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  • iPad – Vom „Jesus“-Tablet zum Arbeits-Werkzeug

    iPad – Vom „Jesus“-Tablet zum Arbeits-Werkzeug

    Der Hype, den die Vorstellung des iPad 2010 auslöste, war enorm. Der Tablet Computer von Apple sollte die Ära nach dem Personal Computer einleiten. Doch so leicht lässt sich der PC vom iPad nicht verdrängen.

    Die Reaktionen auf die Vorstellung des iPad am 27. Januar 2010 fielen selbst für Apple-Verhältnisse überbordend aus. „Das letzte Mal, als es dermaßen viel Aufregung um eine Tafel gab, standen darauf ein paar Gebote“, schrieb das „Wall Street Journal“. Und auch der britische „Economist“ wählte einen religiösen Vergleich und zeigte Apple-Mitbegründer Steve Jobs weiß gekleidet und mit einen Heiligenschein auf dem Titelbild – mit einem „Jesus-Tablet“ in der Hand.

    Apple nutzte damals noch die Messe MacWorld Expo in San Francisco als Bühne, um wegweisende Produkte der staunenden Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Januar 2007 stellte Steve Jobs hier das erste iPhone vor, drei Jahre später stand die nächste wichtige Premiere an.

    https://www.youtube.com/watch?v=6Fk1V5NqoD4

    Jobs fragte das Publikum, ob es zwischen Mac(Book) und iPhone noch Platz für eine dritte Kategorie gebe – und dann zunächst minutenlang über das Netbook herzuziehen, das damals von etlichen Beobachtern als das ideale Gerät zwischen Smartphone und Laptop angesehen wurde.

    Jobs betonte, eine neue Gerätekategorie müsse sich in sieben Bereichen bewähren:

    Steve Jobs auf der iPad-Keynote
    Steve Jobs auf der iPad-Keynote

    Das Netbook sei in keiner einzigen Kategorie besser als Smartphone oder Notobook, sondern nur ein billiger Laptop. Seiner Auffassung nach konnte nur das iPad diese Lücke ausfüllen.

    Der Saal tobte und spendete viel Beifall. Am Abend nach der Vorstellung kamen beim damaligen Apple-Chef, der knapp zwei Jahre vor seinem Tod schon stark von seiner Krebserkrankung gezeichnet war, dagegen vor allem kritische Reaktionen an. Sein Biograf Walter Isaacson erinnert sich: „Als wir uns zum Abendessen in seiner Küche trafen, tigerte er ruhelos um den Tisch und rief E-Mails und Internetseiten auf seinem iPhone auf.“ Was er dort las, frustrierte Jobs sehr. „Ich habe in den letzten 24 Stunden rund 800 Nachrichten per E-Mail bekommen. In den meisten davon beklagt man sich. ‚Es gibt kein USB-Kabel! Dieses gibt es nicht, jenes gibt es nicht.’“

    Doch als das iPad dann wenige Monate später in die Läden kam, verflog der Frust bei Jobs sehr schnell. In nicht einmal einem Monat verkaufte Apple eine Million iPads. Diese Schwelle wurde in der Hälfte der Zeit erreicht, die das iPhone dafür benötigte. Im März 2011, neun Monate nach der Produkteinführung, waren bereits 15 Millionen Apple-Tablets verkauft worden. Das iPad legte damit den bis dahin erfolgreichsten Verkaufsstart eines Elektronik-Produkts für den Massenmarkt hin.

    Die Pläne zur Entwicklung eines Tablet-Computers bei Apple reichen bis in die 80er Jahre zurück: Der damalige Apple-Chef John Sculley, der 1985 Steve Jobs aus dem Unternehmen gedrängt hatte, wollte 1987 sein Profil als „Visionär des 21. Jahrhunderts“ schärfen und stellte in einem Buch das Konzept eines „Knowledge Navigator“» vor. In einem aufwendig produzierten Video wurde die Vision eines vernetzten Tablet-Computers visualisiert, der Persönlicher Digitaler Assistent (PDA), Kommunikationszentrale und vernetzte Wissensmaschine in einem ist.

