Wie Mike Markkula die Erfolgsgeschichte von Apple erst möglich gemacht hat
Steve Jobs und Steve Wozniak sind in die Computer-Geschichte als die Gründer von Apple Computer eingegangen. Einer breiteren Öffentlichkeit blieb dabei verborgen, dass im Hintergrund ein Mann wirkte, ohne den es den Erfolg von Apple nie gegeben hätte. Die Rede ist nicht vom dritten Apple-Gründer Ronald Wayne, der nach knapp zwei Wochen schon wieder ausstieg und seinen Anteil von zehn Prozent wieder zurückgab, sondern von Mike Markkula, der als Investor und Manager eine maßgebliche Rolle bei Apple spielte.
Im Herbst 1976 suchte Jobs nach Investoren, um die Produktion des neu entwickelten Apple II finanzieren zu können – und landete nach einer kurzen Odyssee bei Mike Markkula. Dieser hatte bereits als junger Mann bei Fairchild und Intel durch Aktien-Optionen ein Millionenvermögen angehäuft und sich mit 32 Jahren aus der Halbleiter-Industrie in ein Leben als „Privatier“ verabschiedet.
Atari-Gründer Nolan Bushnell lehnte 1976 eine Investition in Apple ab
Der Finanzbedarf der Garagenfirma Apple war – zumindest aus der Perspektive der mittellosen Gründer – enorm: Allein für die Fertigung des Plastikgehäuses hatte Jobs ein Investitionsvolumen von 100.000 Dollar kalkuliert. Insgesamt benötigte die junge Firma über 200.000 Dollar, um den von Steve Wozniak („Woz“) konstruierten Apple II Wirklichkeit werden zu lassen. Jobs fragte zunächst Nolan Bushnell, den Gründer von Atari, ob er nicht für 50.000 Dollar ein Drittel der Anteile von Apple übernehmen wolle. Schließlich hatte Bushnell Jobs einige Jahre zuvor bei Atari eingestellt – wegen seiner fehlenden sozialen Kompetenz war der junge Mann allerdings in die Nachtschicht bei Atari verbannt worden. „Ich war so schlau, Nein zu sagen“, erinnerte sich Bushnell gegenüber Steve-Jobs-Biograf Walter Isaacson später mit einem sarkastischen Unterton an die verpasste Chance seines Lebens. „Es ist irgendwie lustig, daran zu denken, wenn mir nicht gerade die Tränen kommen.“
Apple wurde am 1. April 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne gegründet. Wayne zog sich bereits bereits elf Tage später aus der Garagenfirma wieder zurück, weil er das finanzielle Risiko scheute.
Der dritte Apple-Gründer Ronald Wayne
1976: Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak Foto: Apple
Wie wurde Apple bekannt?
Apple hat mehrfach in der Computer- und Elektronik-Geschichte wichtige Meilensteine gesetzt. Der von Steve Wozniak erfundene Apple II (1977) war der erste kommerziell erfolgreiche Personal Computer. Mit dem Apple Macintosh (1984) brachte Apple die grafische Bedienungsoberfläche für Computer auf den Massenmarkt. Mit dem Macintosh wurde Desktop Publishing populär. Der iMac (1998) setzte als All-in-One-Computer im Designerlook einen Meilenstein. Der iPod (2001) und der iTunes Music Store revolutionierten den Musikmarkt. Der größte Erfolge von Apple ist das iPhone, das 2007 seine Premiere erlebte. Das iPad (2010) ist der erfolgreichste tablet Computer. Und mit der Apple Watch (2014) hat Apple die erfolgreichste Computeruhr im Programm.
Die Meilensteine von Apple, vom Apple II bis zur Apple Watch
Woher kommt die Firma Apple?
Cupertino, Kalifornien, Vereinigte Staaten. Der eigentliche Gründungsort, die Garage der Eltern von Steve Jobs, gehört inzwischen zur Gemeinde Los Altos (damals noch Sunnyvale): 2066 CristDrive, 94024 Los Altos, Kalifornien, USA. Offizielle Firmen-Adresse ist heute das neue Apple-Hauptquartier: Apple-Campus, Cupertino, CA 95014, USA.
Apple Campus 2
Das Besucherzentrum des neuen Apple-Campus hat folgende Adresse: 10600 North Tantau Avenue. Cupertino, CA 95014, USA. Der erste Apple-Campus, der von Apple weiterhin genutzt wird liegt an der One Infinite Loop Cupertino, CA 95014, USA.
Wann gab es den ersten Mac?
Der erste Apple Macintosh 128k wurde am 24. Januar 1984 von Apple-Mitbegründer Steve Jobs vorgestellt. Der Werbespot „1984“ für den Mac wurde beim Super Bowl XVIII aufgeführt.
Warum ist das Logo von Apple ein Apfel? Wer hat das Apple Logo erfunden?
