Kategorie: Steve Jobs

  • Steve Jobs Biografie: Visionär, Antreiber & Apple-Gründer (1955–2011)

    Steve Jobs Biografie: Visionär, Antreiber & Apple-Gründer (1955–2011)

    Eine charismatische Ausstrahlung muss Steve Jobs schon als 13 Jahre alter Schüler gehabt haben. Oder war es nur seine Frechheit, mit der er auch später immer wieder Gesprächspartner überrumpeln sollte? Der Achtklässler wollte damals für ein Schulprojekt einen Frequenzzähler bauen und benötigte einige Bauteile dafür. Er sprach keinen Geringeren als Bill Hewlett an, den legendären Mitbegründer des Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP). Der Silicon-Valley-Pionier stand in den sechziger Jahren noch im Telefonbuch. Der schlaksige Junge schwatzte dem Konzern-Boss nicht nur die benötigten Bauteile ab, sondern ergatterte auch noch einen Ferienjob bei HP.

    Steve Jobs' Highschool-Foto
    Steve Jobs‘ Highschool-Foto

    Er hielt sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf. Dabei war Steve Jobs das Schicksal des erfolgreichsten Unternehmers Amerikas nicht in die Wiege gelegt worden. „Er war ein Junge, der kein Geld hatte“, erinnert sich sein Freund und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak. „Er hatte nichts außer seinem Verstand. Aber er brachte uns Dinge, die zu einer Herausforderung für uns alle wurde.“

    Paul Otellini, Chef des Chip-Giganten Intel, sagt, ein wahres Genie erkenne man daran, dass mit dem Wirken jede Person auf dem Planeten erreicht werde. „Steve hat das geschafft, und zwar nicht nur einmal, sondern im Laufe seines erstaunlichen Lebens viele, viele Male.“ Im Unterschied zu Industrie-Titanen wie Bill Gates stammte Steve Jobs nicht aus einem wohlhabenden Elternhaus, sondern aus kleinen Verhältnissen.

    Wo stammt Steve Jobs her?

    Steve Jobs with his father Paul Jobs (1958)
    Steve Jobs mit seinem Vater Paul Jobs (1958)

    Steve Jobs wurde am 24. Februar 1955 in San Francisco (Kalifornien) geboren. Seine leiblichen Eltern, der syrische Student Abdulfattah John Jandali und seine amerikanische Freundin Joanne Simpson, gaben ihn nach der Geburt zur Adoption frei. Das damals noch unverheiratete Paar, beide waren 23 und studierten an der Universität Wisconsin, konnte sich 1955 nicht vorstellen, ohne eigenes Einkommen für ein Kind zu sorgen.

    Eigentlich bestanden die beiden darauf, dass ihr Baby bei einer Akademiker-Familie landen solle. Sie sollte sich darum kümmern, dass der Junge später auch auf die Universität gehen kann. Doch die Wunschfamilie bekam in letzter Minute kalte Füße und sagte die Adoption ab. Das Kind landete bei Paul und Clara Jobs. Steves Adoptionseltern waren einfache Leute, sein Vater Automechaniker, seine Mutter Büroangestellte.

    Als Steve fünf Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihm von San Francisco nach Mountain View, mitten in das boomende Silicon Valley. In der neuen Nachbarschaft erzählte er einem Mädchen, dass er ein Adoptivkind war, berichtet Buchautor Walter Isaacson in seiner Biografie über Steve Jobs: „Soll das heißen, dass dich deine richtigen Eltern nicht gewollt haben?“, erkundigte sich das Mädchen. „Das traf mich wie ein Blitz“, erinnerte sich Jobs. „Ich weiß noch, wie ich ins Haus rannte und weinte.“ Die Eltern sagten dann: „Wir haben speziell dich ausgesucht.“ Diese Schlüsselszene beschrieb schon früh im Leben des Steve Jobs das Spannungsverhältnis zwischen den Begriffen „Verlassen“, „Auserwählt“ und „Speziell“.

