projekt.

    Jef Raskin
    Jef Raskin

    Raskin war für die Publikationen bei Apple, insbesondere Handbücher, verantwortlich und sollte eigentlich sich stärker um die Entwickler kümmern, die Anwendungen für den Apple II schreiben. “Ich sagte Markkula, dass ‘Annie’ ein klasse Projekt ist, dass man für 500 Dollar aber nicht viel machen kann”, erinnert sich Raskin später. “Gleichwohl steckte in dem Projekt etwas, von dem ich seit einiger Zeit geträumt habe, was ich Macintosh genannt habe. Im Kern ging es darum, etwas komplett aus der menschlichen Perspektive heraus zu entwickeln.”

    Im Herbst 1979 schrieb Raskin seinen Artikel “Computers by the Millions“, in dem er seine Vision eines Rechners für die Massen entwarf. Markkula bestand darauf, den Bericht als vertraulichen internen Report zu behandeln. Der Aufsatz wurde erst 1982 im SIGPC Newsletter, Vol. 5, No. 2, veröffentlicht.

    Raskin wählte einen völlig neuen Ansatz, denn bislang definierte stets das “technisch Machbare” das Design eines Computers. Der studierte Informatiker, der bei seiner Anstellung sein Diplom vor den Apple-Gründern verheimlichte (weil die Steve Wozniak und Steve Jobs Akademikern extrem misstrauisch begegneten), wollte einen Computer für den normalen Menschen auf der Straße bauen – und dieser durfte natürlich auch nicht unerschwinglich sein.

    Raskins Ausdruck von der “Person in the Street” wurde bei Apple zum geflügelten Wort, das mit PITS abgekürzt wurde. Der erste Entwurf von Raskin sah einen geschlossenen Computer inklusive Monitor, Tastatur und Drucker vor, der ohne externe Kabel auskommen sollte – und das alles für 500 Dollar. Dafür sollte der Macintosh aber nur mit einem winzigen 5-Zoll-Display, einer Billig-CPU (6809) und einem extrem eng bemessenen Hauptspeicher von 64 Kilobyte ausgestattet sein.

    Steve Jobs and Jef Raskin
    Steve Jobs and Jef Raskin

    Steve Jobs hatte sich zu diesem Zeitpunkt nicht besonders um das Macintosh-Projekt gekümmert – und Raskin versuchte in einer dunklen Vorahnung auch alles, um den Apple-Mitbegründer außen vor zu halten. Im Sommer 1980 bahnte sich jedoch gerade ein massiver Konflikt zwischen Jobs und Apple-President Mike Scott an, denn Scott wollte Jobs aus der konkreten Entwicklungsarbeit an dem neuen Lisa heraus drängen. Mit seinem launischen und zeitweise sehr aggressiven Führungsstil hatte Jobs viele Entwickler vor den Kopf gestoßen. Außerdem traute Scott ihm keine größere Management-Rolle zu und wollte ihn auf die weniger wichtige Rolle eines Firmensprechers und Promoters im Vorfeld des Apple-Börsenganges am 12. Dezember 1980 festlegen.

    Jef Raskin verließ Apple im Jahr 1982 und gründete die Firma Information Appliance, Inc., um sein Original-Konzept aus dem Macintosh-Projekt umzusetzen. Das Unternehmen brachte die “SwyftCard” auf den Markt, eine Firmware-Karte für den Apple II. Auf der Karte befand sich ein Programm-Paket, das auch auf Disk als SwyftWare angeboten wurde. Information Appliance offerierte später mit dem Swyft einen Laptop-Computer, der aber nur mäßigen kommerziellen Erfolg hatte. Raskin lizenzierte das Swyft-Design an Canon, die auf dieser Basis 1987 den Canon Cat baute.

    JJef Raskin mit einem Modell des Canon Cat

    Trotz der großen Aufmerksamkeit, die das innovative Interface des Canon cat erregte, blieb auch diesem Produkt der Durchbruch versagt. Raskin machte für diesen Fehlschlag auch Steve Jobs verantwortlich, der als Chef von NeXT Computer Canon zur Aufgabe des Cat-Projektes bewogen habe. Cat sei aber auch internen Rivalitäten bei Canon zum Opfer gefallen..

    In seinem Buch “The Humane Interface” beschrieb Raskin später seine Vision einer Computer-Schnittstelle für den Menschen, die sich an den humanen Bedürfnissen – und nicht an der Technik orientiert.

    Jef Raskin starb am 26. Februar 2005 im Alter von 61 Jahren.