Das heute bekannte Logo einer Apfelsilhouette mit Biss wurde 1977 vom Designer Rob Janoff entworfen. Das Design enthält ein subtiles Wortspiel: „beißen“ heißt im Englischen „to bite“, was wiederum klingt wie Byte, eine Maßeinheit der Computertechnik.
Das erste Apple-Logo hatte noch Mitbegründer Ron Wayne entworfen. Es war eine Art Kupferstich und man sah Newton unter dem Apfelbaum sitzend, die Grafik dazu entwickelte Ron Wayne, einer der drei Gründer von Apple. Der damalige Slogan lautete: „Newton… A Mind Forever Voyaging Through Strange Seas of Thought … Alone.” Doch der Entwurf zu dem Logo wurde bald verworfen, denn auch Steve Jobs empfand den Entwurf veraltet und nicht zeitgemäß. (Siehe auch: Die Geschichte vom Apple Logo)
Wie heißt das Betriebssystem von Apple?
Aktuelles Logo macOS (2019)
Das System heißt macOS. Anfang hatte das Betriebsystem des Apple Macintosh gar keinen eigenen Namen. Vor 1997 hieß es nur „System“ oder „Macintosh System Software“. Ab 1997 bekam die Software einen Markennamen (Mac OS) und ein Logo.
Mac OS (ab 1997)
Die Versionen, die 1998 aus NeXTStep entwickelte wurden, hießen Mac OS X, gefolgt von einem Raubtiernamen.
Mac OS X 10.0 Cheetah
Mac OS X 10.1 („Puma“)
Mac OS X 10.2 („Jaguar“)
Mac OS X Panther 10.3
Mac OS X Tiger 10.4
Mac OS X Leopard 10.5
Mac OS X Snow Leopard 10.6
Mac OS X Lion 10.7
OS X Mountain Lion 10.8
Das 2013 vorgestellte OS X Mountain Lion 10.8 kam ohne das Wort Mac aus. Ein Jahr später schwenkte Apple von Raubtiernamen auf Landschaften in Kalifornien um.
OS X Mavericks 10.9
OS X Yosemite 10.10
OS X El Capitan 10.11
macOS Sierra 10.12
macOS High Sierra 10.13
macOS Mojave 10.14
Seit macOS Sierra 10.12 (2016) trägt das Macintosh-Betriebssystem auch wieder as Wort Mac im Namen, in der offiziellen Schreibweise macOS.
Wann kam Steve Jobs zu Apple zurück?
Gil Amelio und Steve Jobs (1997)
Am 20. Dezember 1996 kündigte der damalige Apple-CEO Gil Amelio an, dass Apple auf der Suche nach einem neuen Betriebssystem sich für NeXT entschieden hat und deshalb die Firma von Steve Jobs kauft. Jobs kehrte im Januar 1997 zunächst als „Teilzeitberater“ zurück, verdrängte aber bereits im September 1997 Amelio von der Firmenspitze, zunächst als „Interimschef“ oder „iCEO“. Jobs hatte 1985 selbst einen internen Machtkampf mit dem damaligen Apple-Chef John Sculley verloren und das Unternehmen verlassen. 1986 gründete Jobs mit der Firma NeXT Computer ein weiteres Computerunternehmen. Parallel zur NeXT-Gründung investierte Jobs 1986 zehn Millionen Dollar, um das Computertrickfilm-Studio Pixar aus der Lucasfilm-Grafikabteilung von George Lucas herauszukaufen. Jobs wurde vor allem durch Pixar (im Rahmen der Übernahme durch Disney) zum Milliardär.
Wem gehört die Firma Apple?
Apple ist ein an der Börse notiertes Unternehmen. Die Firma gehört den Aktionären. Die größten institutionellen Investoren sind (Stand Februar 2019):
Top-Investoren
Anteil
Vanguard Group, Inc. (The)
7 %
Blackrock Inc.
6 %
Berkshire Hathaway, Inc
5 %
State Street Corporation
4 %
FMR, LLC
2 %
Northern Trust Corporation
1 %
Geode Capital Management, LLC
1 %
Norges Bank Investment Management
1 %
Invesco Ltd.
1 %
Bank Of New York Mellon Corporation
1 %
Top-Investmentfonds
Anteil
Vanguard Total Stock Market Index Fund
2 %
Vanguard 500 Index Fund
2 %
SPDR S&P 500 ETF Trust
1 %
Vanguard Institutional Index Fund-Institutional Index Fund
Der Besuch von Steve Jobs im Forschungszentrum Xeorx PARC und seine Folgen
Nicht nur im inzwischen beigelegten Patentstreit zwischen Apple und Samsung behaupteten Kritiker, Apple-Mitbegründer Steve Jobs habe es in der Vergangenheit mit dem Schutz des geistigen Eigentums nicht all zu ernst genommen und sich immer wieder großzügig bei anderen Firmen und Erfindern bedient. So habe Apple bei der Entwicklung des Macintosh Ideen kopiert, die zuvor im Forschungslabor Xerox PARC ausgebrütet worden waren. Legende oder Wahrheit?