    Der Versuch von Sculley, diese Zukunftsvorstellung mit dem Apple Newton in die Realität umzusetzen, scheiterte spektakulär.

    Steve Jobs legte nach seiner Rückkehr zu Apple 1999 die kühnen Tablet-Pläne der Apple-Ingenieure zunächst in die Schublade und fokussierte sich auf die Wiederbelebung des Macintosh-Computers und den Einstieg ins Musikgeschäft mit dem iPod im Jahr 2001.

    Patent D504889

    Doch schon im März 2004 – drei Jahre vor dem Marktstart des iPhones – reichte Apple das Patent D504889 ein, in dem neben Jobs auch der damalige Designchef Jony Ive als Erfinder benannt war. Die Anmeldung enthielt Skizzen eines rechtwinkligen elektronischen Tablets mit abgerundeten Ecken – genau so sollte sechs Jahre später das iPad aussehen.

    Als die ersten iPad-Prototypen mit einem Multitouch-Bildschirm intern begutachtet wurden, änderte Jobs aber seine Strategie. Die neue Technik sollte zuerst den Smartphone-Markt umkrempeln. Daher kam das iPad erst drei Jahre nach dem Start des iPhones 2007 in die Läden. Wie beim iPhone setzte Apple nicht auf Chips von Intel, sondern auf eine eigene Lösung auf Basis der stromsparenden Architektur des britischen Chipdesigners ARM.

    Das iPad wurde von Anwendern nicht nur wegen der langen Akku-Laufzeiten geschätzt, sondern auch weil es als ideale Plattform für digitale Zeitungen und Magazine erschien. Springer-Chef Mathias Döpfner sagte kurz nach dem Marktstart in einem Gespräch mit dem Talkshow-Urgestein Charlie Rose: „Jeder Verleger auf der Welt sollte sich einmal am Tag hinsetzen und Steve Jobs danken, dass er die Verlagsindustrie rettet.“

    Später relativierte der Verlagschef sein Lob, auch weil er nicht bereit war, Apple finanziell in größerem Umfang an den Digitalabos zu beteiligen.

    Die Medieninhalte, aber auch Spiele und Produktivitäts-Apps trieben auf jeden Fall den iPad-Absatzerfolg an. Während im Smartphone-Markt Apple mit dem iPhone nie Anteile über 20 Prozent erreichen konnte, hängt das iPad seit 2010 die Konkurrenzprodukte von Wettbewerbern wie Samsung, Amazon, Lenovo und Microsoft ab. Eine Zeit lang sah es so aus, als würde das iPad tatsächlich auch die herkömmlichen Personal Computer massiv zurückdrängen. Die Absatzzahlen stiegen immer weiter an und erreichten 2013 mit rund 70 Millionen Stück ihren Höhepunkt. Doch danach sanken die Verkäufe wieder, auch weil das iPad lange hält und im Vergleich zum Smartphone nicht so häufig durch ein neues Gerät ersetzt wird.

    Im Jahr 2018 wurden nur noch 43,5 Millionen iPads verkauft. Seitdem berichtet Apple keine Absatzzahlen mehr. Die Absätze sollen zuletzt aber nach Analystenschätzungen wieder leicht angezogen haben. Das iPad ist aber weit davon entfernt, die Absatzzahlen der PCs zu erreichen. IDC schätzt, dass 2019 rund 267 Millionen Personal Computer weltweit verkauft wurden.

    Um die iPad-Verkäufe wieder anzukurbeln, versucht Jobs-Nachfolger Tim Cook, das iPad stärker als Produktivitätswerkzeug und Instrument für kreatives Arbeiten zu positionieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzte sich Cook auch über ein Mantra seines Vorgängers hinweg und stellte im September 2015 ein iPad Pro vor, dass über einen Eingabestift („Apple Pencil“) verfügte. Jobs hatte sich stets dagegen gewehrt, Tablet-Computer oder Smartphone mit einem „Griffel“ auszustatten. „Man muss den herkramen – und dann verliert man das Ding“, sagte Jobs bereits bei der Präsentation des ersten iPhones.

