Kategorie: Apple-History-TV

  • 1984 – Der berühmte Super-Bowl-Werbespot

    Die TV-Werbung von Apple im Vorfeld des Marktstarts des Apple Macintosh während des Super Bowl XVIII der amerikanischen Football-Liga NFL am 2. Januar 1984 hat Medien- und Computergeschichte geschrieben. Der von Regisseur Ridley Scott produzierte Spot „1984“ für den ersten Apple Macintosh Werbung wurde zum besten Werbespot aller Zeiten (Advertising Age). gewählt.

    Apple-Spot „1984“ für den ersten Apple Macintosh

    Zu Beginn des dritten Quarter gelang den in Führung liegenden Los Angeles Raiders ein Touchdown gegen die Washington Redskins. Statt dass die Szene noch einmal in der Wiederholung gezeigt wurde, wurden die Fernsehbildschirme im ganzen Land zwei Sekunden lang schwarz. Dann tauchten beängstigende Schwarz-Weiß-Bilder von marschierenden Drohnen auf, begleitet von unheimlicher Musik.

    Eine rebellische junge Frau im strahlend weißen Tank-Top, auf dem die Umrisse des Apple Macintosh zu sehen war, tritt in dieser spannungsgeladenen Situation als die Befreierin auf: Sie schleudert auf der Flucht vor der Orwell’schen Gedankenpolizei einen Vorschlaghammer gegen einen Großbildschirm, auf dem gerade eine Propagandarede des Big Brother läuft.

    My friends, each of you is a single cell in the great body of the State. And today, that great body has purged itself of parasites. We have triumphed over the unprincipled dissemination of facts. The thugs and wreckers have been cast out. And the poisonous weeds of disinformation have been consigned to the dustbin of history. Let each and every cell rejoice! For today we celebrate the first, glorious anniversary of the Information Purification Directive! We have created, for the first time in all history, a garden of pure ideology, where each worker may bloom secure from the pests of contradictory and confusing truths. Our Unification of Thought is a more powerful weapon than any fleet or army on Earth! We are one people. With one will. One resolve. One cause. Our enemies shall talk themselves to death. And we will bury them with their own confusion! We shall prevail!“

    Die Rede der Figur des „Big Brother“ in dem Werbespot „1984“ von Apple

    Mehr als 96 Millionen Zuschauer sahen am 22. Januar 1984 den Werbespot, der mit nichts je Dagewesenem vergleichbar war. Als die Drohnen am Ende entsetzt zusehen, wie ihr Big Brother in Rauch aufging, verkündet eine ruhige Stimme: „Am 24. Januar wird Apple Computer den Macintosh vorstellen. Und Sie werden begreifen, warum 1984 nicht wie 1984 sein wird.“

    Todd Leopold von CNN konnte sich 22 Jahre später noch genau die Ausstrahlung des Spots erinnern: „Das war eines dieser Ereignisse, zu denen man sich hingezogen fühlt, bevor man es überhaupt bemerkt“, schreib er 2006. „Nach und nach bemerkten wir eine dröhnende Stimme unter einem ausgegrauten Bild, einer attraktiven Läuferin in weißem Tank-Top und roten Shorts mit einem Vorschlaghammer, Reihen von kahlen, roboter-ähnlichen Männern, einen riesigen Fernsehbildschirm mit einem wütenden Mann.“ Leopold fragte sich damals: „Ist dies ein neuer Film von Orwells ‚1984‘? Aber was hat es mit der Läuferin auf sich?“

    Niemals werde je ein Spot „1984“ in seiner Wirkung übertreffen, meinte Leopold: „Es war unerwartet, schockierend, einzigartig, unverwechselbar inmitten der üblichen Bier- und Auto-Anzeigen, die während des Super Bowl jener Tage in den Werbepausen erschienen. „

    Obwohl der Spot rückblickend untrennbar mit der Premiere des Apple Macintosh im Jahr 1984 verbunden ist, bestand anfangs diese Verbindung gar nicht. Bereits Ende 1982 hatte die Apple-Werbeagentur Chiat/Day für das „Wall Street Journal“ eine Kampagne mit dem Apple II entwickelt, die George Orwells totalitäre Zukunftsvisionen in Gegensatz zur Apple-Philosophie stellen sollte.