(zuletzt aktualisiert: 8. März 2019)
Der Eingang zum Xerox PARC in den achtziger Jahren
Die Geschichte von Xerox PARC
Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein kurzer Blick in die Geschichte von Xerox PARC. Das legendäre kalifornische Forschungslabor wurde im Sommer 1970 von Xerox gegründet. Xerox war damals bereits ein sehr etablierter Player im High-Tech-Geschäft. In den USA steht der Name “Xerox” für das Fotokopieren, so wie in unseren Breiten “Tempo” für ein Papiertaschentuch oder “Tesa” für einen Klebefilm. Schließlich hatte die Xerox Corp. bereits 1950 als erstes Unternehmen der Welt die von dem amerikanischen Physiker und Juristen Chester F. Carlson erfundene “Xerographie” in ein funktionierendes Produkt umgesetzt. Carlson erhielt bereits 1937 das Patent auf ein Verfahren, das er „Elektrophotographie“ nannte. Am 22. Oktober 1938 folgte die Premiere in der Praxis: Mit Hilfe einer mit Schwefel beschichtete Metallplatte und einer Lampe übertrug Chester den Schriftzug „10.-22.-38 Astoria“ auf ein Wachspapier.
Die erste Fotokopie
Ende der 60er Jahre sah das Xerox-Management die Gefahr, dass japanische Firmen den technologischen Vorsprung von Xerox einholen könnten. Das hing auch damit zusammen, dass wichtige Patente von Xerox ausliefen. Außerdem befürchtete die Xerox-Spitze, dass mit den kommenden Computer-Generationen das “papierlose Büro” entstehen könne, in dem Xerox keinen Platz mehr hat. Vor diesem Hintergrund wurde das Xerox Palo Alto Research Center (PARC) in Kalifornien gegründet.
Eine der bekanntesten Forscher am PARC war Alan Kay. Er kam 1970 zu dem Xerox-Forschungsteam. „Was wird ihre wichtigste Errungenschaft hier sein?“, wurde er während des Einstellungsgesprächs gefragt. Seine Antwort: „Der Personal Computer.“ „Was ist das?“, lautete die Gegenfrage. Kay klappte sein Notizbuch auf und skizzierte seine Vision: „Ein Rechner dieser Größe, mit einem Bildschirm, einer Tastatur und genug Power, um ihre Post zu speichern und ihre Musik, Bilder und Bücher.“ Kay stieß mit diesem Zukunftsentwurf bei Xerox zwar auf Unverständnis, konnte aber dennoch im PARC an seiner Vision eines Dynabooks arbeiten.
Die Wissenschaftler und Ingenieure am PARC waren nicht durch Alltagszwänge eingeengt: John Warnock, ehemaliger Forscher bei Xerox PARC und später einer der beiden Gründer von Adobe Systems, erinnert sich in der TV-Doku „Triumph of the Nerds“: „Die Atmosphäre hier war wie elektrisiert, es herrschte totale intellektuelle Freiheit. Es gab keinen ‚gesunden Menschenverstand‘, fast jede Idee wurde als Herausforderung angesehen und wurde regelmäßig hinterfragt.“ Auch Larry Tessler, der später bei Apple den Macintosh und den Newton PDA mit entwickelte, genoss in den 70er Jahren die Freiheiten im PARC: „Das Management sagte: Geht los und erschafft die neue Welt, wir verstehen sie nicht. Hier waren Leute mit vielen Ideen und einem enormen Talent versammelt, jung und energiegeladen.“ Das Problem war nur, dass sich später die Unternehmensführung an der Ostküste der USA nur wenig für die Forschungsergebnisse aus dem PARC interessierte, wenn sie nicht im engeren Sinne mit Fotokopierern zu tun hatten.
Allerdings konnte man diese Wundermaschine nicht frei auf dem Markt kaufen. Es wurden schätzungsweise 1500 Stück davon produziert. 1000 setzte Xerox selbst intern ein, der Rest ging an Universitäten und Behörden.
In der Business-Development-Abteilung von Xerox, der Xerox Development Corporation (XDC), wurde immerhin der Erfolg des Apple II wahrgenommen. Die von Steve Wozniak konstruierte Maschine war preiswert und verkaufte sich in dem noch jungen Markt für Personal Computer hervorragend. Da Xerox selbst Produktionsprozesse hatte, die vergleichsweise teuer waren, interessierten sich Xerox-Manager aus dem Osten für Apple und knüpften die ersten Kontakte.
Die Xerox Development Corporation (XDC) wollte in Apple investieren. Das Startup war damals noch nicht an der Börse und er zeichnete sich ab, dass es nicht mehr viele Gelegenheiten geben sollte, vor dem Apple-Börsengang Anteile zu erwerben.