    In diesem Punkt sollte sich der ewige Jobs-Widersacher Bill Gates durchsetzen. Der damalige Microsoft-Chef, der jahrelang vergeblich versucht hatte, den Tablet-Markt in Schwung zu bringen, sagte nach der Vorstellung des iPads, der Ansatz von Microsoft, einen Griffel für die Dateneingabe zu benutzen, werde am Ende doch bestehen. „Ich habe jahrelang einen Tablet-Computer mit einem Griffel prophezeit“, sagte er Jobs-Biograf Isaacson. „Ich werde entweder recht haben oder tot sein.“

  • Die Geschichte des iPod

    Die Geschichte des iPod

    Anfang der 2000-er Jahre war die Musikindustrie verzweifelt. Die CD-Verkäufe waren im Sinkflug. Im Internet grassierte die Musik-Piraterie mit immer neuen Tauschbörsen. Und eigene Abo-Dienste der Musikverlage im Netz fanden kaum Nutzer wegen komplizierter Bedienung und umständlicher Kopierschutz-Auflagen. Da schlug die Stunde von Apple: Steve Jobs erkannte zum einen, dass die bislang verfügbaren MP3-Player nicht gut zu bedienen waren und nur vergleichsweise wenig Songs speichern konnten. Außerdem gab es keine brauchbare legale Alternative zu den illegalen Download-Angeboten wie Napster. Daher sah das Konzept von Jobs mit dem iPod nicht nur einen Player vor, sondern ein gesamtes Öko-System inklusive Online-Shop.

    iPod 1G
    Der erste iPod (2001)

    Es war ironischerweise ausgerechnet der kleine Marktanteil von Apple, mit dem Steve Jobs die misstrauische Musik-Branche köderte. Schließlich begann damals erst der Siegeszug von Apples iPod-Playern und die Macs machten gerade einmal fünf Prozent des PC-Geschäfts aus: „Wir erklärten, dass der Schaden ziemlich begrenzt wäre, wenn der Store floppt“, erinnerte sich Jobs in seiner Biografie. Er hatte sich zunächst dagegen gewehrt, den iTunes-Store auch Windows-Nutzern zugänglich zu machen – am Ende ebnete der Schritt auf die PC-Plattform den Weg zu Apples Dominanz im Musikmarkt.

    Der Schlüssel war Jobs‘ Meisterleistung, die zerstrittenen großen Musikkonzerne unter ein Dach zu bringen. Kaum jemand hielt das für möglich, der Erfolg schockierte unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates. Die Musik-Manager lernten bei den Verhandlungen den „guten“ und auch den „bösen“ Steve kennen. „Ihnen geht wohl der Arsch auf Grundeis, was?“, fuhr der notorisch raubeinige Apple-Gründer die Industrie-Kapitäne gleich beim ersten Treffen an. Später scheute er dagegen keine Mühe, um die Manager zu umgarnen.

    Jobs war überzeugt, dass das beste Mittel gegen Raubkopien eine einfache und günstige legale Alternative sein musste. Er setzte durch, dass die Songs quer durch die Bank 99 Cent kosteten und auch einzeln heruntergeladen werden durften. Diese Entscheidungen gaben auf Jahre den Ton für die Entwicklung des Musikgeschäfts an. Als Apple schließlich dem Drängen der Musik-Industrie nachgab und flexiblere Preise zwischen 69 Cent und 1,29 Dollar bzw. Euro zuließ, konnte Jobs als Gegenleistung das Ende des Kopierschutzes aushandeln.

    Hier die Entwicklung des iPod in chronologischer Reihenfolge:

    2001
    Jon Rubinstein stellte im Februar 2001 Steve Jobs eine erste, nur 1,8 Zoll messende Festplatte und die Idee eines iPod vor. Steve Jobs antwortete ihm: „Go for it!“. Rubinstein stellte ein Team zusammen, um den iPod zu entwerfen. Dazu gehörten die Hardware-Ingenieure Tony Fadell und Michael Dhuey sowie den Hardware-Designer Jonathan Ive.