    Steve Jobs trifft Steve Wozniak

    Wer weiß, wohin der Lebensweg von Steve Jobs geführt hätte, wenn er in der Schule nicht den begeisterten Elektronikbastler Steve Wozniak getroffen hätte, der vier Klassen über ihm war. Trotz des Altersunterschieds fanden die beiden Steves schnell zusammen. „Es kam mir vor, als hätten wir eine Menge gemeinsam“, erinnerte sich Woz später in seiner Autobiografie. „Normalerweise war es für mich ziemlich schwer, anderen die Dinge zu erklären, an denen ich gerade arbeitete, aber Steve hat es sofort kapiert. Ich mochte ihn. Er war ziemlich dünn und drahtig und voller Energie.“

    Steve Jobs (circled) at Homestead High School Electronics Club
    Steve Jobs (eingekreist) im Homestead High School Electronics Club (1969)

    Als Teenager tummelten sich Jobs und sein älterer Freund in der „Phone-Phreaking-Szene“. Hacker wie „Captain Crunch“ hatten mit Hilfe einer Plastikpfeife aus einer Cornflakes-Packung herausgefunden, wie man mit bestimmten Tönen die Systeme des Telefongiganten AT&T manipulieren konnte, um kostenlose Telefonate zu ermöglichen. Die beiden Steves waren elektrisiert.

    Steve Jobs und Steve Wozniak knacken das Telefon-System

    Wozniak and Jobs Blue Box, ca. 1972.
    Blue Box von Wozniak und Jobs (1972)

    Woz konstruierte aus billigen Elektronik-Teilen und einem kleinen Lautsprecher ein vollgestopftes Kästchen, mit dem man die Tonfolgen viel präziser und eleganter erzeugen konnte als mit der Spielzeug-Pfeife. „Mit einer Blue Box konnten wir dem System vorgaukeln, wir seien ein Telefon-Computer“, erinnerte sich Steve Jobs später. „Du konntest aus einer Telefonzelle White Planes, New York, anrufen, dann eine Satellitenverbindung nach Europa aufbauen, eine Kabelstrecke in die Türkei legen, nach Los Angeles zurückverbinden. Man konnte eine Verbindung drei, vier Mal um den Globus herum aufbauen und ein Telefon in der Nachbarschaft anrufen. Wenn man etwas in den Hörer rief, kam es 30 Sekunden später auf dem anderen Hörer an.“

    Die Manipulation des Telefonsystems war natürlich illegal. Das hinderte Woz und Jobs nicht daran, Blue Boxes zu bauen und im Bekanntenkreis zu verkaufen. „Zwei Teenager konnten damals für hundert Dollar eine Box bauen und damit eine Infrastruktur kontrollieren, die mehrere hundert Milliarden Dollar wert war, nämlich das gesamte Telefonsystem der Welt. Das war magisch.“ Bei der „Blue-Box“-Episode blitzte zum ersten Mal der Geschäftssinn von Steve Jobs auf. Während Woz vor allem seine Geek-Kumpanen beeindrucken wollte, ging es seinem jüngeren Freund auch ums Geldverdienen und die Erkenntnis, dass man mit einem kleinen Einsatz große Wetten gewinnen kann.

    Steve Wozniak über die frühen Tage mit Steve Jobs und „Blueboxing“

    „Erfahrungen wie diese zeigten uns, welche Macht eine Idee haben kann“, sagte Jobs viele Jahre später der Santa Clara Valley Historical Association. „Wenn wir keine Blue Boxes gebaut hätten, dann hätten wir auch Apple nie gründet.“ 1972 wollte Jobs unbedingt beim Reed College im benachbarten Bundesstaat Oregon studieren, obwohl ihm klar war, dass sich seine Eltern die Hochschulgebühren nicht leisten konnten. „Alle Ersparnisse meiner Arbeiterklasse-Eltern gingen für meine College-Gebühren drauf“, erinnerte sich Steve Jobs im Juni 2005 anlässlich seiner legendären Eröffnungsansprache für das akademische Jahr an der Stanford University. „Sechs Monate später sah ich keinen Wert mehr darin. Ich hatte überhaupt keine Idee, was ich mit meinem Leben anfangen wollte und konnte mir auch nicht vorstellen, wie das College mir dabei helfen sollte, das herauszufinden.“