Ein Interesse zur Zusammenarbeit bestand auch bei Apple, allerdings (zunächst) nicht bei Steve Jobs. Apple-Ingenieur Jef Raskin, der bereits 1979 mit dem Macintosh-Projekt beauftragt war, stand in regelmäßigen Kontakt mit den PARC-Forschern und sah die interessanten Entwicklungen dort. Er versuchte, das Apple-Management davon zu überzeugen, dass für die Entwicklung des Apple Lisa eine grafische Benutzeroberfläche wie beim Alto eingesetzt werden sollte.
Raskin sagt, er habe Jobs in das PARC führen wollen, doch wegen der persönlichen Abneigung gegen Raskin habe Jobs einfach nicht auf die Offerte eingehen wollen. Außerdem bezweifelte er, dass aus einer größeren Organisation wie Xerox überhaupt etwas Interessantes entstehen könne. Raskin hatte bereit 1976 Xerox PARC drei Mal besucht. Erst mit der Hilfe von Bill Atkinson konnte Raskin Jobs davon überzeugen, sich im Dezember 1979 auf den Weg ins PARC zu machen.
Die Eintrittskarte zum Xerox PARC
Doch umsonst wollte sich Xerox nicht in die Karten schauen lassen. Die XDC und Jobs einigten sich darauf, dass Apple 100.000 (noch nicht öffentlich gehandelte) Aktien zum Stückpreis von 10,50 US-Dollar an Xerox verkaufen würde. Hätte die Xerox die Aktien bis heute (März 2019) gehalten, wären aus den 100.000 Anteilen von damals nach vier Aktien-Splits in den Jahren 1987, 2000, 2005 und 2014 genau 5,6 Millionen Apple-Aktien geworden, die nun knapp 10 Milliarden Dollar wert sind. Vermutlich hat Xerox nicht einen so langen Atem gehabt, sondern sich früher von den Anteilen getrennt. Man kann aber nicht sagen, dass Steve Jobs und seine Leute ohne Ticket das Xerox PARC besucht haben.
Mit der Eintrittskarte des umfassenden Business-Agreements in der Hand rückten Steve Jobs, Apple-President Mike Scott, Bill Atkinson und etliche Mitglieder der Entwickler-Teams an. Wer genau an den beiden Treffen teilgenommen hat, lässt sich im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren, weil es widersprüchliche Aussagen dazu gibt. „Was wir in diesen anderthalb Stunden bekommen haben, war Inspiration“, sagte später Atkinson. „Außerdem unterstützte uns die Demo in unserer Überzeugung, dass der grafikorientierte Ansatz bei der Bewältigung von Computer-Aufgaben dazu beitragen würde, diese Geschäftscomputer zugänglicher zu machen.“
Der so mühsam zustande gekommene Besuch bedeutete jedenfalls im Leben des Steve Jobs ein Wendepunkt: Die drei Technologien, die der 24jährige dort sah, waren jede für sich revolutionär: die erste grafische Benutzeroberfläche für Computer, vernetzte Alto-Rechner, die E-Mails austauschen können und Objektorientiertes Programmieren.
Noch 17 Jahre nach diesem Besuch konnte sich Jobs genau erinnern: „Ich war total geblendet von dem ersten Ding, das sie mir zeigten: Die grafische Benutzeroberfläche. Ich dachte, das ist das beste Ding, was ich je in meinem Leben gesehen habe. Es hatte noch viele Schwächen. Was wir sahen war unvollständig. Sie hatten eine ganze Reihe Sachen falsch gemacht. Aber zu der Zeit wussten wir das nicht. Aber dennoch: Sie hatten den Keim der Idee geschaffen, und sie hatten es sehr gut gemacht. Und innerhalb von zehn Minuten war mir klar, dass eines Tages alle Computer so arbeiten würden.“
Adele GoldbergXerox Alto (1973 Prototyp Workstation)
Jobs entschloss sich, die Strategie von Apple neu auszurichten und voll auf das im Xerox PARC gesehene „Graphical User Interface“ (GUI), die grafische Bedienungsoberfläche, zu setzen. Adele Goldberg, damals Forscherin im PARC, ahnte schon, dass der Besuch von Jobs weit reichende Folgen haben wird: „Er kam zurück und (…) verlangte, dass sein ganzes Programmierteam eine Demo vom Smalltalk System bekommt. Und der Leiter des Forschungszentrums bat mich, die Demo zu geben, weil Steve extra darum gebeten hatte. Aber ich sagte ‚Nein‘. Ich hatte einen großen Streit mit diesen Xerox Managern, denen ich erzählte, dass sie gerade ihr Tafelsilber weggäben. Ich sagte, ich würde es nur tun, wenn sie es anordnen würden. Denn dann würden sie selbst verantwortlich sein. Und genau das taten sie dann auch.“
Larry Tesler, der damals als PARC-Angestellter an der Demo teilnahm, war von den Besuchern fasziniert: „Nach einer Stunde verstanden sie die Technologie unserer Demos und was sie bedeuteten besser als jeder Xerox-Manager nach all den Jahren, in denen wir sie ihnen gezeigt hatten.“
„Xerox könnte heute die gesamte Computerindustrie besitzen“, sagte Steve Jobs 1996. „Sie könnten heute ein zehnmal so großes Unternehmen sein. Sie könnten IBM sein- sie hätten das IBM der 90er Jahre sein können. Sie hätten das Microsoft der 90er sein können.“
Nach dem Tod von Steve Jobs im Herbst 2011 erinnerte sich Tesler in einer Gesprächsrunde im Tech Museum in San Jose an den legendären Besuch des Apple-Mitbegründers im PARC:
Larry Tessler erinnert sich an den Besuch von Steve Jobs
Teslers Kollegin Adele Goldberg sagte später dem Buchautor Michael Hiltzik, sie habe vor dem Besuch des Apple-Truppe nichts von der geschäftlichen Vereinbarung zwischen Apple und Xerox gewusst und sich deshalb so vehement gegen eine umfassende Demo der PARC-Projekte gewehrt.