    „Sechs Monate bevor wir überhaupt vom Mac wussten, hatten wir diese neue Anzeige gestaltet, die lautete: „Warum 1984 nicht wie 1984 sein wird“, sagte Lee Clow, Creative Director bei Chiat/Day. „Die Anzeige erklärte die Philosophie und den Zweck von Apple: dass Menschen – und nicht nur Regierungen oder große Unternehmen – Technologie betreiben sollten. Wenn Computer nicht unser Leben übernehmen sollen, müssen sie zugänglich sein.“

    Die Anzeige wurde nie gedruckt, sondern abgelegt, nur um im Frühjahr 1983 von Steve Hayden, dem Texter der Agentur, und Brent Thomas, dem Art Director, entstaubt zu werden. Sie suchten nach einem Aufhänger, um eine mutige Aussage über den unglaublichen neuen Macintosh zu machen. Mit umfangreichen Überarbeitungen hat das Chiat/Day-Team ein Storyboard für den 1984er Werbespot zusammengestellt, den sie für die Dreharbeiten vorschlugen.

    Der erste Mini-Film zeigte die athletische junge Frau, die von behelmten Sturmtruppen verfolgt wurde, noch mit einem Baseballschläger. Dieser wurde später durch einen Vorschlaghammer ersetzt, mit dem die Heldin dramatisch den Bildschirm zerschmettern und damit für einen Lichtblitz und einen erfrischenden Strom frischer Luft sorgen würde.

    Lee Clow, Kreativ-Chef der Agentur, beschreibt den Kontext des Spots so:

    „Es beginnt an einem Ort, der die Zukunft repräsentiert, mit Menschen, die zu einem zentralen Saal marschieren. Unsere Idee war, dass der Big Brother die Kontrolle der Technologie durch wenige repräsentiert. Viele Leute meinte, dass mit dem Big Brother IBM gemeint ist – zum Teil wegen der bläuliche Farbgebung, aber auch wegen der Wettbewerbssituation, in der sich Apple sich befand. Das war wirklich nicht die Absicht. Aber wahrscheinlich hat es auch auf dieser Ebene funktioniert.“

    Steve-Jobs-Biograf Walter Isaacson schreibt: „Das Konzept fing den revolutionären Geist des neuen Computerzeitalters ein. Besonders junge Leute aus der alternativen Szene hatten Computer lange als etwas betrachtet, das von autoritären Regierungen und Firmenimperien als Gleichschaltungsinstrument benutzt werden konnte. Seit Ende der siebziger Jahre sah man in ihnen allerdings auch ein Werkzeug zur individuellen Emanzipation. Der Werbespot erhob den Macintosh zum Kämpfer für die gute Sache – eine coole, rebellische Firma, die sich als Einzige dem großen, bösen Unternehmensimperium in den Weg stellte, das im Begriff war, die Herrschaft über die Welt zu übernehmen und die totale Gedankenkontrolle auszuüben.

    Das gefiel Jobs. Damit konnte er sich identifizieren. Er sah sich selbst gern als Rebellen und vertrat nach außen hin die Werte, für die der wilde Haufen aus Hackern und »Piraten« stand, den er für das Mac-Team angeworben hatte. Über ihrem Gebäude flatterte die Piratenflagge. Auch wenn er die Kommune in Oregon verlassen und eine Firma gegründet hatte, wollte er immer noch lieber der Gegenkultur zugeordnet werden als dem Unternehmertum. (…) Mit Ridley Scott als Regisseur, der gerade mit Blade Runner einen Riesenerfolg gefeiert hatte, konnte Jobs das aufkommende Cyberpunk-Ethos für sich und seine Firma reklamieren. Dank dieses Werbespots ließ sich Apple mit den Rebellen und Hackern, den Andersdenkenden identifizieren – und Jobs gleich mit.“

    Als die Agentur Chiat/Day Ridley Scott vorschlug, einen Spot für Apple zu drehen, dachte er, es ginge um die Beatles. „Sie sagten: ‚Nein, nein, nein. Apple ist dieser Typ namens Steve Jobs.‘ Ich sagte: ‚Wer zum Teufel ist Steve Jobs?‘ Sie sagten: ‚Es wird wahrscheinlich etwas (für Dich) sein.’“ Scott las das Drehbuch und dachte: „Mein Gott. Sie sagen nicht, was es ist, sie zeigen nicht, was es ist. Sie sagen nicht einmal, was es tut. Das war Werbung als Kunstform. Sie war verheerend effektiv.“

    Für den Spot standen Mittel zur Verfügung, die damals nicht üblich waren. Regisseur Scott verfügte über ein Produktionsetat von 900.000 Dollar (Quelle: Owen Linzmayer, Apple Confidential 2.0, San Francisco, 2014, S. 110)

    Allerdings fand sich in der Firmen-Führung von Apple kaum jemand, der die Begeisterung der Apple Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak für den teilen konnte. Erst in langen Gesprächen konnte Jobs den damaligen Apple-CEO John Sculley davon überzeugen, die Mittel für die Produktion freizugeben.

