Schlagwort: Apple II

  • Teil 3: Die Gründung von Apple und erster Erfolg mit dem Apple II

    Steve Jobs (2): Die Suche nach dem Sinn des Lebens

    Mit einem gewissen Sinn für Humor gründeten Jobs und Wozniak die Firma Apple Computer am „April Foolsday“, dem 1. April 1976. Für das notwenige Startkapital von 1000 Dollar verkaufte Wozniak seinen programmierbaren Taschenrechner HP 65 für 500 Dollar, Jobs setzte die Erlöse aus dem Verkauf seines VW-Busses ein.

    Steve Jobs and Steve Wozniak using Apple 1 computer system, ca. 1976
    Steve Jobs und Steve Wozniak mit einem Apple I, um 1976

    Der dritte Firmengründer, Ron Wayne, sollte als Erwachsener vom Dienst für eine ordentliche Buchführung sorgen. Er erhielt dafür immerhin zehn Prozent der Firmenanteile, die beiden Steves jeweils 45 Prozent. Doch Wayne stieg schon nach wenigen Wochen wieder aus, weil dem Familienvater das Haftungsrisiko zu unüberschaubar war und er etwas mehr zu verlieren hatte als die beiden Steves. Die Rolle des erwachsenen Aufsehers übernahm dann später der Millionär Mike Markkula. Er investierte eine Viertelmillion Dollar in das Start-up, um die Produktion und Vermarktung des Apple II zu finanzieren.

    Durchbruch mit dem Apple II

    Steve Wozniak war das Hardware-Genie. Treibende Kraft bei der Vermarktung war Woz’ dynamischer Kompagnon Steve Jobs. Er war von Woz technischen Fähigkeiten fasziniert, auch weil er selbst nie in der Lage gewesen wäre, einen Computer wie den Apple II selbst zu konstruieren. Doch er sah seinen Freund auch kritisch: „Woz ist in mancher Hinsicht brillant, hat aber viel von einem Fachidioten, denn er war richtig verklemmt, wenn er mit Menschen, die er nicht kannte, verhandeln musste“, meinte Jobs und zog gegenüber seinem Biografen Isaacson die Bilanz: „Wir waren ein gutes Team.“ Wozniak hingegen war von der Geschäftstüchtigkeit seines Freundes beeindruckt: „Ich wollte nie mit Menschen verhandeln müssen und diplomatisch sein, Steve jedoch konnte Leute anrufen, die er nicht kannte, und sie dazu bringen, etwas zu tun“, sagte Wozniak. „Er konnte schroff gegenüber Menschen sein, die seiner Ansicht nach nicht klug waren, aber mich behandelte er nie grob.“

    Woz hätte sich auch zufrieden gegeben, wenn der Apple II als Bausatz vertrieben worden wäre. Doch Jobs verlangte ein komplettes Produkt in einem glatten hellen Plastikgehäuse, ähnlich wie bei einer Cuisinart-Küchenmaschine. Außerdem forderte Jobs eine Stromversorgung mit einem aufwendigen Schaltnetzteil, die einen Ventilator überflüssig machte und nervte Wozinak damit, dass die Linien auf der Platine des Apple II gerade verlaufen mussten. Der Riesenaufwand lohnte sich: Der von Woz entwickelte Apple II war der erste Personal Computer, der ein Massenpublikum fand.

    A screenshot of Visicalc
    Screenshot von Visicalc

    Der Verkaufserfolg wurde vorangetrieben durch VisiCalc, der ersten Tabellenkalkulation für einen Mikrocomputer. „Von einer monatlichen Stückzahl von 1000 schossen wir plötzlich hoch auf 10 000“, erinnert sich Woz. „Meine Güte, ging das alles schnell! In den Jahren 1978 und 1979 wurden wir immer erfolgreicher. 1980 waren wir das erste Unternehmen, das eine Million Computer verkaufte.“

    Der Börsengang von Apple Computer (1980)

    Am 12. Dezember 1980 ging die Apple Computer Inc. an die Börse. Steve Jobs wurde mit dem Börsengang zum Multimillionär, denn Apple wurde nun mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Vergessen waren die schwierigen Zeiten, in denen er seinen Freund Woz übervorteilt und ihm bei einem Programmier-Job für Atari den gerechten Anteil an dem Honorar vorenthalten hatte. Jobs besaß jetzt 7,5 Millionen Apple-Aktien im Wert von 217 Millionen Dollar.

