Kategorie: Top Right

  • Wie Apple sich nach dem Tod von Steve Jobs verändert hat

    Wie Apple sich nach dem Tod von Steve Jobs verändert hat

    Am 5. Oktober 2011 hatte Steve Jobs den Kampf gegen sein Krebsleiden verloren. Er wurde nur 56 Jahren alt. Auch zehn Jahre nach seinem Tod ist die Philosophie von Apple untrennbar mit den Vorstellungen des charismatischen Mitbegründers verbunden. Doch wie würde sich Apple nach dem Tod von Steve Jobs entwickeln? Viele Apple-Fans, aber auch professionelle Beobachter und Geschäftspartner, sahen schwarz für die Zukunft von Apple. Doch in den Monaten vor seinem Tod hatte Steve Jobs mit wichtigen Personalentscheidungen selbst dafür gesorgt, dass Apple nicht nur irgendwie weitermachen, sondern sich zu neuen Höhen aufschwingen konnte.

    Nachfolger Tim Cook

    Die wichtigste Entscheidung, die Steve Jobs wenige Wochen vor seinem Tod getroffen hat, betraf seine eigene Nachfolge. Er übergab das Ruder an Tim Cook, obwohl der Spitzenmanager für das operative Geschäft bislang nicht als charismatische Führungspersönlichkeit aufgefallen war. Seine Berufung als Apple-CEO am 24. August 2011 hatte viele Beobachter verwundert. Cook war zwar – neben Designchef Jony Ive – wohl Jobs‘ wichtigster Vertrauter gewesen. Doch „Tim“, wie ihn alle bei Apple nennen, hatte sich als Logistik- und Produktionsexperte einen Namen gemacht. Er ließ nicht im Ansatz das Charisma erkennen, mit dem Jobs regelmäßig die Massen in seinen Bann gezogen hatte.

    Zu den Skeptikern gehörte damals Larry Ellison, der mit dem Apple-Mitbegründer jahrelang eng befreundet war. Der Chef des Softwareriesen Oracle glaubte, dass Apple ohne Steve Jobs dem Untergang geweiht sei. In einem TV-Interview zog er eine Parallele zum Jahr 1985, als der Apple-Aufsichtsrat Steve Jobs aus der Firma gedrängt hatte. In den folgenden zwölf Jahren wurde Apple so runtergewirtschaftet, dass das Unternehmen 1997 kurz vor der Pleite stand und Jobs als Retter zurückgeholt wurde. „Wir haben Apple ohne Steve Jobs gesehen. Wir haben Apple mit Steve Jobs gesehen. Jetzt werden wir Apple ohne Steve Jobs sehen“, sagte Ellison. „Steve Jobs ist unersetzlich.“

    Doch es kam nach dem Tod von Jobs ganz anders, als Ellison es befürchtet hatte. Apple verkauft so viele Geräte und Dienstleistungen wie noch nie. Im August 2018 ging der iPhone-Hersteller als erster US-Konzern in die Finanzgeschichte ein, der eine Billionen-Dollar-Bewertung an der Börse schaffte. Dieses Jahr waren es bereits 2,5 Billionen.

    Börsenwert Apple Inc. von 2011 bis 2021

    Neben dem Börsenboom hat nach Experten-Einschätzung vor allem die hohe Kundenloyalität zum Aufstieg beigetragen. „Wenn ein neuer Nutzer anfängt, ein Apple-Smartphone zu benutzen, bleibt er in der Regel bei einem Apple-Smartphone“, sagt Jeriel Ong, ein Aktienanalyst der Deutschen Bank.

    Und die Rally ist noch nicht zu Ende. Seit Oktober 2011 hat sich der Aktienkurs splitbereinigt von rund 13 Dollar auf ein Allzeithoch von knapp 150 Dollar gesteigert. Außerdem verwöhnt Cook die Aktionäre regelmäßig mit Dividenden, die Jobs stets abgelehnt hatte. Cook gelang es, mit dem iPhone ständig neue Käufergruppen zu erobern. Außerdem baute er das Angebot von Zusatzgeräten wie der Computer-Uhr Apple Watch oder den AirPods-Ohrhörern aus und platzierte Abo-Dienste wie iCloud und Apple TV+ am Markt. Außerdem gelang es ihm, höhere Preise für seine Produkte zu verlangen, so dass inzwischen ein Großteil der Gewinne der gesamten Branche bei Apple landen.

    Ein großer Präsentator auf der Bühne ist Tim Cook aber auch bis heute nicht. Trotzdem hat er inzwischen eigene Akzente gesetzt, die ihn von seinem Vorgänger deutlich absetzen. Ein Beispiel dafür ist das Thema Umwelt. Steve Jobs lieferte sich 2008 mit Vertretern von Greenpeace noch hitzige Wortgefechte, als die Umweltschützer ihn aufforderten, in den Apple-Produkten auf bromierte Flammschutzmittel zu verzichten. Diese sind unter Umständen giftig, in der Umwelt schwer abbaubar und reichern sich in Lebewesen an.

    Unter der Regie von Cook verzichtete Apple nicht nur auf die umstrittenen Flammschutzmittel, sondern auch auf alle anderen Umweltgifte in der Produktion. Außerdem stellte er den Konzern komplett auf erneuerbare Energie um. Dieses ambitionierte Projekt soll nun auch auf die komplette Lieferkette ausgedehnt werden. Diese Veränderung wurde auch von Greenpeace registriert. „Seit Tim Cook die Leitung von Apple übernommen hat, hat er den Umweltschutz zu einem wichtigen Bestandteil der Identität des Unternehmens gemacht“, erklärte die Organisation 2017 bei der Veröffentlichung eines Reports zu Umweltstandards bei Elektronikherstellern.

    In der Politik setzt sich Cook offen für die Rechte von Minderheiten und Personen mit LGBTQ+-Hintergrund ein – er ist selbst ein schwuler Mann. Zudem legt er bei Apple Wert auf die Verfolgung einer Datenschutzstrategie, selbst wenn die zuletzt Risse bekommen hatte.

    Doch was ist mit den Innovationen, die Steve Jobs Apple brachte? Den Mac, das iPhone, das iPad? Hat der Konzern noch so viel Kraft, die Branche umzukrempeln? Die Apple Watch, das erste wirklich neue Produkt unter Cook, hat sich am Markt durchgesetzt, hängt aber am Tropf des iPhone. Bei den Macs ist man zu ARM gewechselt und hat sie wieder richtig flott gemacht. Am Apple Car“ bastelt der Konzern ebenso noch wie an einer Augmented-Reality-Brille. Solche AR-Technik hält Cook für etwas, was unsere Welt verändern könnte, doch müsste sie dazu endlich fertig werden.

    Jobs‘ wichtigster Partner bei Apple, Jony Ive, hat sich zu seinem Todestag mit einem rührenden Brief im Wall Street Journal zurückgemeldet. Am meisten vermisse er die Art, wie Steve Jobs gedacht habe, er sei ständig auf alles neugierig gewesen, habe auch gewusst, wie wichtig gemeinsames Schweigen und Zuhören ist. „Nachdem er gestorben war, ging ich in den Garten. Ich erinnere mich an den Klang der Verriegelung der Holztür, als ich sie sanft geschlossen habe.“ Jobs habe sich immer, wenn er nicht denken konnte, beschwert: „So wie ich mich über meine Knie beschwere.“

    Tim Cook meldete sich zum 10. Todestag von Steve Jobs auf Twitter zu Wort und zitierte dort Steve Jobs: „Menschen mit Leidenschaft können die Welt zum Besseren verändern.“ Und dann schrieb Cook: „Kaum zu glauben, dass es 10 Jahre her ist. Wir feiern Dich heute und immer.“

    https://rumble.com/v595lsc-apple-celebrates-steve-jobs.html
  • Wer wird der Nachfolger von Tim Cook?