    Der legendäre Technikjournalist Wall Mossberg (The Verge) über die Rolle von Steve Jobs und Apple

    Weiterlesen – Teil 2 – Steve Jobs: Die Suche nach dem Sinn des Lebens

  • Steve Jobs: „Stay hungry, stay foolish“ – Deutsche Übersetzung der Stanford-Rede

    Steve Jobs: „Stay hungry, stay foolish“ – Deutsche Übersetzung der Stanford-Rede

    Am 12. Juni 2005 hielt Apple-Gründer Steve Jobs eine Rede vor Absolventen der Stanford-Universität. Er hatte gerade eine erfolgreiche Krebsbehandlung überstanden. Nie wieder sprach Jobs so offen über sein Leben.

    In der Rede erzählte er einige persönliche Anekdoten und Reflexionen über sein Leben und seine Karriere. Er sprach über seine Erfahrungen am College, seine ersten Jahre bei Apple und seine Zeit außerhalb des Unternehmens sowie über seinen Kampf gegen den Krebs.

    Eines der bekanntesten Zitate aus seiner Rede lautet:

    „Die Arbeit wird einen großen Teil eures Lebens ausfüllen. Und der einzige Weg, wirklich zufrieden zu sein, ist das Bewusstsein, dass man großartige Arbeit macht. Und der einzige Weg, großartige Arbeit zu machen, ist, dass man liebt, was man tut. Wenn ihr es noch nicht gefunden habt – sucht weiter. Gebt euch nicht zufrieden. Wie mit allen Herzensangelegenheiten werdet ihr es wissen, wenn Ihr es gefunden habt. Und wie jede großartige Beziehung, wird es mit den Jahren nur besser und besser. Also sucht weiter, bis ihr es findet. Gebt nicht auf.“

    Er forderte die Absolventen auf, ihren Leidenschaften zu folgen, sich nicht zufrieden zu geben und das Beste aus ihrer Zeit zu machen. Er betonte auch die Bedeutung von Liebe, Arbeit und Tod im Leben und die Notwendigkeit, sich selbst treu zu bleiben. Sie sollten keine Zeit damit verschwenden, das Leben eines anderen zu leben. „Bleibt hungrig! Bleibt tollkühn!“

    Der volle Text der Ansprache in einer Übersetzung ins Deutsche (German translation):

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  • Steve Jobs erläutert das Konzept der Apple-Werbekampagne „Think Different“ (1997)

    Steve Jobs erläutert das Konzept der Apple-Werbekampagne „Think Different“ (1997)

    1997 war Apple keine weltweit bewunderte Marke. Es war ein scheiterndes Unternehmen, das am Rande des Bankrotts stand. Steve Jobs war gerade nach mehr als einem Jahrzehnt im Exil zu Apple zurückgekehrt. Er musste die Angestellten von Apple und den Rest der Welt davon überzeugen, dass Apple einen Weg zurück zur Bedeutung hat. Er hatte noch kein neues Gerät, mit dem er das hätte verwirklichen können. Also musste er stattdessen über eine Idee sprechen. Und diese Idee ist Apple. Steve Jobs über Marketing:

    Steve Jobs: „Für mich geht es beim Marketing um Werte“, Start der Apple „Think Different“ Kampagne – 1997