Das Macintosh-Team nahm zwar die Ideen aus dem PARC auf, kopierte das System aber nich 1:1. So veränderten die Apple-Programmierer viele Funktionsweisen und fügten etliche neue Features hinzu. So kannte der Xerox Alto beispielsweise keine Menüs, die vom oberen Bildschirmrand herunter klappen, sondern arbeitete mit einer Art Pop-up-Fenster. Außerdem öffnete sich bei einem Doppelklick auf ein Dokument nicht das Fenster automatisch, sondern es musste von Hand aufgezogen werden. Bill Atkinson schrieb in monatelanger Kleinarbeit für den Lisa und Macintosh die QuickDraw-Routine, mit der erstmals überlappende Fenster auf dem Computer-Bildschirm gezeichnet werden konnten.
Screen des Xerox Star
Im Gegensatz zum ersten Mac verfügte der Alto auch nicht über eine vollständige Schreibtisch-Metapher und geniale Desktop-Symbole wie den Mülleimer, der nicht nur Computer-Novizen das Löschen von Dateien sehr erleichterte. Zu den historischen Errungenschaften des Mac-Teams gehört auch der Macintosh Human Interface Guide, der beispielsweise festlegte, dass in einer Macintosh-Applikation ein Dokument immer mit dem Befehl Apfel-S gespeichert wird.
GUI des Xerox Star (1981)Die GUI des erste Apple Macintosh (1984)
Auch die Entwicklung der notwendigen Hardware zeigt, dass Apple nicht einfach von Xerox PARC „geklaut“ hat. Die Maus wurde ohnehin nicht im PARC erfunden, sondern im benachbarten Stanford Research Institute von Dough Engelbart. Zur Geschichte der Computermaus gibt es hier auf der Site einen eigenen Artikel. Legt man die Holz-Maus von Engelbart, die Maus des Alto aus dem Xerox PARC (mit drei Knöpfen) und die Maus des ersten Apple Macintosh nebeneinander, kann man sehen, dass es sich um eine markante Weiterentwicklung und nicht um eine schlichte Kopie handelt:
Die Entwicklung der Computer-Maus: SRI (1963), Xerox Alto (1981), Apple Macintosh (1984)
Was die Massentauglichkeit der Maus anging, hatte Xerox wenig seit der Erfindung des Konzepts durch Engelbart unternommen. Steve Jobs beauftragte die Industrie-Design-Firma von Dean Hovey, um aus der Xeros-Maus, „die 300 Dollar kostet und innerhalb von zwei Wochen kaputt geht“, eine Maus zu machen, „die weniger als 15 Dollar kostet. Sie darf mehrere Jahre lang nicht versagen.“ Jobs verlangte, dass die Maus sowohl auf einer Formica-Platikoberfläche läuft als auch auf seiner Jeans, berichtete Malcolm Gladwell im Mai 2011 in der Zeitschrift The New Yorker.
Es ist daher nicht fair zu sagen, dass Steve Jobs und Apple die grafische Bedienoberfläche bei Xerox „geklaut“ haben. Zum einen gab es eine geschäftliche Vereinbarung zwischen Apple und Xerox über den Know-how-Transfer. Außerdem hat Apple die GUI des Xerox-Systems und die dafür notwendige Hardware nicht 1:1 kopiert, sondern in wesentlichen Aspekten weiterentwickelt.
Für Xerox blieb der bittere Nachgeschmack, eine historische Chance verpasst zu haben, zumal parallel zu den Apple-Entwicklern auch Bill Gates und seine Microsoft-Truppe im PARC ein- und ausgegangen waren (übrigens ohne ein vergleichbares Eintrittsticket, wie Jobs es sich mit dem Aktiendeal verschafft hatte).