  • Erste öffentliche Präsentation des Apple Macintosh durch Steve Jobs

    Steve Jobs präsentiert den Mac bei der BGS (30. Januar 1984)
    teve Jobs präsentiert den Mac bei der BGS (30. Januar 1984)

    Sechs Tage nach der ersten Präsentation des Apple Macintosh am 24. Januar 1984 vor einem geschlossenen Zuhörerkreis auf der Apple-Aktionärsversammlung im De Anza College Campus stellte Steve Jobs den Mac einer breiteren Öffentlichkeit an der US-Ostküste vor: Vor der Boston Computer Society wählte Jobs das gleiche Skript der Präsentation. In etlichen Details wich er aber von der ersten Mac-Demo ab. In Kalifornien saßen Apple-Mitarbeiter und die Investoren im Publikum, in Boston die Computer-Fans, die Jobs als Käufer für den Mac gewinnen wollte.

    Die Teilnehmer der Hauptversammlung waren Augenzeuge der historischen Premiere des Macs. Sie waren aber auch so etwas wie das Testpublikum für die Präsentation in Boston: In einer Q&A-Session kamen in Boston neben Jobs auch noch wichtige Mitglieder des Macintosh-Teams auf die Bühne, um Fragen zum Mac zu beantworten: Bill Atkinson, Steve Capps, Owen Densmore, Andy Hertzfeld, Bruce Horn, Rony Sebok, Burrell Smith und Randy Wigginton. Nur Apple-Mitbegründer Steve Wozniak wollte über den Apple IIgs sprechen.

    Quelle: Steve Jobs Unveils Mac at Boston Computer Society, Unseen Since 1984 | TIME.com
    http://techland.time.com/2014/01/25/steve-jobs-mac/#ixzz2rd8y3uko

  • Apple Macintosh – Von der Vision zum Launch (1980-1984)

    Apple Macintosh – Von der Vision zum Launch (1980-1984)

    Mac-History-Special: Apple Macintosh

    Am 24. Januar 1984 präsentierte Apple-Mitbegründer Steve Jobs auf der jährlichen Aktionärsversammlung im Flint Center Auditorium des De Anza Community College den ersten Macintosh-Rechner der Öffentlichkeit. Das Vertriebsteam von Apple war schon drei Monate zuvor auf einer Konferenz auf Hawaii auf den neuen Apple Macintosh eingeschworen worden. In einer Persiflage auf die TV-Show „The Dating Game“ priesen damals Microsoft-Chef Bill Gates sowie die IT-Unternehmer Mitch Kapor und Fred Gibbons die Vorzüge des Macs an.

    The Macintosh Software Dating Game (Oktober 1983)

    Poster zur Geburtstagsfeier des Macs
    Poster zur Geburtstagsfeier des Macs

    Zwei Tage vor dem offiziellen Launch des Macs auf dem Aktionärstreffen hatte Steve Jobs die erste öffentliche Publicity-Rakete mit einem Werbespot während des Super Bowl XVIII gezündet. Dem Football-Finale am 22. Januar 1984 hatten Millionen Football-Fans in den USA bereits seit Wochen entgegengefiebert. Aber bereits zur Halbzeit lagen die Los Angeles Raiders gegen die Washington Redskins deutlich mit 21:3 in Führung. Spannend wurde es erst wieder im dritten Viertel, als die knapp hundert Millionen TV-Zuschauer in einer Pause den außergewöhnlichen Werbespot von Apple zu Gesicht bekamen. In dem 60 Sekunden langen Film von Star-Regisseur Ridley Scott („Blade Runner“) wurde der erste Apple Macintosh angekündigt. Der Mac wurde aber nicht nur einfach als ein neuer Computer vorgestellt. Die Botschaft des Spots lautete: Diese Mascchine wird die Welt davor bewahren, dass die düstere Vision aus dem Roman „1984“ von George Orwell ausgerechnet im Jahr 1984 Wirklichkeit wird. „Big Brother“ IBM wird dank des Macintosh nicht die Regentschaft in der IT-Welt übernehmen.

    In dem Spot marschiert eine lange Reihe gesichtsloser Arbeiter wie Strafgefangene im Gleichschritt durch lange Röhren. Sie müssen sich in einer Halle sammeln und der Tirade des „Großen Bruders“ auf einem riesigen Monitor zuhören, der fanatisch Individualität und Meinungsfreiheit verdammt. Doch dann stürmt eine athletische junge Frau in die Halle – verfolgt von Sicherheitskräften. Sie schleudert einen Vorschlaghammer in den Monitor, der in tausende Stücke zerbirst. Die Arbeiter sitzen nun in einem grellen Licht und erwachen aus ihrer Apathie. Eine Laufschrift verkündet: „Am 24. Januar wird Apple Computer den Macintosh vorstellen. Und Sie werden sehen, warum 1984 nicht wie ‚1984’ wird“.

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  • Die Macintosh-Piraten – Wie Steve Jobs den ersten Apple Macintosh entwickleln ließ

    Steve Jobs (4) – Die Erleuchtung im Xerox PARC

    The pirate flog on building Bandley III
    Piraten-Flagge über dem Gebäude Bandley III

    Steve Jobs konnte sich schnell vom Misserfolg des Apple Lisa distanzieren, denn 1980 hatte ihm der damalige Geschäftsführer Mike Scott die Führung des Lisa-Teams verwehrt. In einem internen Wettstreit mit der Lisa-Truppe hatte Jobs daraufhin das noch junge Macintosh-Projekt von Jef Raskin übernommen und 5000 Dollar darauf gewettet, dass er mit dem Mac noch vor der Lisa auf den Markt kommen sollte. Zunächst ekelte er Raskin aus der Gruppe. Dann positionierte Jobs sein Team innerhalb von Apple als RebellenTruppe. Sie wollten es der Lisa-Truppe beweisen, die das Vertrauen der Geschäftsführung genoss.