    Für mich geht es beim Marketing um Werte. Dies ist eine sehr komplizierte Welt, eine sehr laute Welt. Und wir werden keine Chance haben, die Leute dazu zu bringen, sich viel von uns zu merken. Das tut kein Unternehmen. Deshalb müssen wir uns darüber im Klaren sein, was wir den Menschen über uns sagen wollen. Zum Glück ist Apple eine der ein halbes Dutzend besten Marken auf der ganzen Welt. Sie steht auf einer Stufe mit Nike, Disney, Coke und Sony, sie ist eine der ganz Großen der Großen. Nicht nur in diesem Land, sondern rund um den Globus. Aber auch eine großartige Marke braucht Investitionen und Pflege, um ihre Relevanz und Vitalität zu bewahren.
    Und die Marke Apple hat in den letzten Jahren eindeutig unter der Vernachlässigung in diesem Bereich gelitten. Und wir müssen sie zurückbringen. Der Weg dazu ist nicht, über Geschwindigkeiten und Preise zu reden, nicht über MIPS und Megahertz, nicht darüber, warum wir besser sind als Windows.
    Die Milchindustrie hat zwanzig Jahre lang versucht, dich davon zu überzeugen, dass Milch gut für dich ist. Es ist eine Lüge, aber sie haben es trotzdem versucht. Und die Verkäufe liefen so. Dann versuchten sie es mit Got Milk, und die Verkäufe liefen so. Got Milk spricht nicht einmal über das Produkt - es geht vielmehr darum, dass es das Produkt nicht gibt. Aber das beste Beispiel von allen und eine der größten Marketingleistungen, die das Universum je gesehen hat, ist Nike. Denk daran, Nike verkauft die Ware. Sie verkaufen Schuhe. Doch wenn du an Nike denkst, denkst du an etwas anderes als an ein Schuhunternehmen. In ihrer Werbung sprechen sie nie über das Produkt, sie erzählen dir nie von ihren Luftsohlen und warum sie besser sind als die von Reebok.
    Was macht Nike in seiner Werbung? Sie ehren große Athleten und sie ehren große Sportarten.
    Das ist es, was sie sind und worum es ihnen geht.
    Apple gibt ein Vermögen für Werbung aus. Du würdest es nie erfahren. Du würdest es nie erfahren. Als ich hier ankam, hatte Apple gerade seine Agentur gefeuert und wir machten einen Wettbewerb mit dreiundzwanzig Agenturen, von denen wir uns in den nächsten Jahren eine aussuchen würden, und wir stellten Chiat-Day ein - die Werbeagentur, mit der ich das Glück hatte, vor Jahren zu arbeiten. Wir haben einige preisgekrönte Arbeiten gemacht, darunter den Werbespot "1984", der von Werbefachleuten zum besten Werbespot aller Zeiten gewählt wurde. Vor etwa acht Wochen haben wir mit der Arbeit begonnen und uns die Frage gestellt: Unsere Kunden wollen wissen, wer Apple ist und wofür wir stehen? Wo passen wir in diese Welt? Und es geht uns nicht darum, Kisten zu bauen, mit denen Menschen ihre Arbeit erledigen können, obwohl wir das gut können. In manchen Fällen machen wir das besser als fast jeder andere. Aber bei Apple geht es um etwas mehr als das."
    Der Kernwert von Apple ist, dass wir daran glauben, dass Menschen mit Leidenschaft die Welt zum Besseren verändern können.
    Das ist unser Glaube. Und wir hatten die Gelegenheit, mit solchen Menschen zu arbeiten. Wir haben die Möglichkeit, mit Menschen wie dir zu arbeiten, mit Softwareentwicklern, mit Kunden, die es auf große und kleine Weise geschafft haben. Und wir glauben, dass Menschen diese Welt zum Besseren verändern können. Und dass die Menschen, die verrückt genug sind zu glauben, dass sie die Welt verändern können, diejenigen sind, die es tatsächlich tun."
    In unserer ersten Marketingkampagne seit einigen Jahren wollen wir uns also wieder auf diesen Kernwert besinnen. Vieles hat sich verändert. Der Markt ist heute ein ganz anderer als noch vor zehn Jahren, und Apple ist ein ganz anderer. Apples Platz darin ist ein völlig anderer. Und glaub mir, die Produkte, die Vertriebsstrategie und die Herstellung sind völlig anders, und wir verstehen das. Aber die Werte und Grundwerte, die sollten sich nicht ändern. Die Dinge, an die Apple im Kern geglaubt hat, sind die gleichen Dinge, für die Apple heute steht. Deshalb wollten wir einen Weg finden, dies zu kommunizieren, und das Ergebnis ist etwas, das mich sehr bewegt - es ehrt die Menschen, die die Welt verändert haben. Einige von ihnen leben noch, andere nicht mehr, aber von denjenigen, die nicht mehr leben, wissen wir, dass sie, wenn sie jemals einen Computer benutzt hätten, einen Mac benutzt hätten.
    Das Thema der Kampagne ist "Think Different". Es sind die Menschen, die die Menschen ehren, die anders denken und die diese Welt voranbringen. Und das ist es, worum es uns geht. Es berührt die Seele dieses Unternehmens. Deshalb werde ich die Kampagne starten und ich hoffe, dass ihr genauso darüber denkt wie ich.
  • Wie japanische Kunst Steve Jobs beeinflusste