Im Dezember 1989 verklagte Xerox Apple Computer und verlangte 150 Millionen Dollar, weil Apple bei Xerox die Technologie gestohlen habe, die die Macintosh-Computer so erfolgreich machte. Steve Jobs verwies darauf, dass Apple die Arbeit von Xerox so verfeinert habe, dass daraus eine eigene Schöpfung entstanden sei. Die Klage von Xerox wurde abgewiesen, weil der Vorsitzende Richter entschied, „dass die Beschwerden von Xerox aus mehreren rechtlichen Gründen ungeeignet gewesen seien.“ Unter anderem hatte Xerox wohl einfach zu lange gewartet, um erst fünf Jahre nach dem Marktstart des Apple Macintosh die Klage zu erheben, da die Verjährungsfrist inzwischen abgelaufen war.
Microsoft hat Anfang der neunziger Jahre im Streit mit Apple um die Plagiatvorwürfe rund um die ersten Windows-Versionen darauf verwiesen, dass Apple und Microsoft sich beide großzügig bei Xerox bedient hätten.
Im Film “Pirates of Silicon Valley” wird das Thema “Apple und Xerox ironisch und überzeichnet abgehandelt
Das Forschungszentrum Xerox PARC wurde im Jahr 2002 als unabhängige, aber hundertprozentige Tochtergesellschaft von Xerox ausgegründet. Der Name Xerox erscheint im Firmennamen und Logo nur noch in der Unterzeile (A Xerox Company“). PARC arbeitet jetzt mit anderen kommerziellen (Großkonzernen, Unternehmen, Lizenznehmern) und staatlichen Partnern.
Quellen:
Michael Hiltzik: Dealers of lightning: Xerox PARC and the dawn of the computer age. HarperCollins Publishers, 1999.
Mit dem Macintosh wollte das Apple-Management die absolute Vorherrschaft von IBM verhindern. Dabei unterschätzten alle Bill Gates und Microsoft.
John Sculley
Die Marketingstrategie von Apple-Chef John Sculley zur Markteinführung des Macintosh war klar. Der ehemalige Pepsi-Manager, den Steve Jobs zu Apple geholt hatte, wollte einen Zweikampf zwischen IBM und Apple inszenieren, Schwarz vs. Weiß, mit Apple in der Rolle des Underdog. “Dutzende andere Computerfirmen stellten (in dieser Zeit) ihre Produkte vor, und ich befürchtete, dass wir in der Menge untergehen könnten”, schrieb Sculley später in seinem Buch “Odyssey”. „Wenn es uns gelingen würde, ein Zwei-Pferde-Rennen zwischen uns und IBM herzustellen, dann könnten wir die Leute überzeugen, dass wirklich nur zwei Computerfirmen im Markt im Wettbewerb stehen.”
Im Kampf gegen kleinere Konkurrenten wie Atari, Commodore, Sinclair und Amstrad ging die Apple-Strategie auch voll auf. Völlig unterschätzt hatten Sculley, aber auch Steve Jobs, dass Microsoft, ein Verbündeter der ersten Stunde, sich mit Hilfe von Apple zur dominierenden Kraft der PC-Industrie entwickeln und sogar IBM in den Schatten stellen würde.
Bill Gates und Paul Allen (1981)
Bill Gates und Paul Allen hatten Microsoft 1975 als kleine Softwarefirma in Albuquerque (New Mexico) gegründet und zusammen mit anderen Mitarbeitern die Programmiersprache BASIC für den legendären Rechner MITS Altair entwickelt. Durch glückliche Umstände ergatterte Microsoft 1980 den Auftrag von IBM, für den ersten IBM-PC nicht nur BASIC, sondern auch das Betriebssystem zu liefern. Der damals führende Betriebssystemhersteller Digital Research (CP/M) wollte sich in der Verhandlungsphase nicht auf seitenlange Knebelverträge von IBM einlassen – und verlor so diesen gigantischen Deal.
Der Knowledge Navigator ist ein fiktiver Computer, den der damalige Apple-CEO John Sculley 1987 erstmals in seinem Buch Odyssey beschrieb. Er war Sculleys Vision des persönlichen Computers für das 21. Jahrhundert.
Ein Blick in die Zukunft: Das Konzept-Video „The Knowledge Navigator“
Es war aber eher ein Zufall, dass das Video „The Knowledge Navigator“ gedreht wurde. Nach den Schilderungen von Bud Colligan, der von 1985 bis 1988 der „Director of Higher Education Marketing“ bei Apple war, stand Apple nämlich in der Verlegenheit, auf der Educom, der wichtigsten Hochschulkonferenz für akademische Computer, im Oktober 1987 eine Innovation präsentieren zu müssen.
