Kategorie: Apple-Geschichte

  • Apple Macintosh – Die Zukunft des Macs

    Vor der Rückkehr von Steve Jobs 1997 glaubten selbst viele hartgesottene Apple-Fans kaum noch an eine Zukunft des Macs. Doch vor allem mit dem iMac und den verschiedenen MacBook-Modellen schaffte es die Ingenieure und Designer bei Apple, dem Mac ein neues Leben einzuhauchen.

    Teil 9

    Apple kann als einziger PC-Hersteller auf eine seit über 10 Jahre andauernde Wachstumsgeschichte zurückblicken. Als der erste Mac 1984 startete, kamen auf jeden verkauften Mac sechs verkaufte IBM-PCs. Nach dem Marktstart von Windows 95 stieg dieses Verhältnis drastisch zugunsten der PC-Fraktion. 2004 kamen auf jeden Mac 60 Windows-PC. Doch seitdem ist der Mac wieder auf dem Vormarsch.

    Multiple PCs sold vs. Macs sold
    Multiple PCs sold vs. Macs sold: Source: Asymco

    Inzwischen liegt das Verhältnis bei weniger als 20:1. Das schlägt sich auch in den Bilanzen von Apple nieder. Der Absatz der Macs steigt seit Ende der neunziger Jahre kontinuierlich. Die Kurve nach oben hat erst mit dem Aufkommen der Tablet-Computer einige Dellen bekommen.

    Macintosh Absatz 1999 - 2013
    Macintosh-Absatz von 1999 bis 2013 (in Mio. Geräten)
    Macintosh-Umsatz von 1999 bis 2013 in Mrd. Dollar
    Macintosh-Umsatz von 1999 bis 2013 in Mrd. Dollar

    Im Unterschied zu PC-Produzenten wie HP oder Acer muss sich Apple aber auch keine all zu großen Sorgen darüber machen, dass die Tablets den klassischen PC-Markt kannibalisieren. Schließlich ist Apple mit dem iPad bestens im Geschäft. Addiert man die Tablets zu den Computern, kommen auf ein Apple-Gerät nur noch sechs Windows-Rechner.

    Aber auch abseits solcher Rechenspielereien steht der Mac aktuell gut da: Die Leute kaufen die verschiedenen Varianten des Macs inzwischen nicht mehr nur wegen des von Jony Ive geprägten Industriedesigns, sondern auch wegen der Software-Ausstattung. Obwohl (Mac) OS X inzwischen seit über zehn Jahren mit den neuen Macs ausgeliefert wird, muss Apple nicht nach einem neuen Software-Fundament suchen, sondern kann sein System auf der soliden Unix-Basis Schritt für Schritt ausbauen und optimieren. Und mit den Programmen iPhoto, iMovie, GarageBand sowie Pages, Numbers und Keynote bekommen Käufer eines Macs inzwischen leistungsstarke und sorgfältig aufeinander abgestimmte Anwendungen für ihre Fotos, Filme, Musik, Dokumente, Tabellenkalkulationen und Präsentationen kostenlos dazu.

    Der Mac spielt im Apple-Konzern aber schon länger nicht mehr die größte Rolle. 30 Jahre nach seiner Premiere macht Apple mit allen Macintosh-Modellen zusammen nur noch 15 Prozent seines Umsatzes. Mehr als die Hälfte des Geschäfts wird inzwischen mit den iPhones erzielt. Immerhin steigt der Marktanteil der Macs kontinuierlich weiter, sodass sie ihren Fans bei allen technischen Umwälzungen noch lange erhalten bleiben dürften.

    Christoph Dernbach

    Die Geschichte des Apple Macintosh

    Teil 1: Von der Vision zum Launch (1980-1984)
    Teil 2: Der Fehlstart (1984-1985)
    Teil 3: Auf dem Weg in die Nische (1986 – 1994)
    Teil 4: Der Mac in der System-Krise (1994-1997)
    Teil 5: Der Neuanfang mit Steve Jobs (1997-2001)
    Teil 6: Der iMac als Digital Hub (2001-2014)
    Teil 7: Mac Pro (2006-2014)
    Teil 8: Der mobile Erfolg (2008-2014)
    Teil 9: Die Zukunft des Macs

  • Der 800-Dollar-Fehler: Warum der dritte Apple-Gründer nicht reich wurde

    Der 800-Dollar-Fehler: Warum der dritte Apple-Gründer nicht reich wurde

    Apple wurde am 1. April 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet. Sie stammten aus kleinen Verhältnissen und bekamen den geschäftlichen Erfolg nicht in den Schoß gelegt. Um die ersten Modelle des Apple I im Jahr 1976 zu ermöglichen, verkauften Steve Jobs und Steve Wozniak fast buchstäblich ihr letztes Hemd. Jobs setzte seinen VW Bus ein, für den er immerhin noch 1.500 Dollar bekam. „Woz“ trennte sich von seinem geliebten programmierbaren Taschenrechner Hewlett-Packard 65 und legte 250 Dollar in die Firmenkasse.