    Wer wird der Nachfolger von Tim Cook?

    Wie Apple die kommende Führungsgeneration aufbaut

    Vor zehn Jahren hat Steve Jobs seinen Nachfolger bestimmt. Inzwischen bereitet sich Apple auch systematisch auf die Nachfolge von Tim Cook vor. Dabei geht es nicht nur um die Chef-Position, sondern um das Management-Team insgesamt. Das soll jünger und diverser werden. An einem ungewöhnlichen Prinzip hält Apple aber fest.

    Apple-Chef Tim Cook (60) trat vor zehn Jahren in große Fußstapfen. Mit dem Tod von Steve Jobs hatte der Konzern seine Gallionsfigur verloren – den Mann, der Apple vor der Pleite gerettet und unsere technische Moderne entscheidend geprägt hat. Im Sommer 2001 war bereits klar, dass der von Jobs erkorene neue CEO Tim Cook nicht in der Lage sein würde, die Position des legendären Apple-Mitbegründers komplett auszufüllen.

    Doch entgegen mancher Befürchtungen entwickelte sich das Unternehmen unter der Führung von Cook prächtig. Der neue Chef verfügte zwar nicht über das Charisma seines Vorgängers. Aber die Kasse stimmt: Der Umsatz hat sich seit Cooks Amtsantritt mehr als verdoppelt, der Kurs der Apple-Aktie sogar fast verzehnfacht. Damit diese Erfolgsgeschichte auch weitergeschrieben werden kann, wenn Tim Cook irgend nicht mehr an der Spitze steht, arbeitet Apple seit Jahren am Aufbau einer neuen Generation von Führungskräften. Gleichzeitig behält das Unternehmen aber seine Organisationsstruktur bei, die für einen Konzern dieser Größe außergewöhnlich ist.

    Vor der Rückkehr von Jobs 1998 war Apple sehr konventionell strukturiert: Der Konzern war in Geschäftseinheiten unterteilt, die sich an den Produkten orientiert – jede mit eigenen Verantwortlichkeiten für die Gewinn- und Verlustrechnung. Es gab jeweils einen Manager für die Macintosh-Produktgruppe, die Software-Produkte und die Abteilung für Server. Wie in vielen Unternehmen dieser Größe, neigten die Manager allerdings dazu, sich untereinander zu streiten. Dabei ging es selten darum, wie man ein Produkt für die Kunden verbessern oder neue visionäre Produkte entwerfen kann, sondern um Themen wie die internen Verrechnungspreise für Dienstleistungen innerhalb des Konzerns, von denen die Anwender aber nichts hatten.

    Außergewöhnliche Organisationsstruktur

    Steve Jobs zog noch im ersten Jahr nach seinem Comeback die Reißleine und feuerte an einem einzigen Tag alle Geschäftsführer der bestehenden Geschäftseinheiten und verkündete eine umfassende Reorganisation. Das gesamte Unternehmen wurde auf eine konzernweite Gewinn- und Verlustrechnung umgestellt. Damit wurde auch nicht mehr mühsam ausgerechnet, wie sich die einzelnen Bereiche separat schlagen. Seitdem sind Senior Vice Presidents für Funktionen zuständig, nicht mehr für einzelne Produkte. Damit sollte ein einheitlicher Prozess ermöglicht werden, der von der Produktentwicklung über die Produktion bis hin zum Verkauf reicht, ohne dass sich die Manager Gedanken machen müssen, ob ihr Segment auch stets profitabel ist.

    An diesem von Steve Jobs eingeführten Prinzip hat Tim Cook auch nicht gerüttelt, obwohl Apple seit der Einführung der Organisationsstruktur gemessen am Umsatz fast 40-mal so groß und weitaus komplexer ist als 1998. Die Position des CEO ist und bleibt der einzige Punkt im Organigramm des Unternehmens, an dem sich Design, Technik, Betrieb, Marketing und der Verkauf der wichtigsten Apple-Produkte treffen. Zu den moderaten Änderungen, die Cook an der Führungsstruktur vorgenommen hat, gehört die Aufteilung der Hardware-Abteilung in die Bereiche Hardware-Engineering und Hardware-Technologien. Außerdem wurde ein neuer Vorstandsposten für den Bereich Künstliche Intelligenz eingerichtet.

    Als Cook vor zehn Jahren als CEO das Ruder übernahm, stand ihm vor allem Designchef Jony Ive zur Seite. Der Brite war nicht nur für die Gestaltung der Apple-Geräte verantwortlich, sondern verkörperte so etwas wie Herz und Seele von Apple. Er bestimmte allerdings auch mit seinen teilweise umstrittenen Ideen auch die Technik. So waren letztlich die Vorgabe von Ive, wie dünn die neuen Macbook-Modelle sein müssen, dafür mitverantwortlich, dass Apple mit dem dafür notwendigen Tastatur-Design in Schwierigkeiten kam. Erst mit dem Zugeständnis, dass die Notebooks wieder einen Hauch dicker sein dürfen, damit eine Tastatur mit dem bewährten Scheren-Mechanismus Platz findet, konnte das „Keyboard-Gate“ zu den Akten gelegt werden.

    Kronprinz Jeff Williams

    Chief Operating Officer Jeff Williams zeigt die Apple Watch Series 6 am 15. September 2020. Foto: Apple

    Mit dem Ausscheiden von Ive, der Apple Ende 2019 verlassen hat, ist die Position des Chief Design Officers bei Apple vakant. Ives Aufgaben hat Chief Operations Officer Jeff Williams übernommen, der Brite ist angeblich noch als Berater aktiv. Mit der Verantwortung für das operative Geschäft und das Design der Apple-Produkte ist Williams nun aber der mit Abstand mächtigste Mann im Apple-Vorstand hinter Cook.

    Williams hat Maschinenbau studiert und genauso wie Konzernchef Cook einen MBA-Titel an der Duke University erlangt. Wie sein Chef ist Williams eher ein Zahlentyp, kein Designer. Mit der Ive-Nachfolge wurden im Designbereich die Strukturen geändert. Jony Ive war noch dem Konzernchef zugeordnet und berichtete direkt an Steve Jobs und später an Tim Cook. Nun unterstehen sowohl der für das Softwaredesign verantwortliche Alan Dye (Vice President of Human Interface Design) als auch die Hardwaredesign-Chefin Evans Hankey (Vice President of Industrial Design) Williams direkt.

    Mit der großen Machtfülle wird Williams als der offensichtliche Erbe von Cook angesehen, auch weil er in den vergangenen Jahren unter Cook die globalen Operationen des Unternehmens geleitet hat. Ein Übergang auf Williams wäre allerdings kein Generationswechsel, denn er ist nur zwei Jahre jünger als der 60 Jahre alte Konzernchef.