    Die ersten Prototypen sahen bewusst völlig anders aus als das ins Auge gefasste Design, um Leaks zu unterbinden.

    Der Player wurde in weniger als einem Jahr entwickelt und am 23. Oktober 2001 als Mac-kompatibles Gerät mit einer 5 Gigabyte-Festplatte vorgestellt („1,000 songs in your pocket.“)

    Präsentation des ersten iPods

    Dass der iPod so einen durchschlagenden Erfolg haben würde, zeichnete sich damals noch nicht ab. Das lag auch daran, dass die Menschen in den USA nur wenige Wochen nach den verheerenden 9/11-Anschlägen schockiert waren, was sich auch auf das Konsumklima auswirkte. Zum anderen sahen etliche Beobachter im iPod nur einen weiteren MP3-Player, einen von vielen. Den Unterschied sollte aber das Bedienungskonzept inklusive der dazugehörigen Software machen. Diese war zunächst nur für den Mac erhältlich, fand ihren Weg aber schnell in die Windows-Welt. In einem gemeinsamen Interview mit Microsoft-Mitbegründer Bill Gates bezeichnete Steve Jobs im Jahr 2007 auf der Konferenz D5 die iTunes-App für Windows als ein „Glas mit Eis-Wasser für jemanden, der in der Hölle schmort“ und hatte damit die Lacher auf seiner Seite:

    Die zum iPod gehörende iTunes-Software basiert weitgehend auf der kommerziellen MP3-Applikation SoundJam MP, die vom Software-Verlag Casady & Greene entwickelt wurde. Letztendlich übernahm Apple die Entwickler mitsamt der Software. Die erste Version von iTunes im Januar 2001 war daher SoundJam MP sehr ähnlich.

    2002
    Am 21. März 2002 wurde ein zweites Modell mit einer Zehn-Gigabyte-Festplatte eingeführt. Am 17. Juli 2002 wurde die zweite Generation der iPods angekündigt. Diese wurden mit einer zehn oder 20 Gigabyte großen Festplatte, einem berührungssensitiven Scrollrad und einer Fernbedienung im Kopfhörerkabel ausgerüstet.

    Die 2. iPod-Generation wurde als getrennte Versionen für Mac und Windows ausgeliefert. Das Gehäuse wurde flacher gestaltet sowie das mechanische Scrollrad durch ein berührungsempfindliches ohne bewegliche Teile ersetzt. Da iTunes für Windows noch nicht existierte, war dem Windows-iPod die MusicMatch Jukebox zum Synchronisieren beigelegt.

    2003
    Die dritte Generation wurde am 28. April 2003 vorgestellt. Diese Generation sollte mit neuem Design, berührungsempfindlichen Tasten, Dock Connector (statt FireWire-Buchse), USB-Anschluss und mit einer Verkleinerung der Akkuladung von 10 auf 8 Stunden Laufzeit auf den Markt kommen, und zwar mit je einer 10, 15 oder 30 Gigabyte großen Festplatte. Ab dem 8. September 2003 waren die iPods der dritten Generation mit 20 und 40 Gigabyte großen Festplatten erhältlich. Im September 2003 wurde der millionste iPod verkauft.