    Wie japanische Kunst Steve Jobs beeinflusste

    Wenn es um Technik ging, hatte Apple-Mitbegründer Steve Jobs eine klare Vision: Sie musste einfach, minimalistisch und elegant sein. Dieser Sinn für Ästhetik entwickelte sich schon früh und wurde stark von japanischer Kunst beeinflusst – insbesondere von den modernen Holzschnitten (Shin-Hanga), von Kawase Hasui.

    Jobs kam bereits als Teenager zum ersten Mal mit Kawases Arbeiten in Berührung. Er besuchte damals oft das Haus der Familie seines engen Freundes Bill Fernandez, der später der erste Vollzeitmitarbeiter von Apple werden sollte. In dem Haus der Familie Fernandez hingen eine Reihe von Shin-Hanga-Drucken an den Wänden. Er war besonders von den drei Werken von Kawase im Wohnzimmer angetan.

    „Er mochte Hasui über alles“, sagte Bambi Fernandez, Bills Mutter, dem japanischen TV-Sender NHK. „Er stand vor ihnen und schaute sie fast jedes Mal an, wenn er vorbeikam. Es war so offensichtlich, dass er sich zu ihnen hingezogen fühlte.“

    „Senju-Wasserfall, Akame“ Kawase Hasui (1951)

    Sein Favorit, sagt sie, war „Senju waterfall, Akame“, das einen Baum darstellt, der vor einem Wasserfall hängt. Kawase wählte für den Druck einen minimalistischen Stil und verzichtete auf komplizierte Details zugunsten einer bescheidenen Dynamik. So spielen sich die bunten Blätter des Baumes nicht auf der Wasseroberfläche wider. Bill Fernandez glaubt, dass diese zurückhaltende Ästhetik eine Quelle großer Inspiration für Jobs war.

    „Man kann seine Liebe zur Einfachheit und Eleganz in seinem ganzen Leben sehen, wie in den Produkten, die er bei Apple entwickelte“, sagte Fernandez dem Sender NHK.

    Die Shin-Hanga-Bewegung begann im frühen 20. Jahrhundert als ein inländischer Versuch, die Ukiyo-e-Tradition des Holzschnitts und der Malerei wiederzubeleben. Aber erst in Übersee erfuhren diese Werke, die meist japanische Landschaften und Szenen aus dem Leben der Menschen darstellen, große Popularität. Kawase wird als einer der drei Großen des Genres angesehen, zusammen mit Katsushika Hokusai und Utagawa Hiroshige.

    Watanabe Shoichiro, ein bedeutender Shin-Hanga-Verleger, sagte, was den Stil auszeichnet, ist die Subtilität der Farben und Details. Dies erfordert exquisite technische Fähigkeiten, und deshalb dauert die Herstellung der Werke viel länger. Die Herstellung von Shin-Hanga-Gemälden kann fünfmal so lange dauern wie die von Ukiyo-e. Watanabe glaubt, dass es das ist, was Jobs zu diesem Stil hingezogen hat.

    „Ich denke, Shin-Hanga spricht Menschen wie Steve Jobs an, Menschen, die versuchen, mit Spitzentechnologie innovativ zu sein“, sagte Watanabe. „Sie sehen das Blut, den Schweiß und die Tränen hinter jedem Bild. Ich denke, Steve schätzte Shin-Hanga.“

    Shin-Hanga-Sammlung von Steve Jobs

    Steve Jobs wurde ein Shin-Hanga-Sammler und kaufte 25 Kawase-Grafiken im Laufe von zwei Jahrzehnten. Dabei folgte er aber nicht dem Mainstream-Geschmack: „Es gibt bestimmte Aspekte des Shin-Hanga, die bei Ausländern beliebt sind, wie verschneite Szenen, Torii-Tore, Schreine und Frauen mit Regenschirmen“, sagte Nishiyama Junko, eine Kuratorin am Chiba City Museum of Art. „Aber Steve Jobs sammelte keine solchen Stücke. Er mochte Hasui. Und Hasui mochte vor allem stille Dinge. Es scheint, dass diese beiden Männer genau den gleichen ästhetischen Geschmack hatten.“