    Ronald Wayne sollte mit seiner Erfahrung in der Dokumentation bei Atari etwas Ordnung in die junge Firma bringen und erhielt zehn Prozent der Firmenanteile. Als junger Familienvater scheute er aber das finanzielle Risiko und ließ sich bereits am 12. April 1976 wieder auszahlen. Er bekam 800 Dollar für seine Anteile.

    Arte-Kurz-Doku über den „Dritten Mann“ bei der Gründung von Apple

    Das Fundament für den geschäftlichen Erfolg legten 1977 der Venture Capitalist Arthur Rock sowie der Ex-Intel-Manager Mike Markkula, der 92.000 Dollar in Apple investierte und einen Bankkredit in Höhe von 250.000 Dollar absicherte. Das Investment sollte sich lohnen. Bevor Apple 1980 an die Börse ging, gehörte Markkula ein Drittel der Firma. Wayne erhielt noch einmal einen Scheck in Höhe von 1500 Dollar, als Arthur Rock und Mike Markkula bei Apple als Investoren einstiegen. Die Gründung der Apple Computer Inc. ging am 3. Januar 1977 ohne Wayne über die Bühne.

    Steve Jobs und Steve Wozniak bei der Präsentation des Apple II (1977)
    Steve Jobs und Steve Wozniak bei der Präsentation des Apple II (1977)

    Mit dem Börsengang am 12. Dezember 1980 wurden Jobs und Wozniak Multimillionäre, denn Apple Computer wurde nun mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Jobs besaß 7,5 Millionen Aktien (217 Mio. Dollar), „Woz“ wurden vier Millionen Aktien (116 Mio. Dollar) zugeteilt. Markkulas Anteil von sieben Millionen Aktien waren 203 Millionen schwer.

    Steve Jobs über Reichtum: „Ich habe es nie für das Geld getan“

    Steve Jobs bedeutete der neue Reichtum damals wenig: „Mit 23 Jahren besaß ich schon über eine Million Dollar und über zehn Millionen Dollar als ich 24 war und über 100 Millionen Dollar als ich 25 Jahre alt war“, sagte Jobs 1996 in einem Interview mit Robert Cringley („Triumph of the Nerds„). „Und es war nicht so wichtig, weil ich es niemals wegen des Geldes getan habe.“

    I was worth about over a million dollars when I was twenty-three and over ten million dollars when I was twenty-four, and over a hundred million dollars when I was twenty-five and ehm it wasn’t that important ehm because I never did it for the money.

    Steve Jobs im Playboy-Interview
    Steve Jobs im Playboy-Interview

    Auch im berühmten Playboy-Interview (Februar 1985) machte Jobs klar, dass er sein Leben nicht von Thema Geld dominieren lässt:

    PLAYBOY: We survived 1984, and computers did not take over the world, though some people might find that hard to believe. If there’s any one individual who can be either blamed or praised for the proliferation of computers, you, the 29-year-old father of the computer revolution, are the prime contender. It has also made you wealthy beyond dreams—your stock was worth almost a half billion dollars at one point, wasn’t it?

    JOBS: I actually lost $250,000,000 in one year when the stock went down. [Laughs]

    PLAYBOY: You can laugh about it?

    JOBS: I’m not going to let it ruin my life. Isn’t it kind of funny? You know, my main reaction to this money thing is that it’s humorous, all the attention to it, because it’s hardly the most insightful or valuable thing that’s happened to me in the past ten years. But it makes me feel old, sometimes, when I speak at a campus and I find that what students are most in awe of is the fact that I’m a millionaire.
    When I went to school, it was right after the Sixties and before this general wave of practical purposefulness had set in. Now students aren’t even thinking in idealistic terms, or at least nowhere near as much. They certainly are not letting any of the philosophical issues of the day take up too much of their time as they study their business majors. The idealistic wind of the Sixties was still at our backs, though, and most of the people I know who are my age have that ingrained in them forever.

    In der Forbes-Liste der 400 reichsten Amerikaner (2008) lag Steve Jobs mit einem geschätzten Gesamtvermögen von 5,4 Milliarden Dollar auf Platz 189. In der Forbes-Liste 2011 landete Jobs mit einem Vermögen von 8,3 Milliarden Dollar auf Platz 110.

    Der Pixar-Deal: Wie Jobs wirklich zum Milliardär wurde

    Die umstrittenen Aktienoptionen von Apple aus dem Jahr 2001 haben aber nur in einem sehr kleinen Umfang zum Wohlstand des Apple-CEO beigetragen.