    2004
    Im Januar 2004 wurde der iPod mini angekündigt. Bei diesem Gerät waren Touch Wheel und Tasten erstmals unter einer Oberfläche, dem so genannten Click Wheel, vereint und er war in den Farben Silber, Blau, Grün, Pink und Gold erhältlich. Die Nachfrage nach dem iPod mini war so groß, dass am 17. Februar bereits über 100.000 Vorbestellungen eingegangen waren. Am 20. Februar 2004 begann schließlich die Auslieferung in Amerika, wohingegen der Start für Europa am 25. März auf Juli 2004 verschoben wurde. Am 24. Juli startete man auch in Europa mit dem Verkauf des iPod mini.
    Am 19. Juli 2004 war die vierte Generation des iPod als 20 und 40 GB-Modelle erhältlich. Dabei besaßen diese nun wie der iPod mini ein Click Wheel und die Spieldauer wurde laut Hersteller von acht auf zwölf Stunden erhöht.
    Die ersten Vorbestellungen des iPod photo und des limitierten iPod U2 wurden am 26. Oktober 2004 entgegengenommen. Ersterer hatte erstmals ein Farbdisplay, eine verbesserte Akkudauer von 15 beziehungsweise 5 Stunden bei Musik- respektive Diashow-Wiedergabe. Die U2 Special Edition besaß eine schwarze Front mit einem roten Click Wheel und eine Gravur der Unterschriften der vier Bandmitglieder von U2 auf der Rückseite. Außerdem bekamen Käufer einen Rabatt auf „The Complete U2“ im iTunes Music Store.

    2005
    Am 11. Januar 2005 wurden zwei Modelle des iPod shuffle mit 512 Megabyte bzw. 1024 Megabyte Speicherplatz auf Flash-Speicher-Basis vorgestellt. Sie hatten jeweils 18 Stunden Akkulaufzeit, kein Display und gaben alle eingespeicherten Lieder zufällig wieder.
    Am 23. Februar 2005 erschienen Updates des iPod mini (mit 4 bzw. 6 GB erhältlich, Akkulaufzeit jetzt 18 Stunden), des iPod der 4. Generation (nur mit 20 Gigabyte erhältlich) und des iPod Photo (nun mit 30 bzw. 60 Gigabyte erhältlich). Außerdem wurden für alle Modelle die Preise gesenkt.
    Der iPod Photo war seit dem 28 Juni 2005 nicht mehr erhältlich. Stattdessen wurde der iPod nun mit einem Farbdisplay und Kapazitäten von 20 bzw. 60 GB angeboten. Auch der iPod U2 Special Edition bekam nun ein Farbdisplay. Die Preise für iPod, iPod U2 Special Edition und iPod shuffle 1 GB wurden gesenkt.
    Software-Update zur Unterstützung von Podcasts erschien im Juli (zusammen mit iTunes 4.9, aber nur für iPods der vierten Generation und iPod mini).

    Apple Music Special Event 2005 – Die Präsentation des iPod nano

    Der iPod nano mit 2 und 4 GB Flash-Speicher wurden am 7. September 2005 vorgestellt. iTunes war nun in der Version 5 verfügbar. Die Produktion des iPod mini wurde eingestellt.

    Apple Event San Jose 2005 – Die Präsentation des iPod Video

    Apple präsentierte am 12. Oktober 2005 die fünfte Generation des iPods, der nun erstmals Videos abspielen konnte. Er war in 30 GB und 60 GB und ebenso wie der iPod nano in zwei Farben erhältlich. Der iPod U2 Special Edition wurde nun nicht mehr hergestellt. iTunes war in der Version 6 mit neuer Videofunktion und Videostore erhältlich, in dem (zumindest im amerikanischen ITMS) nun auch Fernsehserien, Musikvideos sowie erfolgreiche Pixar-Kurzfilme zum Verkauf angeboten werden.