    Nach einem ganz jungen Nachwuchstalent sucht man in der Vorstandsriege aber vergebens. Das Gremium sei „größtenteils mit Senior Vice Presidents besetzt, die mehr als zwei Jahrzehnte bei Apple gearbeitet haben, zig Millionen Dollar verdient haben und im Alter von 55 bis 60 Jahren sind oder sich diesem nähern“, stichelte Apple-Kenner Mark Gurman vom Nachrichtendienst Bloomberg im vergangenen Sommer. Nur Softwarechef Craig Federighi (52) und der neue Senior Vice President für Hardware Engineering, John Ternus (45), fallen aus dieser Reihe.

    Nicht mehr Club der grauen Haare

    Dabei hat sich in der Ära von Tim Cook bereits eine Menge geändert. Nach Abgang von Ive sitzen nur noch zwei Männer neben Cook im Apple-Vorstand, die dort schon vor zehn Jahren vertreten waren, nämlich Eddy Cue und Jeff Williams. Nicht mehr bei Apple ist der ehemalige iOS-Chef Scott Forstall, der von Tim Cook nach der misslungenen Einführung von Apple Maps im Oktober 2012 gefeuert wurde. Die anderen Top-Manager aus der frühen Cook-Ära sind inzwischen im Ruhestand oder ins zweite Glied zurückgetreten. Dazu gehört auch der ehemalige Marketing-Chef Phil Schiller, der nun nicht mehr Vice President ist, sondern sich als Apple Fellow unter anderem um den App-Store kümmert.

    Im Gegensatz zum Team, mit dem Tim Cook vor zehn Jahren angetreten ist, präsentiert sich inzwischen der Apple-Vorstand auch nicht mehr als Club von älteren Männern mit grauen Haaren. Bruce Sewell, bis Ende 2017 der Leiter der Apple-Rechtsabteilung, wurde durch Katherine Adams ersetzt. Als zweite Frau sitzt Retail-Chefin Deirdre O’Brien (55), die Herrscherin über alle Apple Stores, im Vorstand.

    Bozoma Saint John

    Foto: Bozomaasst — CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91492293

    Wie schwer sich Frauen in der Apple-Hierarchie tun, kann man an der Karriere der schwarzen Musik-Managerin Bozoma Saint John (44) ablesen. „Badass Boz“, wie sie sich auf Instagram nennt, startete ihre Laufbahn als Assistentin des Filmemachers Spike Lee und kam 2014 zu Beats Music, dem damals neuen Streaming-Service des Musikproduzenten Jimmy Iovine. Als Beats wenig später für drei Milliarden Dollar von Apple gekauft wurde, wechselte sie mit Beats als Brandmanagerin zu Apple. „Zu der Zeit gab es in den Führungsetagen niemanden, der wie ich aussah“, sagte sie später in einem Interview mit der Zeitschrift „Brigitte“. „Ich bin nicht durch die Vordertür reingekommen, sondern durch ein gekipptes Fenster gekrochen.“

    Im Apple-Universum bekannt wurde sie durch einen inzwischen legendären Auftritt auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni 2016. Das Online-Portal Buzzfeed lobte „Boz“ daraufhin als den „coolsten Menschen, der je bei einer Apple-Veranstaltung auf der Bühne stand“. Und „Wired“ fragte sich verwundert: „Wer zur Hölle ist diese Frau und wie konnte Apple sie so lange versteckt halten?“ Apple-CEO Cook ließ sie dann aber schon ein Jahr später wieder weiterziehen, als der Fahrdienstvermittler Uber mit Saint John als „Chief Brand Manager“ sein ramponiertes Image aufpolieren wollte. Mittlerweile ist „Boz“ Marketingchefin bei Netflix, dem erfolgreichsten Streaming-Dienst der Welt mit einem Marktwert von 180 Milliarden Euro.

    Experten führen Experten

    Für eine noch steilere Karriere bei Apple war Bozoma Saint John dann vielleicht doch zu schillernd. Dabei hätte sie eigentlich gut in das generelle Management-System von Apple gepasst, weil sie eine anerkannte Expertin auf ihrem Gebiet ist. Die Fachpublikation „Harvard Business Review“ beschreibt dieses Grundprinzip so: „Apple konkurriert in Märkten, in denen der technologische Wandel und die Disruption so rasant verläuft, so dass das Unternehmen sich auf das Urteilsvermögen und die Intuition von Personen mit tiefem Wissen über die dafür verantwortlichen Technologien verlassen muss.“ Das Unternehmen müsse Wetten darüber abschließen, welche Technologien und Designs in Smartphones, Computern und anderen Produkten wahrscheinlich erfolgreich sein werden, lange bevor es Markt-Feedback und solide Marktprognosen erhalte. „Wenn man sich auf technische Experten statt auf Geschäftsführer verlässt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Wetten aufgehen.“

    Daher haben bei Apple nicht die Betriebswirte, Juristen und andere „General Manager“ das Sagen, sondern die Fachleute. Der iPhone-Hersteller ist ein Unternehmen, in dem Experten andere Experten leiten. Diese Struktur baut auf der These auf, dass es einfacher ist, einem Experten beizubringen, wie man gut managt, als einen Manager zu trainieren, ein Experte zu werden. Selbst Konzernchef Tim Cook hatte Ingenieurswissenschaft studiert, bevor er sich zu einem anerkannten Logistikexperten entwickelte.

    Dieses Prinzip fußt aber auch auf den historischen Erfahrungen, die Apple mit Managern wie John Sculley, Michael Spindler und Gil Amelio, die den PC-Pionier in den achtziger und neunziger Jahren fast in den Konkurs geführt haben. Insbesondere die Ära von John Sculley hat bei Apple ein Trauma hinterlassen. Sculley war President bei der PepsiCo und wusste, wie ein großer Konzern gemanagt werden muss. Von Computern hatte er allerdings keine Ahnung. Weil er die Fachwelt aber mit innovativen Werbekampagnen wie der Pepsi-Challenge beeindruckt hatte, wurde auch Apple 1983 auf ihn aufmerksam. Steve Jobs hat ihn dann persönlich mit einem provakanten Spruch geködert. „Willst du für den Rest Deines Lebens Zuckerwasser verkaufen? Oder willst Du mit mir kommen und die Welt verändern?“, fragte Jobs den Top-Manager aus New York.

    Historisches Trauma

    Als ‘Apple's Dynamic Duo‘ gefeiert: Steve Jobs und John Sculley auf dem Cover der BusinessWeek
    Als ‘Apple’s Dynamic Duo‘ gefeiert: Steve Jobs und John Sculley auf dem Cover der BusinessWeek

    Das „Dynamic Duo“ aus Sculley und Jobs hielt aber nicht lange zusammen, sondern zerbrach zwei Jahre später über eine Auseinandersetzung, wie der damals neu entwickelte Apple Macintosh zu vermarkten ist. Jobs verlangte Preissenkungen und eine teure Werbekampagne, um den damals noch enttäuschenden Absatz des Macs zu pushen. Sculley wollte lieber den Verkauf des Apple II als Brot-und-Butter-Geschäfts fördern. Jobs unterlag in diesem Konflikt, weil der Verwaltungsrat nicht alles auf die Macintosh-Karte setzen wollte und dem ehemaligen Pepsi-Manager den Rücken stärkte. Daraufhin Jobs verließ Apple 1985 im Streit. „Nun, was soll ich sagen. Ich habe den falschen Typen eingestellt“, sagte Jobs rund zehn Jahre später in der TV-Dokumentation „Triumph of the Nerds“.