    Matsuoka Haruo, ein Kunsthändler in der Galerie Kabutoya in Tokios noblem Ginza-Viertel, half Jobs beim Kauf von Shin-Hanga-Drucken. Jobs besuchte die Galerie zum ersten Mal im März 1983, als er noch Ende 20 war, bekleidet mit einem T-Shirt und Jeans. Er bat Matsuoka, ihn über Shin-Hanga zu unterrichten, da er unbedingt mit dem Sammeln beginnen wollte

    Steve Jobs‘ ästhetischer Sinn

    Matsuoka sagte, dass Jobs jedes Stück sorgfältig untersucht hat, sich aber schnell entschied, welches er kaufen wollte.

    „Jobs schien eine Vorliebe für einfache, anspruchsvolle Werke zu haben“, sagte er. „Er wusste genau, was er wollte. Normalerweise treffen Kunden ihre Entscheidungen nach Rücksprache mit dem Personal, aber bei Jobs war es das Gegenteil.“

    Bei dieser Schnellschuss-Methode kaufte Jobs normalerweise nur Bilder, die im Hinterzimmer der Galerie vorrätig waren. Die Mitarbeiter brachten ihm die verfügbaren Bilder und er suchte sich aus der Auswahl das aus, was ihm gefiel. Aber Matsuoka erinnert sich an einen Tag, an dem er in der Galerie auftauchte und nach einem ganz bestimmten Werk fragte: Kasawes „Roter Sonnenuntergang“.

    „Roter Sonnenuntergang“, Kawase Hasui (1937)

    Der „Rote Sonnenuntergang“ wurde 1937, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, fertiggestellt und zeigt die Silhouetten von Soldaten auf Pferden, die sich auffällig von einem roten Himmel abheben. Es markiert einen scharfen Bruch mit Kawases üblichem Stil. Matsuoka sagt, Jobs habe nicht erklärt, warum er das Bild haben wollte. Die Galerie hatte es nicht und musste es für ihn finden.

    Das letzte Mal, dass Matsuoka von Jobs hörte, war im Herbst 2003. Zu diesem Zeitpunkt hatte Matsuoka die Ginza-Galerie verlassen und sich auf eigene Faust auf den Weg gemacht. Eines Tages erhielt er eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter seiner Galerie. „Hi, Haru, hier ist Steve Jobs.“ Über zwei Jahrzehnte hinweg kaufte Jobs mindestens 43 Shin-Hanga-Stücke über Matsuoka; 25 davon waren Werke von Kawase.

    Jobs starb 2011 im Alter von 56 Jahren. Seine Tochter, Lisa Brennan-Jobs, erzählt in ihren Memoiren „Small Fry“ von den letzten Tagen ihres Vaters. Sie beschreibt das Zimmer, in dem ihr Vater im Bett lag:

    „Es gab gerahmte Drucke von Hasui von Dämmerung und Sonnenuntergang an den Tempeln. An der Wand neben ihm erstreckte sich ein rosa Lichtfleck.“

    Quellen:

    The beginning of Steve Jobs‘ lifelong love of shin-hanga“ von Saeki Kentaro (NHK)

    The Secret Passion of Steve Jobs – NHK WORLD-JAPAN

  • Apple-CEO Tim Cook zum Todestag von Steve Jobs

    Apple-CEO Tim Cook zum Todestag von Steve Jobs

    Am 5. Oktober 2011 ist Steve Jobs seinem Krebsleiden erlegen. Zum ersten Todestag des Apple-Gründers erinnerte Apple-CEO Tim Cook in einem Video auf der Homepage von Apple an die Höhepunkte des Wirkens seines Vorgängers.

    (Update: Apple hat das Video aus YouTube entfernt. Es kann aber über das Internet Archiv (Wayback Machine) noch aufgerufen und sogar heruntergeladen werden)

    A Message from Tim Cook, Apple’s CEO.