„John Sculley war als Hauptredner auf der Educom vorgesehen, und es stand für uns viel auf dem Spiel, eine „Vision“ zu zeigen, wohin Apple gehen würde. Ich traf mich mit John, um mich auf die Rede vorzubereiten und Ideen zu besprechen, was wir tun könnten. Wir planten, eine Reihe von Live-Demonstrationen von Beispielen für Hypertext, Multimedia und interaktives Lernen einzubauen und Professoren und Forscher verschiedener Hochschulen für die Vorführungen zu gewinnen.“
Sculley wollte nicht nur als Marketing-Mann in die Chroniken der Technologie-Geschichte eingehen, sondern als ein Visionär des 21. Jahrhunderts. Diesem Zweck diente auch sein Buch „Odyssey: Pepsi to Apple“. Im letzten Kapitel beschrieb Sculley in die Vision eines „Knowledge Navigators“ und hatte sogar eine grobe Skizze davon, mit zwei Joysticks auf einem Bildschirm, die man halten würde, um durch Wissensbibliotheken zu „fahren“.
„Ich besprach das Konzept des Knowledge Navigator aus Johns Buch mit (dem späteren Netscape-Designer) Hugh Dubberly und (der Künstlerin) Doris Mitsch von Apple Creative Services“, erinnert sich Colligan weiter. „Wir trafen uns anschließend erneut mit John, um seine Gedanken zu besprechen. Michael Markman stieß zu unserem Team, um Johns Keynote-Rede zu schreiben. Zusammen mit Mike Liebhold von der Advanced Technology Group von Apple diskutierten wir, wie wir ein Vision Video für ein Beispiel des Knowledge Navigators im Hochschulbereich erstellen könnten. Hugh und Doris schrieben das Drehbuch.“
In dem Video „Knowledge Navigator“ wird die Vision eines vernetzten Tablet-Computers, umgesetzt, der Persönlicher Digitaler Assistent, Kommunikationszentrale und vernetzte Wissensmaschine in einem ist. Das Team, zu dem auch Mike Liebhold, Michael Markman und Mitarbeiter der Kenwood Group, einer externen Produktionsfirma gehörten, wurde von Bud Colligan geleitet. Der Film spielt im Jahr 2011. Der „Knowledge Navigator“ dient einem Berkeley-Professor als „Persönlich Digitaler Assistent“ bei seiner Arbeit.
22 Jahre vor der Vorstellung des ersten iPads sagte das Konzeptvideo „The Knowledge Navigator“ bereits eine Art Super iPad voraus.
Parallel zur Videoproduktion beschrieb Sculley in seiner Autobiografie die Vision eines „Macintosh der Zukunft“. Der „Knowledge Navigator“ könnte eine „wunderbare Phantasiemaschine“ sein, „ein Entdecker neuer Welten, ein ebenso wunderbares Werkzeug wie die Druckerpresse“.
Der einzelne könnte es einsetzen, um durch Bibliotheken, Museen, Datenbanken und Regierungsdokumente zu „fahren“. Dieses Werkzeug würde das Individuum nicht nur an die Schwelle dieser großen Reichtümer geleiten, wie das heute hochentwickelte Computer können, es würde ihn tief in die Geheimnisse hineinziehen, indem es die Informationen interpretiert und so in Wissen verwandelt.
Sculley wurde der Entwicklung des Konzeptes vom „Knowledge Navigator“ maßgeblich vom Apple Fellow Alan Kay beeinflusst.
Dynabook-Konzept von Alan Kay (August 1972)
Der Informatiker gilt als Pionier des objektorientierten Programmierens, das er an der University of Utah in den späten 60er Jahren im Rahmen eines APRA-Projektes konzipierte. Am Forschungszentrum Xerox PARC entwickelte Kay zusammen mit Dan Ingalls, Adele Goldberg und anderen in den siebziger Jahren die objektorientierte Programmiersprache Entwicklungsumgebung Smalltalk. Am Xerox PARC entwarf Kay außerdem das konzeptionelle Computer-System Dynabook, das letztlich den modernen Tablet-Computern wie dem iPad ähnelt.
Kay trat 1986 an Sculley heran und forderte größere Forschungsanstrengungen bei Apple ein, weil es keine Institution gebe, von der Apple Konzepte für einen Personal Computer der nächsten Generation übernehmen könne: „Beim nächsten Mal werden wir kein Xerox haben.“ Jede innovative Technologie – egal wie einfach oder komplex – benötige 15 bis 20 Jahre, um sich von einem Konzept zu einer kommerziellen Anwendung zu entwickeln. Daher wurde es Zeit, für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei Apple ein Konzept in den Raum zu stellen.
Die Quintessenz der jahrelangen Untersuchung von Alan wurde im Jahre 1987 in einem Konzept umgesetzt, das wir als Knowledge Navigator bezeichneten. Moore’s Law hatte ja schon vorausgesagt, dass die (ständig wachsende) Rechenleistung in den kommenden zwanzig Jahren in der Lage wäre, dreidimensionale Geometrien in Echtzeit zu manipulieren. Der Knowledge Navigator sagte eine Welt der interaktiven Multimedia-Kommunikation voraus, in der Rechenleistung als gewöhnlicher Gebrauchsgegenstand allgenwärtig ist. Auf Wissens-Anwendungen werde dann durch intelligente Agenten zugegriffen, die über Netzwerke mit riesigen Mengen an digitalisierten Informationen verbunden sind.