    Mit der Einstellung von Sculley hatte Jobs gegen seine eigene These verstoßen, dass Apple-Manager Experten in ihrem Fachgebiet sein sollten. In einem Interview aus dem Jahr 1984 sagte er: „Wir hatten diese Phase bei Apple, in der wir dachten: Oh, wir werden eine große Firma sein, lass uns ein professionelles Management einstellen. Wir gingen los und stellten einen Haufen professionelles Management ein. Es hat überhaupt nicht funktioniert. Sie wussten, wie man managt, aber sie wussten nicht, wie man irgendetwas erledigt. Wenn Sie ein großartiger Mensch sind, warum wollen Sie dann für jemanden arbeiten, von dem Sie nichts lernen können?“ Die besten Manager seien „die großartigen individuellen Mitarbeiter, die niemals ein Manager sein wollen, aber entscheiden, dass sie es sein müssen, weil niemand sonst einen so guten Job machen würde.“

    Im aktuellen Vorstand ist Craig Federighi das Paradebeispiel für den Grundsatz, dass Experten andere Experten leiten. Der Manager mit der markanten Frisur, mit der er sich selbstironisch auch als „Hairforce One“ beschreibt, ist studierter Informatiker.

    Craig Federighi auf der WWDC 2020. Foto: Brooks Kraft (Handout Apple)

    Nach seinem Studium hat Federighi schon bei Steve Jobs’ Firma NeXT Computer gearbeitet, wo er die Entwicklung des Enterprise Objects Framework leitete.  Nach einem kurzen Einsatz bei Apple sammelte er beim Startup Ariba als Chief Technology Officer erste Management-Erfahrung. Im Jahr 2009 kehrte Federighi zu Apple zurück und übernahm die Leitung der OS-X-Entwicklung. Seitdem kletterte er die Karriereleiter steil hinauf, auch begünstigt durch seine fulminanten Auftritte auf den Entwicklerkonferenzen WWDC und bei Produkt-Keynotes.

    Talente bei “Hair Force One”

    Im Team von Federighi haben sich zwei Manager ebenfalls einen guten Ruf erarbeitet und für höhere Aufgaben empfohlen, nämlich Jon Andrews und Sebastien Marineau-Mes. Andrews ist für CoreOS zuständig. Das ist die grundlegendste Komponente von Apples Betriebssystemen macOS, iOS, iPadOS, watchOS und tvOS, also die Schicht, die die zugrunde liegenden Funktionen wie drahtlose Netzwerke und das Dateisystem verwaltet. Etliche Apple-Beobachter trauen Andrews zu, seinen Vorgesetzten Federighi einmal beerben zu können, wenn dieser weiter befördert würde oder – was eher unwahrscheinlich ist – Apple verlassen sollte. Marineau-Mes war mal Softwarechef von Blackberry und kam 2014 zu Apple. In den ersten Jahren hatte er die heutige Rolle von Andrews inne, wurde aber 2016 damit beauftragt, sich um das Thema Systemsicherheit sowie um die Apps Fotos und Kamera zu kümmern. In jüngerer Zeit hat Marineau-Mes an Funktionen wie den neuen iOS 14 Widgets gearbeitet.

    Zur Truppe von Federighi gehört auch der Deutsche Andreas Wendke, der ebenfalls den Titel „Vice President in Software Engineering“ trägt. Er hat an der Universität Hamburg Physik studiert und arbeitet seit 1997 für Apple. Wendke hatte zuletzt einen großen Auftritt bei der Präsentation der neuen Mac-Generation mit Apples selbst entwickelten M1-Chips. Er durfte vor großem Streaming-Publikum erläutern, welche Vorteile der Umstieg von der Intel-Plattform auf die neuen ARM-Chips haben und wie leicht der Umstieg dank „Rosetta 2“ fallen wird.

    Mit seinem Auftritt ist Wendke dem breiten Publikum sogar bekannter als der wichtige Hardware-Manager Dan Riccio (57), in der Apple-Hierarchie über dem Deutschen steht. Riccio war lange Zeit im Apple-Vorstand als Senior Vice President für den Bereich Hardware Engineering zuständig. Er wird auf dem Organigramm des Apple-Managements noch immer auf dieser Position gelistet, obwohl er im Januar durch den Ingenieur John Ternus abgelöst wurde. Zu seiner neuen Rolle hat Apple sich nur kryptisch geäußert. Er dürfte sich aber auf die kommenden Virtual- und Augmented-Reality-Geräte des Unternehmens konzentrieren. Damit dürfte es sich lohnen, die Karriere von Riccio weiter zu beobachten, denn schließlich könnte es sein, dass aus seinem neuen Betätigungsfeld das neue „One More Thing“ kommen wird.

    Supertalent John Ternus

    Mit seinem Nachfolger auf der Position des Senior Vice Presidents für Hardware Engineering, John Ternus (45), hat Apple einen vergleichsweise jungen Top-Manager in seinen Reihen, der aber bereits über eine große Erfahrung verfügt. So war er bereits unter Riccio für die Hardware-Entwicklung des iPad und des Mac zuständig und zuletzt an der Entwicklung des iPhone 12 maßgeblich beteiligt. In Cupertino sagt man sich, Ternus sei ein angesehener Manager, der die Technologie versteht und trotz seines steigenden Bekanntheitsgrades bescheiden geblieben ist. Mit diesen Eigenschaften könnte er bald in die erste Reihe, auch weil er seinen Teil dazu beigetragen hat, dass der Umstieg von den Intel-Chips auf das Apple Silicon bislang so reibungslos gelaufen ist.

    Ternus ist ein Apple-Gewächs: Er hat nach seinem Ingenieursstudium an der University of Pennsylvania nur kurz bei einem Startup gearbeitet, um dort von Apple im Jahr 2001 entdeckt zu werden. Seitdem hat er fast die Hälfte seines Lebens für den iPhone-Hersteller gearbeitet.

    John Giannandrea – Foto: Handout Apple

    Bei der Besetzung wichtiger Posten wird der Konzern aber nicht immer in den eigenen Reihen fündig, sondern muss erfahrene Experten von anderen Silicon-Valley-Größen abwerben. So landete Apple im April 2018 einen großen Coup, als es Tim Cook gelang, Googles Chef für Suche und künstliche Intelligenz, John Giannandrea, einzustellen. Der gebürtige Schotte bekam den lukrativen Auftrag, die strategischen Entscheidungen zu den Bereichen „maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz“ zu verantworten und einer von 16 Führungskräften zu werden, die direkt an den Apple-Chef berichten.

    Impulse von außen

    Giannandrea, der von seinen Kollegen J.G. genannt wird, dürfte zu den bestbezahlten Apple-Managern gehören, denn Experten aus der ersten KI-Liga können im Silicon Valley auch achtstellige Jahresgehälter verlangen. Bei Google hat Giannandrea entscheidend dazu beigetragen, die Integration künstlicher Intelligenz in alle Google-Produkte voranzutreiben, einschließlich der Internetsuche, Gmail und dem Google Assistant. Die Beförderung von J.G. zum Senior Vice President bei Apple ist aber auch ein Eingeständnis, dass beim iPhone-Hersteller nicht alles rund läuft. Schließlich gehört es auch zur Aufgabe von Giannandrea dem Apple-Sprachassistenten Siri auf die Beine zu helfen, der bislang nicht mit dem Google Assistant oder Amazon Alexa mithalten kann.