    Steve Jobs: Eigentümer von Pixar
    Steve Jobs: Eigentümer von Pixar

    Zum Milliardär wurde Steve Jobs vor allem deshalb, weil er nach seinem Rauswurf bei Apple 1985 seine Aktien – bis auf eine – verkaufte und am 3. Februar 1986 fünf Millionen Dollar in die Trickfilm-Abteilung von George Lucas investierte, aus der dann Pixar wurde.

    Jobs steckte die kommenden Jahre weitere Millionen in Pixar, denn der Trickfilm-Spezialist hatte eine lange Durststrecke zu überwinden. Die Hartnäckigkeit von Jobs hat sich für ihn gelohnt: Mit dem Börsengang von Pixar 1995 wurde Jobs zum Milliardär. Und als Pixar 2006 von Disney übernommen wurde, erhielt Jobs für seinen 49-Prozent-Anteil an Pixar einen Anteil von 6,7 Prozent an Disney.

    Die Rückkehr von Steve Jobs zu Apple Computer (MacWorld Expo 1997 in Boston)

    Bei Apple erhielt Jobs zuletzt ein Jahresgehalt von einem Dollar pro Jahr, das zwischendurch durch edle Geschenke wie einen Gulfstream-Jet im Wert von 90 Millionen Dollar aufgestockt wurde.

    Steve Jobs hatte beim Verkauf seines Animationsstudios Pixar an Disney Aktien im Wert von 7,4 Milliarden Dollar bekommen. Das machte ihn zum größten Anteilseigner des weltgrößten Unterhaltungskonzerns und sicherte ihm einen Platz im Disney-Verwaltungsrat. Disney war seitdem der wichtigste Verbündete von Apple in der Medienbranche.

    Laurene Powell Jobs (2012)
    Foto: Gobierno de Chile, CC BY 3.0 cl, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22661348

    Am 5. Oktober 2011 starb der Apple-Mitbegründer. Sein milliardenschwerer Disney-Anteil wurde von seiner Witwe Laurene Powell Jobs in eine Stiftung eingebracht.

    Laurene Powell Jobs war Ende 2016 im Besitz von 64,3 Millionen Disney-Aktien, was damals einer 4-prozentigen Beteiligung an der Walt Disney Co entsprach. Das war etwa die Hälfte der 128,3 Millionen Aktien, die Powell Jobs Ende 2015 besaß.

    Powell Jobs hat seit 2016 ihre Anteile an Disney weiter verringert, so dass sie jetzt in der öffentlichen Liste der Top-10-Investoren nicht mehr auftaucht. Forbes schätzte das Vermögen von Lauren Powell Jobs und ihrer Familie im Februar 2019 auf 18,7 Milliarden Dollar.

    Steve Wozniak: Der Erfinder des PCs war kein Finanzgenie

    Steve Wozniak hatte im Umgang mit dem Geld weniger Glück als Steve Jobs. Um sich ein Haus und ein Auto im Wert von zwei Millionen Dollar zu finanzieren, gab Woz noch vor dem Börsengang viele Gründeraktien aus der Hand, die mit dem IPO einen viel höheren Wert hatten. Von dem „WozPlan“ profitierten 80 Apple-Mitarbeiter der ersten Stunde, die beim Optionsprogramm der Firma zunächst leer ausgegangen waren.

    iWoz Cover
    iWoz Cover

    Als Wozniak seine Arbeit bei Apple im April 1981 aufgab, gehörte ihm noch vier Prozent der Apple-Aktien, die damals 70 Millionen Dollar wert waren. Eine Reihe von Fehlinvestments, zwei Scheidungen ließen Wozniaks Vermögen schnell schrumpfen. Er dürfte aber immer noch ein Millionär sein. Woz bezieht nach eigenen Angaben noch bis heute einen kleinen Paycheck von Apple, der er immer noch als „Employee“ geführt werde.

    Wheel of Zeus, das jüngste Unternehmen von Wozniak, mit dem er ein GPS-Ortungssystem für Hunde entwickeln und vermarkten wollte, scheint auch nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Die ehemalige Firmen-Webadresse www.woz.com leitet inzwischen auf Wozniaks private Homepage www.woz.org um. (Stand Juni 2008).

    Mehr Glück hat Woz mit seinem Buch iWoz, das sich wohl halbwegs gut verkaufte und ihm verschiedene öffentliche Auftritte verschaffte. Woz war regelmäßig Gast bei den Keynotes von Steve Jobs. Und auch nach dem Tod von Jobs wurde Woz regelmäßig zu den großem Apple-Events in Cupertino eingeladen.