    Der Spot wurde im September 1983 in den Londoner Shepperton Studios gedreht. Scott hatte eine Besetzung von 200 Personen für eine Woche verpflichtet. Um die Rolle der verzweifelten, glatzköpfigen Arbeiter zu spielen, rekrutierte er authentische britische Skinheads und bezahlte den Komparsen 125 Dollar pro Tag, um sich die Haare zu rasieren.

    Eine geeignete Heldin zu finden, erwies sich als schwierigere Aufgabe. Viele der professionellen Modemodels und Schauspielerinnen hatten Schwierigkeiten, die geforderte Drehbewegung auszuführen, um den knapp drei Kilogramm schweren Vorschlaghammer präzise zu werfen, wie im Drehbuch gefordert. Beim Casting der Kandidatinnen im Hyde Park wäre laut Linzmayer fast eine ältere Dame getötet worden, als ein Wurf mächtig schief ging.

    Anya Major als Helding im Apple-Spot „1984“

    Wie der Zufall es wollte, war ein Model, die britische Sportlerin Anya Major, auch eine erfahrene Diskuswerferin. Sie wurde angeheuert, um die weibliche Hauptrolle zu spielen, weil sie gut aussah und in der Lage war, den Wurf fehlerfrei auszuführen,

    Die Legende besagt, der Spot sei nur einmal während des Super Bowl XVIII ausgestrahlt worden. Das stimmt nicht ganz. Zuerst bekam das Sales-Team von Apple den Spot am 23. Oktober 1983 zu Gesicht. Laut Linzmayer brachen die rund 750 Apple-Verkäufer in Jubelstürme aus. Vor einem etwas größeren Publikum wurde der Spot am 31. Dezember 1983 in Twin Falls (US-Bundesstaat Idaho) während der letzten Werbepause vor Mitternacht von Tom Frank auf KMVT vor öffentlichem Publikum uraufgeführt. Die TV-Station KMVT wurde häufiger von Werbetreibenden für Testläufe verwendet.

    Das Board of Directors von Apple konnte sich bei einem Treffen im Dezember allerdings gar nicht für den Spot begeistern. In dem Aufsichtsrat saßen damals Apple-Urgestein Mike Markkula, Teledyne-Gründer Henry E. Singleton, der Risikokapitalgeber Arthur Rock, Peter O. Crisp von Rockefeller’s Ventrock Associates und Philip S. Schlein, damaliger Chef der Kaufhauskette Macy’s California. Insbesondere Markkula und Schlein zeigten sich entsetzt. „Kein einziges Board-Mitglied mochte es“, erinnerte sich Sculley.

    Lee Clow, der Kreativ-Chef der Werbeagentur Chiat/Day, erinnert sich daran, wie weit die Vorstellungen von Jobs und dem Aufsichtsrat auseinander lagen:

    „Steve hatte mich vor eine große Herausforderung gestellt. Ich muss den Macintosh vorstellen. Es muss dramatisch werden. Es muss berühmt werden. Es muss anders sein. Wir hatten ein Meeting, bei dem wir eine ganze Reihe von Überlegungen präsentierten, die in die Einführung von Macintosh einflossen. Er dachte, es (der 1984-Spot) sei mutig, er dachte, es sei großartig. Es gab aber den Vorstand, der dachte, es sei wirklich dumm und unverantwortlich. Und es gab einen Moment, in dem das Board versuchte, den Stecker für alle Mittel zu ziehen und den Spot nicht laufen zu lassen.“

    Zwar verlangte das Aufsichtsgremium nicht explizit, die Ausstrahlung zu unterbinden, doch Sculley interpretierte die entsetzte Reaktion des Boards als Stopp-Befehl: So forderte er die Werbeagentur Chiat/Day auf, den gebuchten Werbeplatz während des Super Bowl zurückzugeben.