    2006
    Apple präsentierte am 10. Januar 2006 das Zubehör iPod Radio Remote für iPod video und nano. Gleichzeitig war eine neue Firmware-Version erschienen, welche die Unterstützung der Fernbedienung gewährleistete und einige Fehler korrigierte.
    Am 7. Februar 2006 reduzierte Apple die Preise der iPod-shuffle-Reihe und führte den iPod nano mit 1 GB ein.
    Am 6. Juni 2006 präsentiert der Hersteller den neuen iPod U2 Special Edition mit 30 GB. Zusätzlich zu den Besonderheiten der ersten Version erhielt der Käufer nun einen Gutschein für 30 Minuten „exklusives U2-Videomaterial“ aus dem iTunes Store.
    Apple präsentierte am 12. September 2006 die zweite Generation des iPod nano, aktualisierte den iPod der fünften Generation und der iPod shuffle bekam ein komplett neues Design. Den iPod gab es nun in einer 30 und einer 80 GB-Version und das Display war nun deutlich heller. Außerdem gab es im neuen iTunes Store nun auch Spiele für den iPod zu kaufen. Den iPod nano gab es nun mit 2, 4 oder 8 GB Speicherkapazität und einem Aluminiumgehäuse in den Farben Silber, Schwarz, Blau, Pink und Grün. Der iPod shuffle war kleiner als die Vorgängergeneration, besaß ein silberfarbenes Aluminiumgehäuse, hatte einen integrierten Clip, mit dem er an der Kleidung befestigt werden konnte, und war nur noch mit 1 GB Speicherkapazität erhältlich.
    Am 13. Oktober stellte Bono von U2 den iPod nano (PRODUCT) RED™ in rot mit 4 GB Speicher vor. Von jedem Verkauf spendete Apple 10 US-$ an die HIV/AIDS-Hilfestiftung Global Funds zur Hilfe in Afrika.
    Die Verschmelzung von Nike mit dem iPod nano begann am 1. November 2006: Das Nike+Paket beinhaltete einen Sensor und einen Adapter für den iPod nano.
    Am 3. November bot Apple den iPod nano (PRODUCT) RED™ nun auch in einer 8 GB-Version an.

    2007
    Am 9. Januar 2007 stellte Steve Jobs auf der Macworld das iPhone vor und am 30. Januar bot Apple den iPod shuffle in fünf Farben an: neu waren Pink, Orange, Grün und Blau.
    Am 5. September wurde die komplette iPod-Linie erneuert: Der iPod shuffle war nun als (PRODUCT) RED™ erhältlich, der iPod nano konnte nun Videos abspielen, der iPod wurde zum iPod classic und der iPod touch wurde vorgestellt.

    Apple Music Event 2007 – Die Präsentation des iPod touch

    Das iPhone wurde am 9. November erstmals in Deutschland verkauft, nachdem es in den USA schon seit dem 28. Juni verfügbar war.

    2008:

    Seit dem 21. Januar 2008 ist der iPod nano auch in der Farbe Pink erhältlich. Am 5. Februar 2008 wurde der iPod touch zusätzlich mit 32-GB-Speicher und das iPhone mit 16-GB-Speicher angeboten. Am 19. Februar wurde der iPod shuffle im Preis gesenkt und erhielt eine neue 2-GB-Version. Am 9. September 2008 stellte Apple die vierte Generation des iPod nano, die zweite Generation des iPod touch sowie neue Farbvarianten des iPod shuffle vor. Seit diesem Zeitpunkt gab es den iPod classic in der 120-GB-Version.

    2009:

    Am 11. März 2009 wurde der iPod shuffle der dritten Generation vorgestellt. Er verfügt über eine Speicherkapazität von 2 oder 4 GB, lässt sich ausschließlich über die mitgelieferte Kopfhörerfernbedienung steuern und ist in den Farben Schwarz, Silber, Grün, Hellblau und Pink erhältlich, außerdem gibt es eine Special Edition in Edelstahl. Am 9. September 2009 stellte Apple auf einem Special Event mit dem Titel „It’s only rock and roll, but we like it“ die nächste Generation des iPod nano, des iPod classic und eine Überarbeitung des iPod touch sowie des Programms iTunes 9.0 vor.

    2010:

    Am 1. September 2010 stellte Apple eine neue Generation des iPod nano ohne Kamera und Videofunktion – allerdings mit Multitouch – vor. Des Weiteren wurde der iPod touch in der vierten Generation vorgestellt. Dieser ist dünner und hat zwei Kameras an Vorder- und Rückseite für Videoaufnahmen in HD (720p). Weiterhin ist die Nutzung von FaceTime möglich, das Apple bereits beim iPhone 4 vorgestellt hatte. Er hat ein Gyroskop und Retina-Display, allerdings keinen Blitz. Der iPod shuffle erhielt ein schlankeres Design sowie die bei der vorhergehenden Generation von vielen Kunden vermissten Tasten zurück. Außerdem werden nun Playlists und VoiceOver unterstützt. Weiterhin wurde iTunes in der Version 10 vorgestellt.