    Aber auch Woz konnte alle wirtschaftlichen Probleme vergessen. Ihm wurden vier Millionen Aktien (116 Mio. Dollar) zugeteilt. Der Apple-Mitbegründer gab einen Teil seiner Aktien an andere Apple-Mitarbeiter ab, die bei der Vergabe der Firmenanteile leer ausgegangen waren. Mike Markkula war darauf nicht angewiesen: Sein Anteil von sieben Millionen Aktien war 203 Millionen Dollar schwer.

    Steve Jobs betonte, das Geld habe ihm gar nicht so viel bedeutet: „Mit 23 Jahren besaß ich schon über eine Million Dollar. Und über zehn Millionen Dollar, als ich 24 war. Und über 100 Millionen Dollar, als ich 25 Jahre alt war“, sagte Jobs 1995 in einem Interview. „Es war nicht so wichtig, weil ich es niemals wegen des Geldes getan habe.“

    Weiterlesen: Teil 4 – Die Erleuchtung im Xerox PARC

  • Apple I und Apple II

    Apple I und Apple II

    Apple I

    Apple II

    CPU

    CPU

    CPU: MOS Technology 6502 CPU: MOS Technology 6502
    CPU Speed: 1 MHz CPU Speed: 1 MHz
    FPU: none FPU: none
    Bus Speed: 1 MHz Bus Speed: 1 MHz
    Data Path: 8 bit Data Path: 8 bit
    Onboard RAM: 8 kB ROM: 12 kB
    Maximum RAM: 32 kB RAM slots: 1st expansion slot can be used
    Expansion Slots: 8 proprietary
    Video Video
    VRAM: 1 kB
    Max Resolution: 60.05 Hz, 40×24 char Max Resolution: 6 color at 280×192, 4-bit color at 40×48
    Storage
    Floppy Drive: optional
    Input / Output
    Serial: optional expansion card
    Speaker: mono
    Miscellaneous Miscellaneous
    Codename: ? Floppy Drive: optional
    Power: 58 Watts Codename: ?
    Introduced: April 1976 Introduced: 1977
    Terminated: 1977 Terminated: 1980

    Apple I

    Der Apple I war ein von Steve Wozniak entwickelter Computer für Heimanwender, welcher zum ersten Computermodell der Firma Apple Computer wurde. 1975 arbeitete Steve Wozniak für den Computerhersteller Hewlett-Packard, wo er erkannte, dass die Kosten für die Komponenten eines Computer so weit gefallen waren, dass sich ein Computer für Heimanwender verwirklichen lassen müsste. An dieser Idee begann er mit seinem Freund Steve Jobs in den kommenden Monaten zu arbeiten.

    Apple I
    Apple I

    Der Apple I wurde am 1. April 1976 auf einem Treffen des Homebrew Computer Club vorgestellt und war der damals erste Einplatinenrechner. Er war ausgestattet mit einer Videoschnittstelle (die auf schwarz-weißen Text beschränkt war), 8 KByte dynamischen RAM, einer Tastatur und dem Mikroprozessor 6502 von Rockwell International (produziert von MOS Technologies). Das Video-System war auf eine sehr eigenwillige Weise aufgebaut, es nutzte Schieberegister als Bildschirmspeicher, da diese damals noch billiger waren als die gleiche Menge dynamisches RAM.

    Der eigentliche Rechner wurde in Einzelteilen geliefert und musste vom Besitzer zusammengesetzt werden, der außerdem noch ein Netzteil, eine Tastatur, einen Bildschirm, und wenn gewünscht ein Gehäuse zukaufen musste. Als einziges Peripheriegerät gab es ein Kassetten-Interface, mit dem sich in Kombination mit einem herkömmlichen Kassettenrecorder Programme auf Audiokassetten speichern und von diesen wieder laden ließen. Nur mit diesem Interface ließ sich die Integer BASIC-Programmiersprache nutzen, die damals noch Apple BASIC genannt wurde; denn der Interpreter musste von Kassette hinzugeladen werden, da er sich noch nicht im ROM befand. Ohne das Interface konnte der Computer lediglich über einen Maschinensprachemonitor programmiert werden.

    Die Idee des mit einem Gehäuse aus Holz versehenen Apple I wurde nach der Vorstellung des Rechners von dem lokalen Computerhändler The Byte Shop aufgegriffen, welcher bei Wozniak und Jobs 100 Geräte bestellte. Diese 100 Geräte mussten aber voll aufgebaut geliefert werden – das war die Bedingung des Byte Shops.