    Ursprünglich war geplant, die volle 60-Sekunden-Version und später eine gekürzte 30-Sekunden-Variante laufen zu lassen. Agentur-Chef Jay Chiat missachtete diese Anweisung allerdings und gab nur den 30-Sekunden-Werbeplatz zum Wiederverkauf frei.

    Jobs sucht ein diesen Tagen den Schulterschluss mit Steve Wozniak, obwohl dieser Apple-intern der Fraktion angehörte, der dem neuen Apple Macintosh eher skeptisch gegenüber stand und forderte, dass die Firma das Brot-und-Butter-Geschäft mit dem von ihm entworfenen Apple II nicht vernachlässigen sollte. Jobs zeigte Woz den Spot auf einer Videokassette und erzählte ihm, dass der Aufsichtsrat ihn eigentlich nicht öffentlich zeigen wolle. Woz fragt, wie viel die Ausstrahlung während des Super Bowl kosten würde und erklärte sich dann bereit, die Hälfte der 800.000 Dollar aus eigener Tasche zu bezahlen, wenn Jobs die andere Hälfte übernehmen würde. Dazu sollte es aber nicht kommen. Die Apple-Manager William V. Campell (Vice President of Marketing) und E. Floyd Kvamme (Executive Vice President of Marketing and Sales) setzten sich über die Bedenken des Boards hinweg und gaben die Ausstrahlung im TV frei.

    Am 22. Januar 1984 wurde „1984“ im dritten Viertel des Super Bowl XVIII ausgestrahlt und erreichte auf diesem Weg schätzungsweise 96 Millionen TV-Zuschauer. Danach griffen zahlreiche Fernsehstationen den außergewöhnlichen Spot auf. Allein in den USA wurde der Spot danach auf den drei nationalen TV-Senderketten sowie fast 50 lokalen TV-Stationen gezeigt, so dass sich Apple über kostenlose Werbung erfreuen konnte, die sonst Millionen gekostet hätte.

    20 Jahre nach dem Super Bowl XVIII veröffentlichte Apple ein Remake des Werbespots, bei dem der jugendlichen Heldin ein iPod digital an den Hosenbund geheftet wurde.

    Apple Macintosh original ad remastered 1984 ’20th Anniversary‘ (2004)

    Quellen:
    Walter Isaacson. „Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers.“, C.Bertelsmann Verlag, München, 2011.

    Owen Linzmayer. „Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World’s Most Colorful Company: The Real Story of Apple Computer, Inc. „, No Starch Press; San Francisco, 2004.

    Ted Friedman. Apple’s “1984” – Electric Dreams Chapter Five: Apple’s “1984”

    Todd Leopold: Why 2006 isn’t like ‚1984‘

    Curtsmedia: The 1984 Apple Commercial – The Making of a legend
    via Internet-Archive

  • Apple History TV: Steve Jobs präsentiert das iPad (2010)

    Das erste iPad wurde von Steve Jobs am 27. Januar 2010 in San Francisco präsentiert: In der Keynote zur „MacWorld Expo“ zeigte er zunächst eine Folie, mit einem iPhone und einen Laptop, zwischen denen ein Fragezeichen stand. „Die Frage lautet, ist hier noch Platz für etwas in der Mitte?“, rief er. Dieses „Etwas“ müsse alle Funktionen für Internet-Browser, E-Mail, Fotos, Video, Musik, Spiele und eBooks beherrschen. Jobs nutzte die Gelegenheit, das „Netbook«-Konzept“ madig zu machen. „Netbooks können nichts besser!“, sagte er. Sie seien einfach nur billige Laptops. Die eingeladenen Gäste und Mitarbeiter jubelten. „Aber wir haben etwas, das besser ist. Wir nennen es das iPad.“

    Um die lässige Natur des iPad zu unterstreichen, rief Jobs eine Internetseite mit einem bequemen Lederstuhl und einem Beistelltisch auf (seinem Geschmack wurde dabei durchaus Rechnung getragen: Es handelte sich um einen Stuhl von Le Corbusier und einen Tisch von Eero Saarinen). „Es ist wesentlich intimer als ein Laptop“, begeisterte er sich. Er fuhr fort, zur Internetseite derNew York Times zu surfen, eine E-Mail an Scott Forstall und Phil Schiller zu schicken (»Wow, wir stellen gerade das iPad vor.«), durch ein Fotoalbum zu blättern, einen Kalender zu benutzen, den Eiffelturm über Google Maps heranzuzoomen, ein paar Videoclips zu zeigen (Star Trek und Oben von Pixar), das iBook-Regal vorzuführen und einen Song abzuspielen (»Like a Rolling Stone« von Bob Dylan, den er auch bei der Markteinführung des iPhone gespielt hatte). „Ist das nicht einfach fantastisch?“, fragte er.