    2011:
    Apple stellte am 4. Oktober 2011 eine aktualisierte Version des iPod touch vor, der technisch mit der Vorgängergeneration identisch ist. Er ist nun auch in Weiß erhältlich und wird mit iOS 5 ausgeliefert. Gleichzeitig zeigte man den iPod nano 6G, der durch ein Upgrade eine neue Benutzeroberfläche, neue Uhrendesigns und mehr Fitnessfunktionen besitzt, bei denen sich die letzten erfassten Aktivitäten in Kategorien anzeigen lassen.

    2012:
    Apple stellte am 14. September 2012 eine aktualisierte Version des iPod touch, sowie des iPod nano vor. Der iPod touch hat ein 4?-Retina-Display erhalten, und den A5 Prozessor, der schon im iPhone 4S verwendet worden war. Zum Anderen ist er im Vergleich zu seinem Vorgänger dünner geworden und wird mit iOS 6 ausgeliefert. Der iPod touch ist jetzt in mehreren Farben verfügbar. Der iPod nano hat ein größeres Display erhalten und ähnelt leicht dem iPod touch, läuft jedoch nicht mit iOS.

    Am 9. September 2014 wurde der Verkauf des iPod classic eingestellt.

    Im Juli 2017 wurde der Verkauf des iPod shuffle und iPod nano eingestellt. Damit ist der iPod touch der letzte noch von Apple produzierte iPod.

    Unter Verwendung der Artikel
    Apple iPod. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. Juni 2008, 12:37 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Apple_iPod&oldid=47200961 (Abgerufen: 14. Juni 2008, 20:10 UTC)
    IPod. (2008, June 14). In Wikipedia, The Free Encyclopedia. Retrieved 20:24, June 14, 2008, from http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=IPod&oldid=219332121
    iTunes. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Juni 2008, 09:32 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=ITunes&oldid=47121153 (Abgerufen: 14. Juni 2008, 20:23 UTC)
    „IPod“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. April 2018, 18:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=IPod&oldid=176989786 (Abgerufen: 1. Mai 2018, 16:46 UTC)

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  • Projekt Purple 2 – Wie Apple das iPhone als Geheimprojekt entwickelte

    Projekt Purple 2 – Wie Apple das iPhone als Geheimprojekt entwickelte

    Cover Wired Feb. 2008

    „Die Demo war schief gegangen. Schon wieder. Es war einem späten Morgen im Herbst 2006. fast ein Jahr zuvor hatte Steve Jobs rund 200 der Top-Ingenieure von Apple damit beauftragt, das iPhone zu bauen. Und hier im Sitzungssaal des Apple-Aufsichtsrats wurde deutlich, dass der Prototyp noch immer ein Desaster war. Es war buggy, es funktionierte einfach nicht. Telefonverbindungen brachen ständig ab. Der Akku stoppte den Ladevorgang, noch bevor er geladen war. Daten und Anwendungen stürzten immer wieder ab und waren dann unbrauchbar. Die Liste der Probleme schien endlos. Am Ende der Demo starrte Jobs die Leute, ein Dutzend oder so, an und sagte: ‚Wir haben noch kein Produkt.’“

    So beginnt der Bericht von Fred Vogelstein im US-Technologiemagazin „Wired“ (Feb. 2008) über den schwierigen Start eines Produktes, das später die Mobilfunkbranche gehörig umkrempeln sollte. Vogelstein ist bekannt für seine gut recherchierten Reportagen und Features. So hatte er (ebenfalls bei Wired) aufgedeckt, dass die Entstehungsgeschichte des sozialen Netzwerks Facebook etwas anders abgelaufen ist, als Gründer Mark Zuckerberg immer wieder geschildert hatte.