    Die funktionale Organisationsstruktur von Apple dürfte den Vorstellungen von Giannandrea entgegenkommen. Schließlich wird künstliche Intelligenz in quasi allen Apple-Produkten künftig eine stärkere Rolle spielen. J.G. muss gleichzeitig aber damit klarkommen, dass Apple dem KI-Einsatz deutlich engere Grenzen setzt als sein alter Arbeitgeber. Apple hat eine viel strengere Vorstellung vom Schutz der Privatsphäre der Kunden. Das könnte bei der Entwicklung von Diensten, die neuronale Netzwerke verwenden, von Nachteil sein. Wenn Giannandrea allerdings dieser Spagat gelingt, nämlich Algorithmen zu trainieren, ohne die Privatsphäre zu gefährden, könnte er sich auch für höhere Aufgaben qualifizieren, vielleicht sogar für die Position des Apple CEO.

  • Die Geschichte des iPod

    Die Geschichte des iPod

    Anfang der 2000-er Jahre war die Musikindustrie verzweifelt. Die CD-Verkäufe waren im Sinkflug. Im Internet grassierte die Musik-Piraterie mit immer neuen Tauschbörsen. Und eigene Abo-Dienste der Musikverlage im Netz fanden kaum Nutzer wegen komplizierter Bedienung und umständlicher Kopierschutz-Auflagen. Da schlug die Stunde von Apple: Steve Jobs erkannte zum einen, dass die bislang verfügbaren MP3-Player nicht gut zu bedienen waren und nur vergleichsweise wenig Songs speichern konnten. Außerdem gab es keine brauchbare legale Alternative zu den illegalen Download-Angeboten wie Napster. Daher sah das Konzept von Jobs mit dem iPod nicht nur einen Player vor, sondern ein gesamtes Öko-System inklusive Online-Shop.

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    Der erste iPod (2001)

    Es war ironischerweise ausgerechnet der kleine Marktanteil von Apple, mit dem Steve Jobs die misstrauische Musik-Branche köderte. Schließlich begann damals erst der Siegeszug von Apples iPod-Playern und die Macs machten gerade einmal fünf Prozent des PC-Geschäfts aus: „Wir erklärten, dass der Schaden ziemlich begrenzt wäre, wenn der Store floppt“, erinnerte sich Jobs in seiner Biografie. Er hatte sich zunächst dagegen gewehrt, den iTunes-Store auch Windows-Nutzern zugänglich zu machen – am Ende ebnete der Schritt auf die PC-Plattform den Weg zu Apples Dominanz im Musikmarkt.

    Der Schlüssel war Jobs‘ Meisterleistung, die zerstrittenen großen Musikkonzerne unter ein Dach zu bringen. Kaum jemand hielt das für möglich, der Erfolg schockierte unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates. Die Musik-Manager lernten bei den Verhandlungen den „guten“ und auch den „bösen“ Steve kennen. „Ihnen geht wohl der Arsch auf Grundeis, was?“, fuhr der notorisch raubeinige Apple-Gründer die Industrie-Kapitäne gleich beim ersten Treffen an. Später scheute er dagegen keine Mühe, um die Manager zu umgarnen.

    Jobs war überzeugt, dass das beste Mittel gegen Raubkopien eine einfache und günstige legale Alternative sein musste. Er setzte durch, dass die Songs quer durch die Bank 99 Cent kosteten und auch einzeln heruntergeladen werden durften. Diese Entscheidungen gaben auf Jahre den Ton für die Entwicklung des Musikgeschäfts an. Als Apple schließlich dem Drängen der Musik-Industrie nachgab und flexiblere Preise zwischen 69 Cent und 1,29 Dollar bzw. Euro zuließ, konnte Jobs als Gegenleistung das Ende des Kopierschutzes aushandeln.

    Hier die Entwicklung des iPod in chronologischer Reihenfolge:

    2001
    Jon Rubinstein stellte im Februar 2001 Steve Jobs eine erste, nur 1,8 Zoll messende Festplatte und die Idee eines iPod vor. Steve Jobs antwortete ihm: „Go for it!“. Rubinstein stellte ein Team zusammen, um den iPod zu entwerfen. Dazu gehörten die Hardware-Ingenieure Tony Fadell und Michael Dhuey sowie den Hardware-Designer Jonathan Ive.

    Die ersten Prototypen sahen bewusst völlig anders aus als das ins Auge gefasste Design, um Leaks zu unterbinden.

    Der Player wurde in weniger als einem Jahr entwickelt und am 23. Oktober 2001 als Mac-kompatibles Gerät mit einer 5 Gigabyte-Festplatte vorgestellt („1,000 songs in your pocket.“)

    Präsentation des ersten iPods

    Dass der iPod so einen durchschlagenden Erfolg haben würde, zeichnete sich damals noch nicht ab. Das lag auch daran, dass die Menschen in den USA nur wenige Wochen nach den verheerenden 9/11-Anschlägen schockiert waren, was sich auch auf das Konsumklima auswirkte. Zum anderen sahen etliche Beobachter im iPod nur einen weiteren MP3-Player, einen von vielen. Den Unterschied sollte aber das Bedienungskonzept inklusive der dazugehörigen Software machen. Diese war zunächst nur für den Mac erhältlich, fand ihren Weg aber schnell in die Windows-Welt. In einem gemeinsamen Interview mit Microsoft-Mitbegründer Bill Gates bezeichnete Steve Jobs im Jahr 2007 auf der Konferenz D5 die iTunes-App für Windows als ein „Glas mit Eis-Wasser für jemanden, der in der Hölle schmort“ und hatte damit die Lacher auf seiner Seite:

    Die zum iPod gehörende iTunes-Software basiert weitgehend auf der kommerziellen MP3-Applikation SoundJam MP, die vom Software-Verlag Casady & Greene entwickelt wurde. Letztendlich übernahm Apple die Entwickler mitsamt der Software. Die erste Version von iTunes im Januar 2001 war daher SoundJam MP sehr ähnlich.

    2002
    Am 21. März 2002 wurde ein zweites Modell mit einer Zehn-Gigabyte-Festplatte eingeführt. Am 17. Juli 2002 wurde die zweite Generation der iPods angekündigt. Diese wurden mit einer zehn oder 20 Gigabyte großen Festplatte, einem berührungssensitiven Scrollrad und einer Fernbedienung im Kopfhörerkabel ausgerüstet.

    Die 2. iPod-Generation wurde als getrennte Versionen für Mac und Windows ausgeliefert. Das Gehäuse wurde flacher gestaltet sowie das mechanische Scrollrad durch ein berührungsempfindliches ohne bewegliche Teile ersetzt. Da iTunes für Windows noch nicht existierte, war dem Windows-iPod die MusicMatch Jukebox zum Synchronisieren beigelegt.

    2003
    Die dritte Generation wurde am 28. April 2003 vorgestellt. Diese Generation sollte mit neuem Design, berührungsempfindlichen Tasten, Dock Connector (statt FireWire-Buchse), USB-Anschluss und mit einer Verkleinerung der Akkuladung von 10 auf 8 Stunden Laufzeit auf den Markt kommen, und zwar mit je einer 10, 15 oder 30 Gigabyte großen Festplatte. Ab dem 8. September 2003 waren die iPods der dritten Generation mit 20 und 40 Gigabyte großen Festplatten erhältlich. Im September 2003 wurde der millionste iPod verkauft.