    Insgesamt wurden über einen Zeitraum von zehn Monaten circa 200 Apple I zu einem Einzelpreis von 666,66 US-Dollar verkauft; danach wurde der Apple I durch den nicht kompatiblen Apple II abgelöst, der zum Welterfolg wurde.

    Wegen der geringen Stückzahl und dem späteren Welterfolg der Firma Apple gehört der Apple I heute zu den teuersten Sammlerstücken im Computerbereich. Vier bis fünfstellige Preise in US-Dollar sollen gezahlt worden sein.

    Nachbau

    Ein kompatibler Nachbau des Apple 1, genannt Replica I wurde 2003 von Vince Briel gebaut. Als Ersatz für die diskrete Transistor-Transistor-Logik (TTL) und nicht mehr erhältliche Bausteine wurden zwei Mikrocontroller verwendet. Der Verkaufspreis des Bausatzes beträgt etwa 160 US Dollar. Die Verwendung der Original Software wurde von Steve Wozniak genehmigt.

    Literatur

    Linzmayer, Owen W. (2000), Apple – streng vertraulich!, Midas Management Verlag AG, CH-8004 Zürich, Copyright © 2000, ISBN 3-907100-12-3
    Owad, Tom (2005). Apple I Replica Creation: Back to the Garage. Rockland, MA: Syngress Publishing, Copyright © 2005, ISBN 1-931836-40-X

    Weblinks

    Apple I Artikel bei Apple-History.com
    8-Bit-Nirvana: Apple I
    Replica 1 ein Clone des Apple I Computers
    A-ONE ein weiterer Clone des Apple I Computers
    Apple I User Club
    Der Ur-Vorgänger des Mac: Apple I

    Zitiert aus Artikel Apple I. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Apple_I&oldid=49593809
    Datum des Abrufs: 14. September 2008, 12:05 UTC

    Apple II

    Der Apple II ist der Nachfolger des Apple I und wurde von Steve Wozniak entwickelt und von Steve Jobs (beide Gründer von Apple) ab April 1977 vermarktet. Bald erschienen diverse illegale Apple-Clones, auch von Heimwerkern selbst gebaute, da in den frühen Apple-II-Modellen nur leicht erhältliche Standard-Chips verwendet wurden. Legale Clones zu bauen war fast unmöglich, da Apple die Firmware nicht lizenzierte (außer ITT 2020), und, da noch keine saubere Einsprungtabelle existierte, die Entwicklung einer kompatiblen, aber nicht identischen Firmware im Gegensatz zum späteren IBM-PC schwierig war. Erst Mitte der 1980er Jahre kam mit dem Laser 128 ein weitgehend kompatibler und zugleich legaler Clone auf den Markt.

    Die Apple-II-Reihe wurde von 1977 bis 1993, also etwa 16 Jahre, gebaut. In dieser Zeit wurden über zwei Millionen Original Apple-II-Computer hergestellt. Die ungezählten Nachbauten dieser Baureihe sind in dieser Zahl nicht erfasst.

    Die Baureihe war so erfolgreich, weil der Rechner ein offenes System war. Man konnte für die Slots des Apple II die unterschiedlichsten Karten kaufen oder sogar selbst zusammenlöten. Es gab Speichererweiterungskarten, Steuerungskarten (Hobby: z. B. auch für Fischertechnik-Baukästen, aber auch für die Industrie/Forschung: I/O-Karten), Grafikkarten usw.

    Die Software für den Apple war meist innovativer als bei der Konkurrenz. Das Programm VisiCalc war die erste Tabellenkalkulation für Microcomputer überhaupt. Das Programm AppleWorks war das erste Programm, das eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation und eine Datenbank in einem Programm vereinigt hat.

    Der Apple II gehörte (zusammen mit den gleichzeitig vorgestellten Commodore PET 2001 und Tandy TRS-80) zu den ersten drei Mikrocomputern, die nicht als Bausatz, sondern als fertige Geräte verkauft wurden. Üblich war es zur damaligen Zeit, dass sich der Käufer zumindest selbst um eine passende Tastatur und einen Monitor kümmern musste, teilweise wurden auch nur nackte Platinen ohne Netzteil und Gehäuse als Computer verkauft (so wie das erste Apple Modell, der Apple I).

    Artikel Apple II. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. Mai 2008, 00:53 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Apple_II&oldid=46173222 (Abgerufen: 29. Mai 2008, 20:46 UTC)

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