    Mit seinem letzten Gleiten hob Jobs eines der Themen seines Lebens hervor, das vom iPad verkörpert wurde: ein Bild, das ein Straßenschild an der Kreuzung von „Technology Street“ und „Liberal Arts Street“ zeigte. „Der Grund, weshalb Apple Produkte wie das iPad erschaffen kann, ist, dass wir immer versucht haben, uns an der Schnittstelle von Technologie und freien Künsten zu positionieren«, schloss er. Das iPad war die digitale Reinkarnation des Whole Earth Catalog, des Orts, an dem sich Kreativität und nützliche Werkzeuge fürs Leben begegneten.

    Quellen:
    Youtube
    Walter IsaacsonSteve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. Aus dem Englischen übertragen von Antoinette Gittinger, Oliver Grasmück, Dagmar Mallet, Elfi Martin, Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. 1. Auflage. C. Bertelsmann Verlag, München 2011, ISBN 978-3-570-10124-7.

  • Steve Jobs tells the Blue Box Story

    https://www.youtube.com/watch?v=HFURM8O-oYI
    Steve Jobs Interview about the Blue Box Story

    Mit einer Blue-Box konnten wir dem System vorgaukeln, wir seien ein Telefon-Computer. Du konntest aus einer Telefonzelle White Planes, New York, anrufen, dann eine Satellitenverbindung nach Europa aufbauen, eine Kabelstrecke in die Türkei legen, nach Los Angeles zurückverbinden. Man konnte eine Verbindung drei, vier Mal um den Globus herum aufbauen und ein Telefon in der Nachbarschaft anrufen. Wenn man etwas in den Hörer rief, kam es 30 Sekunden später auf dem anderen Hörer an.

  • Apple-CEO Tim Cook zum Todestag von Steve Jobs

    Apple-CEO Tim Cook zum Todestag von Steve Jobs

    Am 5. Oktober 2011 ist Steve Jobs seinem Krebsleiden erlegen. Zum ersten Todestag des Apple-Gründers erinnerte Apple-CEO Tim Cook in einem Video auf der Homepage von Apple an die Höhepunkte des Wirkens seines Vorgängers.

    (Update: Apple hat das Video aus YouTube entfernt. Es kann aber über das Internet Archiv (Wayback Machine) noch aufgerufen und sogar heruntergeladen werden)

    A Message from Tim Cook, Apple’s CEO.

    Steve’s passing one year ago today was a sad and difficult time for all of us. I hope that today everyone will reflect on his extraordinary life and the many ways he made the world a better place.

    One of the greatest gifts Steve gave to the world is Apple. No company has ever inspired such creativity or set such high standards for itself. Our values originated from Steve and his spirit will forever be the foundation of Apple. We share the great privilege and responsibility of carrying his legacy into the future.

    I’m incredibly proud of the work we are doing, delivering products that our customers love and dreaming up new ones that will delight them down the road. It’s a wonderful tribute to Steve’s memory and everything he stood for.
    – Tim

    Update: In den Folgejahren hat sich Tim Cook zum Todestag von Steve Jobs regelmäßig auf Twitter geäußert

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2013

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2014

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2015
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2016
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2017
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2018

    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2019
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2020
    https://twitter.com/tim_cook/status/1445358107157221379
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2021 zum 10. Todestag von Steve Jobs
    Tim Cooks Erinnerungs-Tweet 2022
  • Trailer: Steve Jobs – The Lost Interview

    1995 arbeitete Bob Cringely an seiner TV-Serie über die Entwicklung des PC. In diesem Rahmen führte er ein denkwürdiges langes Interview mit Steve Jobs. Damals leitete Jobs die Nischen-Computerfirma NeXT, die er nach seiner Trennung von Apple gegründet hatte. Im Gespräch gibt sich Jobs schlagfertig und offenherzig — ein visionärer Pionier auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, der bereits die digitale Zukunft voraussah, zu der er später entscheidend beigetragen hat.