    2004
    Im Januar 2004 wurde der iPod mini angekündigt. Bei diesem Gerät waren Touch Wheel und Tasten erstmals unter einer Oberfläche, dem so genannten Click Wheel, vereint und er war in den Farben Silber, Blau, Grün, Pink und Gold erhältlich. Die Nachfrage nach dem iPod mini war so groß, dass am 17. Februar bereits über 100.000 Vorbestellungen eingegangen waren. Am 20. Februar 2004 begann schließlich die Auslieferung in Amerika, wohingegen der Start für Europa am 25. März auf Juli 2004 verschoben wurde. Am 24. Juli startete man auch in Europa mit dem Verkauf des iPod mini.
    Am 19. Juli 2004 war die vierte Generation des iPod als 20 und 40 GB-Modelle erhältlich. Dabei besaßen diese nun wie der iPod mini ein Click Wheel und die Spieldauer wurde laut Hersteller von acht auf zwölf Stunden erhöht.
    Die ersten Vorbestellungen des iPod photo und des limitierten iPod U2 wurden am 26. Oktober 2004 entgegengenommen. Ersterer hatte erstmals ein Farbdisplay, eine verbesserte Akkudauer von 15 beziehungsweise 5 Stunden bei Musik- respektive Diashow-Wiedergabe. Die U2 Special Edition besaß eine schwarze Front mit einem roten Click Wheel und eine Gravur der Unterschriften der vier Bandmitglieder von U2 auf der Rückseite. Außerdem bekamen Käufer einen Rabatt auf „The Complete U2“ im iTunes Music Store.

    2005
    Am 11. Januar 2005 wurden zwei Modelle des iPod shuffle mit 512 Megabyte bzw. 1024 Megabyte Speicherplatz auf Flash-Speicher-Basis vorgestellt. Sie hatten jeweils 18 Stunden Akkulaufzeit, kein Display und gaben alle eingespeicherten Lieder zufällig wieder.
    Am 23. Februar 2005 erschienen Updates des iPod mini (mit 4 bzw. 6 GB erhältlich, Akkulaufzeit jetzt 18 Stunden), des iPod der 4. Generation (nur mit 20 Gigabyte erhältlich) und des iPod Photo (nun mit 30 bzw. 60 Gigabyte erhältlich). Außerdem wurden für alle Modelle die Preise gesenkt.
    Der iPod Photo war seit dem 28 Juni 2005 nicht mehr erhältlich. Stattdessen wurde der iPod nun mit einem Farbdisplay und Kapazitäten von 20 bzw. 60 GB angeboten. Auch der iPod U2 Special Edition bekam nun ein Farbdisplay. Die Preise für iPod, iPod U2 Special Edition und iPod shuffle 1 GB wurden gesenkt.
    Software-Update zur Unterstützung von Podcasts erschien im Juli (zusammen mit iTunes 4.9, aber nur für iPods der vierten Generation und iPod mini).

    Apple Music Special Event 2005 – Die Präsentation des iPod nano

    Der iPod nano mit 2 und 4 GB Flash-Speicher wurden am 7. September 2005 vorgestellt. iTunes war nun in der Version 5 verfügbar. Die Produktion des iPod mini wurde eingestellt.

    Apple Event San Jose 2005 – Die Präsentation des iPod Video

    Apple präsentierte am 12. Oktober 2005 die fünfte Generation des iPods, der nun erstmals Videos abspielen konnte. Er war in 30 GB und 60 GB und ebenso wie der iPod nano in zwei Farben erhältlich. Der iPod U2 Special Edition wurde nun nicht mehr hergestellt. iTunes war in der Version 6 mit neuer Videofunktion und Videostore erhältlich, in dem (zumindest im amerikanischen ITMS) nun auch Fernsehserien, Musikvideos sowie erfolgreiche Pixar-Kurzfilme zum Verkauf angeboten werden.

    2006
    Apple präsentierte am 10. Januar 2006 das Zubehör iPod Radio Remote für iPod video und nano. Gleichzeitig war eine neue Firmware-Version erschienen, welche die Unterstützung der Fernbedienung gewährleistete und einige Fehler korrigierte.
    Am 7. Februar 2006 reduzierte Apple die Preise der iPod-shuffle-Reihe und führte den iPod nano mit 1 GB ein.
    Am 6. Juni 2006 präsentiert der Hersteller den neuen iPod U2 Special Edition mit 30 GB. Zusätzlich zu den Besonderheiten der ersten Version erhielt der Käufer nun einen Gutschein für 30 Minuten „exklusives U2-Videomaterial“ aus dem iTunes Store.
    Apple präsentierte am 12. September 2006 die zweite Generation des iPod nano, aktualisierte den iPod der fünften Generation und der iPod shuffle bekam ein komplett neues Design. Den iPod gab es nun in einer 30 und einer 80 GB-Version und das Display war nun deutlich heller. Außerdem gab es im neuen iTunes Store nun auch Spiele für den iPod zu kaufen. Den iPod nano gab es nun mit 2, 4 oder 8 GB Speicherkapazität und einem Aluminiumgehäuse in den Farben Silber, Schwarz, Blau, Pink und Grün. Der iPod shuffle war kleiner als die Vorgängergeneration, besaß ein silberfarbenes Aluminiumgehäuse, hatte einen integrierten Clip, mit dem er an der Kleidung befestigt werden konnte, und war nur noch mit 1 GB Speicherkapazität erhältlich.
    Am 13. Oktober stellte Bono von U2 den iPod nano (PRODUCT) RED™ in rot mit 4 GB Speicher vor. Von jedem Verkauf spendete Apple 10 US-$ an die HIV/AIDS-Hilfestiftung Global Funds zur Hilfe in Afrika.
    Die Verschmelzung von Nike mit dem iPod nano begann am 1. November 2006: Das Nike+Paket beinhaltete einen Sensor und einen Adapter für den iPod nano.
    Am 3. November bot Apple den iPod nano (PRODUCT) RED™ nun auch in einer 8 GB-Version an.

    2007
    Am 9. Januar 2007 stellte Steve Jobs auf der Macworld das iPhone vor und am 30. Januar bot Apple den iPod shuffle in fünf Farben an: neu waren Pink, Orange, Grün und Blau.
    Am 5. September wurde die komplette iPod-Linie erneuert: Der iPod shuffle war nun als (PRODUCT) RED™ erhältlich, der iPod nano konnte nun Videos abspielen, der iPod wurde zum iPod classic und der iPod touch wurde vorgestellt.

    Apple Music Event 2007 – Die Präsentation des iPod touch

    Das iPhone wurde am 9. November erstmals in Deutschland verkauft, nachdem es in den USA schon seit dem 28. Juni verfügbar war.

    2008:

    Seit dem 21. Januar 2008 ist der iPod nano auch in der Farbe Pink erhältlich. Am 5. Februar 2008 wurde der iPod touch zusätzlich mit 32-GB-Speicher und das iPhone mit 16-GB-Speicher angeboten. Am 19. Februar wurde der iPod shuffle im Preis gesenkt und erhielt eine neue 2-GB-Version. Am 9. September 2008 stellte Apple die vierte Generation des iPod nano, die zweite Generation des iPod touch sowie neue Farbvarianten des iPod shuffle vor. Seit diesem Zeitpunkt gab es den iPod classic in der 120-GB-Version.