    Für die „Untold Story“ in Wired über die Entstehung des iPhones – eine Geschichte, die zuvor noch niemand erzählt hatte – interviewte Fred Vogelstein unzählige Akteure und Beobachter und konnte auf dieser Basis über spannende Details berichten: So attackierte Apple-Chef Steve Jobs nach dem missglückten Demo-Termin im Herbst 2006 seine Mitarbeiter nicht laut schreiend – so, wie er es schon so oft zuvor getan hatte. Diesmal blieb er ganz ruhig. Die Stille machte die Runde noch nervöser als ein Wutanfall von Jobs. „Das war einer der wenigen Male bei Apple, dass mir ein kalter Schauer den Rücken herunter lief“, sagte ein Teilnehmer des Meetings.

    Die Vorgeschichte des iPhones reicht bis zum Jahr 2002 zurück. Kurz nach der Präsentation des ersten iPods beschäftigte sich die Apple-Führungsspitze konkret mit der Frage, ob Apple nicht ein (Mobil-)Telefon entwickeln sollte. Jobs erkannte früh, dass der Boom Blackberry-Smartphones in den großen Firmen der USA sich früher oder später auch auf die private Kundschaft ausweiten würde. Für ihn war auch absehbar, dass die Mobiltelefone der Zukunft in der Regel einen MP3-Player eingebaut haben, so dass die Vorherrschaft des iPods als mobiler Musikplayer gefährdet schien.

    Kurzfristig war Apple aber damals nicht in der Lage, selbst ein Smartphone zu bauen. Das Betriebssystem des iPods war nicht dafür geschaffen, komplizierte Netzwerkoperationen oder aufwändige Grafiken zu bewältigen. Und vom Macintosh-Betriebssystem OS X existierte damals keine schlanke Version, die mit den damals verfügbaren Telefonchips hätte laufen können.

    Palm Treo 600

    Insbesondere der Absatzerfolg des Palm Treo 600, der die Funktionen eines Mobiltelefons, PDAs und Blackberrys vereinte, bestärkte Steve Jobs in seiner Absicht, selbst auf dem Markt der so genannten Konvergenz-Geräte aktiv zu werden. Im Jahr 2004 steuerte das iPod-Geschäft bereits zu 16 Prozent zum Umsatz von Apple bei. Doch neue Entwicklungen wie die wachsende Popularität von 3G-Handys und WiFi-Telefonen sowie die sinkenden Speicherpreise gefährdeten zumindest potenziell die Führungsposition des iPods. Außerdem wurden ständig neue Online-Musikplattformen gegründet, die dem iTunes Store von Apple Konkurrenz machen sollten.

    Motorola ROKR E1

    Vor diesem Hintergrund war rasches Handeln angesagt, auch wenn Apple selbst für die Entwicklung eines iPhones noch nicht bereit war. Auf der Suche nach Kooperationspartnern fiel die Wahl von Steve Jobs auf Motorola. Der US-Mobilfunkgigant feierte damals mit dem Designhandy RAZR große Absatzerfolge. Außerdem kannte Jobs den Motorola-CEO Ed Zander aus der Zeit, als Zander noch in der Führungsspitze von Sun Microsystems gearbeitet hatte. Das Szenario sah vor, dass Apple sich voll auf die Entwicklung der Musik-Software konzentriert, während Motorola und der Mobilfunkprovider Cingular sich um die Hardware und die komplizierte Netzwerktechnik kümmern sollten.

    Jobs erwartete von Motorola einen würdigen Nachfolger des RAZR, wurde dann aber bitter enttäuscht: Motorola legte kein neues Design-Glanzstück vor, sondern modifizierte lediglich das vorhandene Modell E398 geringfügig. Auf das iTunes-kompatible Handy passten gerade mal 100 Songs. Die Musikstücke konnten nur über einen PC auf das Mobiltelefon gelangen. Und außerdem war das ROKR E1 in den Augen von Steve Jobs auch noch äußerst hässlich geraten.

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