    Steve’s passing one year ago today was a sad and difficult time for all of us. I hope that today everyone will reflect on his extraordinary life and the many ways he made the world a better place.

    One of the greatest gifts Steve gave to the world is Apple. No company has ever inspired such creativity or set such high standards for itself. Our values originated from Steve and his spirit will forever be the foundation of Apple. We share the great privilege and responsibility of carrying his legacy into the future.

    I’m incredibly proud of the work we are doing, delivering products that our customers love and dreaming up new ones that will delight them down the road. It’s a wonderful tribute to Steve’s memory and everything he stood for.
    – Tim

    Update: In den Folgejahren hat sich Tim Cook zum Todestag von Steve Jobs regelmäßig auf Twitter geäußert

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2013

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2014

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2015
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2016
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2017
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2018

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2019
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2020
    https://twitter.com/tim_cook/status/1445358107157221379
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2021 zum 10. Todestag von Steve Jobs
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2022
  • Apple erinnert an das Lebenswerk von Steve Jobs

    Apple-CEO Tim Cook spricht auf dem Apple-Campus in Cupertino über Steve Jobs

    Apple hat sich 20. Oktober 2011 mit Live-Musik von Coldplay und Norah Jones von seinem Mitgründer Steve Jobs verabschiedet. Tausende Mitarbeiter versammelten sich zu der firmeninternen Trauerfeier auf dem Gelände des Hauptquartiers im kalifornischen Cupertino. Neben dem neuen Konzernchef Tim Cook sprachen auch der amerikanische Ex-Vizepräsident und Apple-Verwaltungsratsmitglied Al Gore sowie Chefdesigner Jony Ive.

    Norah Jones sang das Lied «Forever Young» von Bob Dylan. Jobs war seit seiner Jugend ein großer Bob-Dylan-Fan gewesen. Von Coldplay gab es demnach bekannte Hits wie «Fix You» und «Yellow». Apple veröffentlichte ein Foto, das Cook bei strahlendem kalifornischen Sonnenschein auf der Bühne vor einer großen Menschenmenge vor dem Apple-Hauptquartier in Cupertino zeigt. Auch die weltweiten Apple-Stores blieben für mehrere Stunden geschlossen und wurden mit Vorhängen verhüllt, wie es sonst nur vor wichtigen Produktstarts üblich ist.

    Steve Jobs war am 5. Oktober an den Folgen seiner langwierigen Krebserkrankung gestorben.

    Aufzeichnung der Gedenkfeier „Celebrating Steve“ bei YouTube:

  • Die besten Zitate von Steve Jobs

    Steve Jobs hat nicht nur Apple geformt, sondern auch maßgebliche Innovationen in der Musik- und Filmindustrie vorangetrieben. Am 5. Oktober 2011 ist er nach langer, schwerer Krankheit gestorben. In Erinnerung an Steve Jobs die markantesten Zitate des genialen und charismatischen Unternehmensführers.

    Steve Jobs

    It’s better to be a pirate than join the navy.

    — Steve Jobs trieb die Macintosh-Entwickler Anfang der 80er Jahre mit allen Mitteln an.

    „There have only been two milestone products in our industry – the Apple 2 in 1977 and the IBM PC in 1981. Today…one year after LISA we are introducing the third industry milestone product…Macintosh. Many of us have been working on Macintosh for over two years now and it has turned out insanely great. You’ve just seen some pictures of Macintosh now I’d like to show you Macintosh in person.“

    — Steve Jobs zum Launch des Apple Macintosh am 24. Januar 1984.
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  • Meine Bilder von Steve Jobs

    Ich habe Steve Jobs auf mehreren Entwickler-Konferenzen oder bei Produkt-Präsentationen live erlebt – und ihn dabei auch etliche Male fotografieren können. Hier eine Auswahl der Fotos.

    [portfolio_slideshow]

    © Christoph Dernbach

  • Steve Jobs startet die Kampagne „Think Different“ (1997)

    In diesem Video aus dem Jahr 1997 erläutert Apple-Chef Steve Jobs die Kampagne „Think Different“:

    (Unsere neue Anzeigen-Kampagne) honoriert die Leute, die die Welt verändert haben. Einige von ihnen leben, andere nicht mehr. Aber auch bei denjenigen, die nicht mehr leben, können wir sicher sei, dass sie einen Mac genommen hätten, wenn sie mit einem Computer gearbeitet hätten.