    Das komplette Interview galt als verschollen und wurde erst kürzlich in der Garage des Regisseurs wiederentdeckt. Die Produzenten des Films entschlossen sich, dieses Dokument zu restaurieren. Wir erleben Steve Jobs in seiner ganzen charismatischen Bandbreite, wenn er einen Blick in die Zukunft wagt. Eine Zukunft, die unsere Gegenwart ist!

    https://www.youtube.com/watch?v=vj6bL18ht3w

  • Steve Jobs – Das Leben der Ikone

    Das österreichische Fernsehen ORF würdigt in der Ausgabe des TV-Magazins „Newton“ vom 10. Oktober 2011 den verstorbenen Apple-Mitbegründer Steve Jobs.

  • Apple-History-TV: Eine kurze Geschichte des PCs

    Triumph Of The Nerds - http://www.pbs.org/nerds/
    Triumph Of The Nerds – http://www.pbs.org/nerds/

    Wenn man sich intensiver mit der Geschichte des Persoanl Computers beschäftigt, stößt man sehr bald auf die legendäre TV-Doku „Triumph Of The Nerds“, die von der John Gau Productions und Oregon Public Broadcasting für den britischen Channel 4 und das öffentliche US-Fernsehen PBS produziert wurde. Die Sendung wurde auf Channel 4 in drei Episoden zwischen dem 14. und 28. April 1996 gezeigt und lief dann am 16. Dezember 1996 in einem Stück auf PBS.

    Gastgeber und maßgeblicher Autor der Doku ist der US-Technologie-Journalist Mark Stephens, der im Film unter seinem Pseudonym Robert X. Cringely auftritt. Unter diesem Namen hatte Stephens zuvor auch sein Buch Accidental Empires: How the Boys of Silicon Valley Make Their Millions, Battle Foreign Competition and Still Don’t Get a Date geschrieben. Die TV-Doku ist unter anderem deshalb so wichtig, weil des Stephens gelang, maßgebliche Player der frühen PC-Industrie zu interviewen, darunter Steve Jobs, Steve Wozniak, Bill Gates, Steve Ballmer, Paul Allen, Bill Atkinson, Andy Hertzfeld, Ed Roberts und Larry Ellison. Insbesondere die Gespräche mit Steve Jobs sind aufschlussreich. Der Apple-Mitbegründer war zu diesem Zeitpunkt schon gut zehn Jahre nicht mehr bei Apple und hatte keinen Grund mehr, ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

    Nach dem Tod von Steve Jobs wurde das komplette Interview mit Jobs in einem eigenen Film (The Lost Interview) veröffentlicht, den in „Triumph Of The Nerds“ waren nur 10 der insgesamt 70 Minuten verwendet worden. Der Titel bezieht sich auf die Tatsache, dass Stephens jahrelang davon ausging, dass das Original-Material auf dem Weg zwischen Großbritannien und den USA verloren gegangen war. Allerdings entdeckte der Regisseur von Triumph of the Nerds, Paul Sen, in seiner Garage eine VHS-Kassette mit einer Kopie des Original-Inteviews, so dass das große Interesse der Öffentlichkeit an dem ungekürzten Gespräch gestillt werden konnte. The Lost Interview gibt es u.a bei Amazon:
    Steve Jobs – The Lost Interview[NON-US FORMAT, PAL]

    Dort ist auch „Triumph Of The Nerds“ als DVD erhältlich:

    TRIUMPH OF NERDS 1-3 / SUB

    Die TV-Doku steht in etwas schlechterer Qualität auch auf YouTube:

    Diese deutschsprachige TV-Doku von 3Sat (ZDF/ORF) beruht auch auf dem Material von „Triumph Of The Nerds“:

  • Vision eines Apple-Tablets aus dem Jahr 1995

    1995 hatte Apple keinen guten Lauf. Konkurrent Microsoft zog mit dem Start von Windows 95 in einem bislang unbekannten Ausmaß Aufmerksamkeit auf sich. Der große technologische Vorsprung, den Apple mit seinem Macintosh-System gegenüber DOS und den ersten Windows-Versionen aufgebaut hatte, war fast vollständig aufgebraucht. Aber auch in dieser Phase entwickelten Apple-Entwickler Visionen, die in diesem Film zur Rolle der Technologie in der Bildung vorgestellt werden. In dem Film ist auch ein Konzept eines Tablet-Computers zu sehen, der mit einem Stift bedient wird und zum Video-Chat taugt. Das hat Apple im wirklichen Leben erst 16 Jahre später mit dem iPad 2 auf die Reihe bekommen.