    Über dem Gebäude der Mac-Entwickler „Bandley III“ flatterte eine Totenkopf-Flagge. „Es ist besser, ein Pirat zu sein, als in die Navy zu gehen“, sagte Jobs seinen Entwicklern. Apple-Investor Arthur Rock regte sich über die Aktion mächtig auf: „Die Flagge zu hissen, war mächtig blöd. Sie erklärte dem Rest der Firma, ihr taugt nichts.“

    Das Macintosh-Team unter der Piratenflagge
    Das Macintosh-Team unter der Piratenflagge

    Jobs hatte ein Dream-Team genialer Programmierer und Ingenieure um sich versammelt, das er wie ein Sektenführer mit Schmeicheleien und Brüllattacken zu immer neuen Höchstleistungen antrieb. Doch die ständig neuen Anforderungen von Jobs verzögerten das Mac-Projekt immer wieder, sodass der Apple-Mitbegründer seine Wette gegen das Lisa-Team verlor. Erst am 24. Januar 1984 war es so weit. Der Mac war fertig.

    Zur öffentlichen Präsentation des neuen Computer-Modells rezitierte Jobs „The Times They Are A-Changin“ von Bob Dylan:

    Kommt, Schreiber und Kritiker
    Die ihr mit der Feder prophezeit
    Und haltet die Augen offen
    Die Chance kommt nicht wieder
    Und redet nicht zu früh
    Denn das Rad dreht sich noch
    Und keiner kann jetzt schon sagen, wen es benennen wird
    Denn der jetzige Verlierer wird später gewinnen
    Denn die Zeiten ändern sich

    Dass die Launch-Feier des Macs formal eine Aktionärsversammlung von Apple war, rückte bei diesem Auftritt in den Hintergrund. Der 29 Jahre alte Unternehmensgründer konnte sich diese Freiheit herausnehmen. Sein Feindbild war IBM. Der Ostküsten-Konzern wollte mit dem IBM-PC den Markt der Personal Computer erobern, der erst durch Firmen wie Atari, Commodore und natürlich Apple entstanden war. IBM war für den Apple-Mitbegründer identisch mit dem „Big Brother“ aus George Orwells Roman „1984“, der mit allen Mitteln seine alte Vorherrschaft aus der Mainframe-Ära in das zunächst komplett unterschätzte Zeitalter der Personal Computer hinüberretten wolle.

    „1984“ – Der berühmteste Fernseh-Werbespot aller Zeiten

    Im berühmtesten TV-Werbespot aller Zeiten setzte Regisseur Ridley Scott diese Vision der geknechteten IBM-Anwender, die durch den Mac befreit würden, optisch um. Der Mac sollte in dem Clip beweisen, warum Big Brother IBM nicht die Welt dominieren, warum „1984 nicht 1984“ sein würde.

    Jobs war sichtbar stolz auf das Erreichte und führt dies auf die breit angelegte Begabung seiner Mitarbeiter zurück: „Ein Teil des Macintosh-Erfolgs bestand darin, dass die Leute, die daran gearbeitet haben, Musiker, Dichter, Künstler, Zoologen und Historiker, zufällig auch die besten Computerwissenschaftler der Welt waren“, sagte er 1995 in einer Dokumentation des US-Fernsehsenders PBS.

    Weiterlesen: Teil 6: Das Dynamic Duo bricht entzwei – Neustart mit Pixar

  • Die Geschichte des Apple Macintosh – Die Maus

    Vom Labor auf den Schreibtisch
    (Aktualisiert Nov. 2011)

    Mit dem Apple Macintosh wurde auch die erste Computermaus entwickelt, die in Massen produziert werden konnte. Der Designentscheidung gingen heftig geführte Kontroversen voraus.

    Ein Maus-Entwurf aus Holz von Doug EngelbartWo wurde die Computermaus erfunden? Bei Apple? Nein. Im Forschungszentrum Xerox PARC? Stimmt auch nicht, auch wenn dies häufig behauptet wird. Den Ruhm als Erfinder der Computermaus kann der legendäre kalifornische Wissenschaftler und Tüftler Doug Engelbart für sich beanspruchen. In den 60er Jahren beschäftigte sich der ehemalige Navy-Radartechniker am Stanford Research Institute (SRI) in Menlo Park mit der “Erweiterung des menschlichen Intellekts”.

    Die legendäre Demo der ersten Computermaus von Douglas Engelbart aus dem Jahr 1968 (9 Teile)


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