Dem Knowledge Navigator sollten eine Reihe neuartiger Schlüsseltechnologien zugrunde liegen:
Fortschrittliche Kommunikationstechnologie, die weltweit Rechner und Datenbanken miteinander verbindet und den Anwendern breitere Informationspfade zur Verfügung stellt.
Echtzeit-Animationen in 3D, die es erlauben, komplexe Modelle zu visualisieren.
Verbesserte Datenbank-Technologien als Schlüssel zu umfassenden Informationssystemen.
Hypermedia, die Verbindung von Text, Grafiken, Ton und bewegten Bildern, die den zukünftigen Computer-Anwendern intuitiv den Weg durch riesige Informationssammlungen weist.
Spracheingabe, da die Tastatur als Eingabeinstrument nicht flexibel genug ist
Maschinelle Übersetzung von fremdsprachigen Quellen in die Muttersprache des Anwenders.
Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie. Die künstliche Intelligenz erlaubt die Verwendung von Agenten, die sowohl persönliche Vorlieben der Anwender erkennen als auch Strategien vorschlagen und damit zur Steigerung der Produktivität beitragen.
Das Video „Knowledge Navigator“ wurde zunächst auf der Educom im Oktober 1987 gezeigt. Doch über den Kreis der Konferenzbesucher hinaus erregte das Video kaum Aufmerksamkeit, auch weil die klassischen Medien dort nicht vertreten waren. Das Stück sollte aber noch einmal eine zweite Chance bekommen. Für die Messe Macworld Expo im Januar 1988 war Jean Louis Gassee, Senior Vice President of Product bei Apple, als Hauptredner vorgesehen und sollte die neue Produktstrategie von Apple vorstellen. Etwa zwei Wochen vor der Macworld Ende Dezember teilte Gassee seinem Boss Scuelley mit, dass er nicht in der Lage sei, über die neue Produktstrategie von Apple zu sprechen. Colligan erinnert sich: „John rief mich an und fragte, ob wir die Educom-Keynote auf der Macworld wiederholen könnten, mit ein paar Änderungen für ein allgemeineres Publikum. Ich rief alle Demonstranten noch einmal an und sie stimmten alle zu, nach Kalifornien zu kommen und wir optimierten die Demos, so dass sie weniger akademisch waren. Und natürlich haben wir zum Abschluss den Knowledge Navigator gezeigt. (Wir nutzten die Pause, um die Bildschirmsimulationen zu verbessern, und zwar über das hinaus, was wir in dem ursprünglich engen Zeitplan liefern konnten).“
Auf der Macworld sah dann eine breite Öffentlichkeit, einschließlich der Mainstream- und Tech-Medien, den Knowledge Navigator zum ersten Mal. Die Ressonanz war großartig. Das Video wurde als Apples neue Vision aufgenommen. Colligan: „John begann daraufhin, KN in Mitarbeiterversammlungen, gegenüber der Presse usw. zu verwenden. Einige Monate später war er auf der Titelseite des Fortune-Magazins abgebildet, wo er das Balsaholzmodell des KN in der Hand hielt, das wir für den Videodreh verwendet hatten. Seitdem ist der Mythos um den Knowledge Navigator unaufhaltsam gewachsen! Zu den falschen Legenden gehören: dass er von George Lucas produziert wurde und dass er mit dem Cray-Supercomputer von Apple hergestellt wurde.“
Hier ist ein weiteres Video, das aus dem gleichen Projekt entstand. Darin diskutieren Alan Kay, Steve Wozniak, Diane Ravitch (Director, Encyclopaedia Britannica) und andere die Auswirkungen des „Knowledge Navigator“-Konzeptes auf Bereiche wie Lernen, Computing und die Geschäftswelt.
Der Knowledge Navigator sollte aber nicht nur ein abstraktes Konzept bleiben, sondern sich auch in einem konkreten Produkt – einem Personal Digital Assistant (PDA) niederschlagen. Dabei hatte Apple-Chef John Sculley nicht die Geduld, „15 bis 20 Jahre“ zu warten, bis sich aus einem abstrakten Konzept ein funktionierendes Produkt entwickelt, wie Apple-Fellow Alan Kay postuliert hatte. Der Apple Newton, mit dem Sculley einige Konzepte des Knowledge Navigator aufgreifen wollte, erzielte zwar ein große Aufmerksamkeit, scheiterte jedoch als noch nicht ausgereiftes Produkt am Markt.
Quellen:
John Sculley und John A. Byrne: Meine Karriere bei PepsiCo und Apple, ECON Taschenbuch Verlag, 2. Aufl. Düsseldorf, Wien 1991. (Dt. Ausgabe der Autobiografie Odyssey – Pepsi to Apple)
Walter Isaacson: Steve Jobs, C.Bertelsmann Verlag, München 2011.