    2009:

    Am 11. März 2009 wurde der iPod shuffle der dritten Generation vorgestellt. Er verfügt über eine Speicherkapazität von 2 oder 4 GB, lässt sich ausschließlich über die mitgelieferte Kopfhörerfernbedienung steuern und ist in den Farben Schwarz, Silber, Grün, Hellblau und Pink erhältlich, außerdem gibt es eine Special Edition in Edelstahl. Am 9. September 2009 stellte Apple auf einem Special Event mit dem Titel „It’s only rock and roll, but we like it“ die nächste Generation des iPod nano, des iPod classic und eine Überarbeitung des iPod touch sowie des Programms iTunes 9.0 vor.

    2010:

    Am 1. September 2010 stellte Apple eine neue Generation des iPod nano ohne Kamera und Videofunktion – allerdings mit Multitouch – vor. Des Weiteren wurde der iPod touch in der vierten Generation vorgestellt. Dieser ist dünner und hat zwei Kameras an Vorder- und Rückseite für Videoaufnahmen in HD (720p). Weiterhin ist die Nutzung von FaceTime möglich, das Apple bereits beim iPhone 4 vorgestellt hatte. Er hat ein Gyroskop und Retina-Display, allerdings keinen Blitz. Der iPod shuffle erhielt ein schlankeres Design sowie die bei der vorhergehenden Generation von vielen Kunden vermissten Tasten zurück. Außerdem werden nun Playlists und VoiceOver unterstützt. Weiterhin wurde iTunes in der Version 10 vorgestellt.

    2011:
    Apple stellte am 4. Oktober 2011 eine aktualisierte Version des iPod touch vor, der technisch mit der Vorgängergeneration identisch ist. Er ist nun auch in Weiß erhältlich und wird mit iOS 5 ausgeliefert. Gleichzeitig zeigte man den iPod nano 6G, der durch ein Upgrade eine neue Benutzeroberfläche, neue Uhrendesigns und mehr Fitnessfunktionen besitzt, bei denen sich die letzten erfassten Aktivitäten in Kategorien anzeigen lassen.

    2012:
    Apple stellte am 14. September 2012 eine aktualisierte Version des iPod touch, sowie des iPod nano vor. Der iPod touch hat ein 4?-Retina-Display erhalten, und den A5 Prozessor, der schon im iPhone 4S verwendet worden war. Zum Anderen ist er im Vergleich zu seinem Vorgänger dünner geworden und wird mit iOS 6 ausgeliefert. Der iPod touch ist jetzt in mehreren Farben verfügbar. Der iPod nano hat ein größeres Display erhalten und ähnelt leicht dem iPod touch, läuft jedoch nicht mit iOS.

    Am 9. September 2014 wurde der Verkauf des iPod classic eingestellt.

    Im Juli 2017 wurde der Verkauf des iPod shuffle und iPod nano eingestellt. Damit ist der iPod touch der letzte noch von Apple produzierte iPod.

    Unter Verwendung der Artikel
    Apple iPod. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. Juni 2008, 12:37 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Apple_iPod&oldid=47200961 (Abgerufen: 14. Juni 2008, 20:10 UTC)
    IPod. (2008, June 14). In Wikipedia, The Free Encyclopedia. Retrieved 20:24, June 14, 2008, from http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=IPod&oldid=219332121
    iTunes. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Juni 2008, 09:32 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=ITunes&oldid=47121153 (Abgerufen: 14. Juni 2008, 20:23 UTC)
    „IPod“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. April 2018, 18:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=IPod&oldid=176989786 (Abgerufen: 1. Mai 2018, 16:46 UTC)

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  • Apple Lisa: Legendäre Computerneuheit und gigantischer Flop

    Apple Lisa: Legendäre Computerneuheit und gigantischer Flop

    Apple Lisa (1983) gilt als der erste relevante Computer für den Massenmarkt, der über eine grafische Bedienoberfläche verfügte. Noch vor dem Macintosh versuchte Apple mit Lisa, das revolutionäre GUI-Konzept aus dem legendären Forschungszentrum Xerox PARC umzusetzen. Und obwohl Apple im Vergleich zum Xerox Alto, der nur in niedrigen Stückzahlen verkauft wurde, vieles richtig gemacht hat, geriet auch Apple Lisa zu einem Flop, der fast das damals noch sehr junge Unternehmen Apple Computer Inc. in den Abgrund gerissen hätte.

    1983: Apple Lisa
    1983: Apple Lisa

    Manchmal fällt der dritte Schritt viel schwerer als die beiden ersten. So erging es zumindest Anfang der 80er Jahre dem damals noch sehr jungen Start-up Apple Computer. Den ersten halbwegs brauchbaren Heimcomputer, den Apple I, hatte Mitbegründer Steve Wozniak schon 1976 entwickelt.

    Mit dem Apple II wurde das Unternehmen dann aus dem Stand aus der Garage der Eltern von Steve Jobs heraus auch kommerziell erfolgreich. Die Verkaufszahlen stiegen rasant: von 2500 Geräten im Jahr 1977 auf 210 000 im Jahr 1981. Einen Nachfolger für den ersten Megaerfolg von Apple zu finden, erwies sich jedoch als große Herausforderung. Erst am 19. Januar 1983, vor 35 Jahren, konnte Steve Jobs den Rechner Lisa ankündigen. Lisa sollte den Erfolg des Apple II fortschreiben. Doch es kam dann ganz anders.

    Zunächst hatte Steve Jobs auf die Entwicklung eines Apple III gesetzt, der sich vom Vorgängermodell Apple II gar nicht so sehr unterscheiden sollte. 80 statt 40 Zeichen pro Bildschirmzeile, mehr Speicher, kleinere Verbesserungen im Detail, aber kein großer Wurf. Es zeichnete sich dann schnell ab, dass dieser mit Tastatureingaben gesteuerte Computer die PC-Revolution nicht wirklich vorantreiben konnte.

    Der Meinungsumschwung bei Steve Jobs wurde vor allem durch mehrere Besuche 1979 im legendären kalifornischen Forschungszentrum Xerox PARC im benachbarten Palo Alto ausgelöst: „Ich war total geblendet von dem ersten Ding, das sie mir zeigten: die grafische Bedienoberfläche. Ich dachte, das ist das beste Ding, was mir je in meinem Leben unter die Augen gekommen ist“, sagte Jobs 1995 in einem TV-Interview.

    Im Xerox PARC hatte Jobs quasi die Erleuchtung gesehen. Nun wollte er auch bei Apple einen Computer bauen, der kinderleicht mit einer Maus zu bedienen war. Den Eintritt in das Forschungszentrum hatte sich Apple durch einen Aktiendeal erkauft: Xerox durfte noch vor dem Börsengang von Apple 100 000 Aktien des Start-up-Unternehmens für den Schnäppchenpreis von einer Millionen Dollar kaufen. Den Xerox-Managern dämmerte allerdings erst zehn Jahre später, dass sie Apple das geistige Eigentum ihrer Forscher im PARC für ein Taschengeld auf dem Silbertablett serviert hatten. Eine Schadenersatzklage gegen Apple hatte dann aber vor Gericht keinen Erfolg.

    Nach dem PARC-Besuch arbeiteten Jobs und viele der Lisa-Ingenieure, darunter Bill Atkinson, daran, die Ideen der Benutzeroberfläche von PARC in die Lisa zu integrieren. Atkinson entwickelte die QuickDraw-Grafikbibliothek für die Lisa und arbeitete zusammen mit Larry Tesler, der PARC verließ, um zu Apple zu wechseln, an der Entwicklung der Benutzeroberfläche der Lisa. Tesler schuf eine objektorientierte Variante von Pascal, „Clascal“ genannt, die für die Lisa-Toolkit-Programmierschnittstellen verwendet wurde. Später wurde Clascal durch die Zusammenarbeit mit dem Pascal-Schöpfer Niklaus Wirth zum offiziellen Object Pascal weiterentwickelt.