  • Die wichtigsten Auftritte von Steve Jobs im Video

    Dies ist meine persönliche Auswahl der wichtigsten öffentlichen Auftritte von Steve Jobs, die häufig im Rahmen von Macworld-Keynotes abliefen:

    Warnung vor „Big Brother“ IBM und Preview des Macintosh-Werbespots (Herbst 1983)

    https://www.youtube.com/watch?v=lSiQA6KKyJo

     

    Im Herbst 1983 führte Steve Jobs vor Mitarbeitern von Apple den berühmten „1984“-Werbespot für den ersten Apple Macintosh vor und stimmte sein Team auf bevorstehenden Launch des Macs ein. Das große Feindbild war damals nicht Microsoft, sondern IBM.

    Präsentation des Apple Macintosh (24. Januar 1984)

    https://youtu.be/t5krpHBpXU8

    Bühne der wohl bedeutendsten Produkt-Einführung von Apple war nicht eine Messe wie die Macworld Expo, sondern die Aktionärsversammlung der Apple Computer Inc. am 24. Januar 1984. Jobs rezitierte Bob Dylan und ließ sich von dem ersten Mac als sein „geistiger Vater“ feiern.

    Demo NeXTSTEP Release 3 (1992)

    1985 verließ Steve Jobs im Streit mit dem damaligen Apple-CEO John Sculley, die Firma, die er mitbegründet hatte. Aus seinem Aktienvermögen finanzierte er dann seinen Einstieg ins Animationsfilm-Geschäft (Pixar) und baute eine neue Computerfirma (NeXT) auf. NeXT blieb der große kommerzielle Durchbruch versagt, aber das Betriebssystem NeXTSTEP (hier eine Video-Demo aus dem Jahr 1992) war bahnbrechend. Etliche dieser Innovationen landeten später zusammen mit Steve Jobs wieder bei Apple und wurden Bestandteil von Mac OS X.
    (mehr …)

  • Steve Jobs startet die Kampagne „Think Different“ (1997)

    In diesem Video aus dem Jahr 1997 erläutert Apple-Chef Steve Jobs die Kampagne „Think Different“:

    (Unsere neue Anzeigen-Kampagne) honoriert die Leute, die die Welt verändert haben. Einige von ihnen leben, andere nicht mehr. Aber auch bei denjenigen, die nicht mehr leben, können wir sicher sei, dass sie einen Mac genommen hätten, wenn sie mit einem Computer gearbeitet hätten.

    Außerdem sagte Jobs:

    Das ist eine komplizierte Welt. Es ist eine sehr laute Welt. Und wir erhalten nicht die Chance, dass die Leute viel über uns erinnern. Keine Firma hat diese Möglichkeit. Deshalb müssen wir uns sehr klar darüber sein, was wir wünschen, dass die Leute von uns wissen sollen

    Der Sound des Videos lässt etwas zu wünschen übrig. Aber trotzdem ein sehenswertes Dokument aus der Geschichte von Apple Computer.

    Und so sah dann der TV-Spot aus:

    Die Kampagner „Think different“ sollte der Welt beweisen, dass Apple noch nicht tot ist, wie manche Beobachter angesicht der enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Apple damals argwöhnten. „Wir müssen beweisen, dass Apple noch am Leben ist“, sagte Jobs, „und dass Apple immer noch für etwas ganz Besonderes steht.“

    Die 60 Sekunden dauernde Originalversion lautete so:

    Here’s to the crazy ones. The misfits. The troublemakers. The round pegs in the square holes. The ones who see things differently. They’re not fond of rules. And they have no respect for the status quo. You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them. About the only thing you can’t do is ignore them. Because they change things. They push the human race forward. And while some of us may see them as the crazy ones, we see genius. Because the people who are crazy enough to think they can change the world … are the ones who do.

    (Ein Hoch auf die Verrückten. Auf die Nonkonformisten. Die Rebellen. Die Unruhestifter. Die Unangepassten. Die Querdenker. Sie halten nichts von ehernen Gesetzen. Sie sind nicht gewillt, den Status quo zu respektieren. Man kann sie zitieren, ihnen widersprechen, sie verherrlichen oder verteufeln. Nur ignorieren kann man sie nicht. Weil sie die Welt verändern. Sie treiben die Menschheit an. Auch wenn manche sie für verrückt halten, sehen wir die Genialität. Denn die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie würden die Welt verändern … sind diejenigen, die es tun werden.)