    Außerdem sagte Jobs:

    Das ist eine komplizierte Welt. Es ist eine sehr laute Welt. Und wir erhalten nicht die Chance, dass die Leute viel über uns erinnern. Keine Firma hat diese Möglichkeit. Deshalb müssen wir uns sehr klar darüber sein, was wir wünschen, dass die Leute von uns wissen sollen

    Der Sound des Videos lässt etwas zu wünschen übrig. Aber trotzdem ein sehenswertes Dokument aus der Geschichte von Apple Computer.

    Und so sah dann der TV-Spot aus:

    Die Kampagner „Think different“ sollte der Welt beweisen, dass Apple noch nicht tot ist, wie manche Beobachter angesicht der enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Apple damals argwöhnten. „Wir müssen beweisen, dass Apple noch am Leben ist“, sagte Jobs, „und dass Apple immer noch für etwas ganz Besonderes steht.“

    Die 60 Sekunden dauernde Originalversion lautete so:

    Here’s to the crazy ones. The misfits. The troublemakers. The round pegs in the square holes. The ones who see things differently. They’re not fond of rules. And they have no respect for the status quo. You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them. About the only thing you can’t do is ignore them. Because they change things. They push the human race forward. And while some of us may see them as the crazy ones, we see genius. Because the people who are crazy enough to think they can change the world … are the ones who do.

    (Ein Hoch auf die Verrückten. Auf die Nonkonformisten. Die Rebellen. Die Unruhestifter. Die Unangepassten. Die Querdenker. Sie halten nichts von ehernen Gesetzen. Sie sind nicht gewillt, den Status quo zu respektieren. Man kann sie zitieren, ihnen widersprechen, sie verherrlichen oder verteufeln. Nur ignorieren kann man sie nicht. Weil sie die Welt verändern. Sie treiben die Menschheit an. Auch wenn manche sie für verrückt halten, sehen wir die Genialität. Denn die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie würden die Welt verändern … sind diejenigen, die es tun werden.)

  • Wie Steve Jobs das Macintosh-Projekt entdeckt hat

    Mit dem Börsengang von Apple Computer im Dezember 1980 wurde Steve Jobs zum Multimillionär – doch er besaß nicht genügend Aktien, um Apple Computer insgesamt und damit auch seine eigene Aufgabe innerhalb von Apple bestimmen zu können. Anfang 1981 stand er zumindest ohne Verantwortung für ein bestimmtes Projekt da. Zum Leidwesen von Jef Raskin stürzte sich Jobs auf das Macintosh-Projekt, das zu diesem Zeitpunkt im Apple-Verwaltungssrat (Board) noch nicht so richtig ernst genommen wurde.

    Doch Steve Jobs wusste, was er wollte: Er hatte bei Xerox PARC die grafische Benutzeroberfläche des Xerox Alto gesehen. Statt grüner Buchstaben auf dunklem Hintergrund sah man weiße Dokumenten-Fenster mit schwarzer Schrift – wie bei einem Blatt Papier. Verschiedene Schriftarten konnten ausgewählt werden. Die Grafikkarte steuerte auf dem Bildschirm frei einzelne Pixel an. Mit Hilfe einer Maus konnte ein Zeiger auf dem Bildschirm bewegt werden, um Texte zu markieren oder Befehle auszuführen. Dateien wurden durch Symbole auf einem virtuellen Schreibtisch repräsentiert.


    Demo des Xerox Alto (aus: Triumph of the Nerds)

    Den Alto konnte man nicht kaufen. Allein der Hauptspeicher dieses Experimental-Computers hätte zu diesem Zeitpunk rund 7000 Dollar gekostet. Jobs wollte einen Computer noch besser als der Alto – und auch besser als Apples Lisa. Die neue Wundermaschine sollte aber nur einen Bruchteil von Lisa kosten, für den man inklusive externer Festplatte rund 12 000 Dollar zahlen musste.
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