    Durch eine Umstrukturierung des Unternehmens im Jahr 1982 hatte Jobs jedoch keinen direkten Einfluss mehr auf das Lisa-Projekt, das anschließend von John Couch geleitet wurde.

    Führungskräfte in der Lisa-Entwicklungsgruppe. Von links nach rechts: Wayne Rosing (Hardware, später die gesamte Lisa-Entwicklung), Larry Tesler (Anwendungssoftware und Bibliotheken, Entwurf der Benutzeroberfläche und Tests), Bruce Daniels (Software, Systemarchitektur). Foto von John Blaustein. Scan von Seite 97 des Personal Computing Magazine, März 1983, Computer History Museum #102661078.

    Einige Jahre lang konkurrierten die Lisa- und Macintosh-Teams intern miteinander, obwohl es auch eine Zusammenarbeit gab. Bill Atkinsons QuickDraw-Grafiken wurden Teil des Macintosh, und Atkinson trug somit zu beiden Projekten bei. Der Software-Manager der Lisa, Bruce Daniels, verließ das Lisa-Projekt, um eine Zeit lang am Macintosh zu arbeiten, was die Ausrichtung des Macs auf die grafische Benutzeroberfläche der Lisa stark beeinflusste. Larry Teslers Arbeit an den objektorientierten Lisa-Toolkit-Anwendungsframeworks sollte sich später zu den MacApp-Frameworks weiterentwickeln, die Object Pascal verwendeten. Owen Densmore, der bei Xerox tätig war, arbeitete sowohl beim Lisa als auch beim Macintosh an der Drucktechnik.

    Apple unternahm mit Lisa den ersten Versuch, die grafische Bedienoberfläche auf dem Massenmarkt einzuführen. In Anzeigen wurde der Rechner als «Maserati für Ihr Gehirn» beworben.

    „Lisa war der erste kommerziell vertriebene Computer, der über eine Maus und die für uns heute selbstverständliche Benutzeroberfläche mit Fenstern und Symbolen verfügte“, sagt Andreas Stolte von Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. „Zuvor mussten die Nutzer komplizierte Befehlszeilen eintippen, um den Computer auf Trab zu halten. So vereinfachte der nach Jobs Tochter benannte Computer die Bedienung enorm.“

    Apple wollte die Kunden mit sieben Büro- und Grafikprogrammen und dem damals beachtlichen Arbeitsspeicher von einem Megabyte für Lisa gewinnen. Allerdings war der Preis viel zu hoch, um die vielen Interessenten in Scharen tatsächlich zum Kauf zu bewegen. In den USA kostete das Standardmodell der Lisa mit 68000er von Motorola (5 MHz!), 1 MByte RAM und zwei FileWare-Floppies (5 1/4 Zoll) mindestens 10.000 US-Dollar. knapp 10 000 Dollar, in Deutschland waren das rund 30 000 DM. Nicht einmal 30 000 Stück wurden verkauft.

    Aber nicht nur der hohe Preis behinderte den Erfolg der Lisa, es gab auch noch andere erhebliche Probleme. Das ausgeklügelte Betriebssystem der Lisa, das die gleichzeitige Ausführung mehrerer Programme („Multitasking“) ermöglichte, war selbst für den 68000er-Prozessor zu leistungshungrig und lief daher nur schleppend. Die Lisa wurde mit einer Reihe von Anwendungen, einschließlich Textverarbeitung und Diagrammen, ausgeliefert, was Drittentwickler davon abhielt, ihre eigene Software für das System zu schreiben. Die ursprüngliche Lisa wurde mit einem Diskettenlaufwerk („Twiggy“) ausgeliefert, das sich als unzuverlässig erwies.

    Im April 1985 zog Apple die Reißleine und stoppte die Produktion. Unverkäufliche 2 700 Exemplare wurden heimlich auf einer Müllkippe in Utah vergraben. Das Prinzip der grafischen Bedienoberfläche landete aber nicht auf dem Müll der Computer-Geschichte, sondern setzte sich auf breiter Fläche durch. Im Januar 1984 brachte Apple dann den ersten Macintosh auf den Markt, der nicht so teuer wie Lisa war und sich nach einer schwierigen Startphase dann besser verkaufte. Im November 1985 lieferte Microsoft eine erste Version von Windows ebenfalls mit grafischer Benutzeroberfläche aus.

    Die ersten kommerziellen Erfolge der Ära nach dem Apple II erlebte Steve Jobs aber nicht mehr in dem von ihm mitbegründeten Unternehmen. Im September 1985 wurde er in einem regelrechten Showdown mit dem damaligen Apple-CEO John Sculley vom Aufsichtsrat dazu gedrängt, die Firma zu verlassen. Erst im Dezember 1996 kehrte Steve Jobs dann als Retter wieder zu Apple zurück, nachdem sich das Unternehmen zuvor durch eine Serie von Fehlentscheidungen in eine Nische manövriert hatte.

    Trotz des Misserfolgs der Lisa auf dem Markt nimmt sie in der Geschichte der grafischen Benutzeroberfläche und der PCs im Allgemeinen einen wichtigen Platz ein, da sie der erste GUI-basierte Computer war, der von einem PC-Hersteller vermarktet wurde. Obwohl der Xerox Star 8010 1981 vor der Lisa auf den Markt kam, konkurrierte der Star mit anderen Workstations von Apollo und Sun. Vielleicht noch wichtiger ist, dass der Apple Macintosh ohne die Lisa und die von PARC inspirierte grafische Benutzeroberfläche nicht auf der grafischen Benutzeroberfläche basiert hätte. Beide Computer teilten Schlüsseltechnologien wie die Maus und die QuickDraw-Grafikbibliothek. Die Lisa war ein wichtiges Sprungbrett zum Macintosh und ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der grafischen Benutzeroberflächen und der Personal Computer im Allgemeinen.

    Quellen:

    (1) Eigene Recherchen

    (2) Wikipedia-Autoren: Apple Lisa. In Wikipedia, The Free Encyclopedia. abgerufen am 20. Januar 2023, https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Apple_Lisa&oldid=1134712080

    (3) Andy Hertzfeld: https://www.folklore.org/StoryView.py?project=Macintosh&story=Bicycle.txt

    (4) Roderick Perkins, Dan Smith Keller und Frank Ludolph: „Inventing the Lisa User Interface“, Interactions 4, Nr. 1 (Januar 1, 1997): 40–53, https://doi.org/10.1145/242388.242405. 

    (5) David Craig: The Legacy of the Apple Lisa Personal Computer: An Outsider’s View https://www.callapple.org/modern-apple-computing/the-legacy-of-the-apple-lisa-personal-computer-an-outsiders-view/

    (6) John Scull und Hansen Hsu: „The Killer App That Saved the Macintosh“, IEEE Annals of the History of Computing 41, no. 3 (July 2019): 42–52, https://doi.org/10.1109/MAHC.2019.2918094

    (7) Hansen Hsu: THE LISA: APPLE’S MOST INFLUENTIAL FAILURE; https://computerhistory.org/blog/the-lisa-apples-most-influential-failure/

    (8) Owen Linzmayer: Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World’s Most Colorful Company, Rev. 2nd ed. (San Francisco, CA: No Starch Press, 2004), 79-80.