    Authors@Google: Steve Wozniak

    (Stand: Februar 2019)

  • Apple und Xerox PARC

    Der Besuch von Steve Jobs im Forschungszentrum Xeorx PARC und seine Folgen

    Nicht nur im inzwischen beigelegten Patentstreit zwischen Apple und Samsung behaupteten Kritiker, Apple-Mitbegründer Steve Jobs habe es in der Vergangenheit mit dem Schutz des geistigen Eigentums nicht all zu ernst genommen und sich immer wieder großzügig bei anderen Firmen und Erfindern bedient. So habe Apple bei der Entwicklung des Macintosh Ideen kopiert, die zuvor im Forschungslabor Xerox PARC ausgebrütet worden waren. Legende oder Wahrheit?

    (zuletzt aktualisiert: 8. März 2019)

    Der Eingang zum Xerox PARC in den achtziger Jahrenq
    Der Eingang zum Xerox PARC in den achtziger Jahren

    Die Geschichte von Xerox PARC

    Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein kurzer Blick in die Geschichte von Xerox PARC. Das legendäre kalifornische Forschungslabor wurde im Sommer 1970 von Xerox gegründet. Xerox war damals bereits ein sehr etablierter Player im High-Tech-Geschäft. In den USA steht der Name “Xerox” für das Fotokopieren, so wie in unseren Breiten “Tempo” für ein Papiertaschentuch oder “Tesa” für einen Klebefilm. Schließlich hatte die Xerox Corp. bereits 1950 als erstes Unternehmen der Welt die von dem amerikanischen Physiker und Juristen Chester F. Carlson erfundene “Xerographie” in ein funktionierendes Produkt umgesetzt. Carlson erhielt bereits 1937 das Patent auf ein Verfahren, das er „Elektrophotographie“ nannte. Am 22. Oktober 1938 folgte die Premiere in der Praxis: Mit Hilfe einer mit Schwefel beschichtete Metallplatte und einer Lampe übertrug Chester den Schriftzug „10.-22.-38 Astoria“ auf ein Wachspapier.

    Die erste Fotokopie
    Die erste Fotokopie

    Ende der 60er Jahre sah das Xerox-Management die Gefahr, dass japanische Firmen den technologischen Vorsprung von Xerox einholen könnten. Das hing auch damit zusammen, dass wichtige Patente von Xerox ausliefen. Außerdem befürchtete die Xerox-Spitze, dass mit den kommenden Computer-Generationen das “papierlose Büro” entstehen könne, in dem Xerox keinen Platz mehr hat. Vor diesem Hintergrund wurde das Xerox Palo Alto Research Center (PARC) in Kalifornien gegründet.

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    Eine der bekanntesten Forscher am PARC war Alan Kay. Er kam 1970 zu dem Xerox-Forschungsteam. „Was wird ihre wichtigste Errungenschaft hier sein?“, wurde er während des Einstellungsgesprächs gefragt. Seine Antwort: „Der Personal Computer.“ „Was ist das?“, lautete die Gegenfrage. Kay klappte sein Notizbuch auf und skizzierte seine Vision: „Ein Rechner dieser Größe, mit einem Bildschirm, einer Tastatur und genug Power, um ihre Post zu speichern und ihre Musik, Bilder und Bücher.“ Kay stieß mit diesem Zukunftsentwurf bei Xerox zwar auf Unverständnis, konnte aber dennoch im PARC an seiner Vision eines Dynabooks arbeiten.

    The Spirit of Xerox PARC – Clip from „Triumph of the Nerds“

    Die Wissenschaftler und Ingenieure am PARC waren nicht durch Alltagszwänge eingeengt: John Warnock, ehemaliger Forscher bei Xerox PARC und später einer der beiden Gründer von Adobe Systems, erinnert sich in der TV-Doku „Triumph of the Nerds“: „Die Atmosphäre hier war wie elektrisiert, es herrschte totale intellektuelle Freiheit. Es gab keinen ‚gesunden Menschenverstand‘, fast jede Idee wurde als Herausforderung angesehen und wurde regelmäßig hinterfragt.“ Auch Larry Tessler, der später bei Apple den Macintosh und den Newton PDA mit entwickelte, genoss in den 70er Jahren die Freiheiten im PARC: „Das Management sagte: Geht los und erschafft die neue Welt, wir verstehen sie nicht. Hier waren Leute mit vielen Ideen und einem enormen Talent versammelt, jung und energiegeladen.“ Das Problem war nur, dass sich später die Unternehmensführung an der Ostküste der USA nur wenig für die Forschungsergebnisse aus dem PARC interessierte, wenn sie nicht im engeren Sinne mit Fotokopierern zu tun hatten.

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  • Die Geschichte des Apple Macintosh

    Mit dem Macintosh revolutionierte Apple im Jahr 1984 die gesamte Computer-Industrie. Steve Jobs und sein geniales Macintosh-Team sorgten mit ihrem Konzept dafür, dass Computer auch von dem normalen „Menschen auf der Straße“ – und nicht nur von Experten – bedient werden konnte.

    Der erste Apple Macintosh (1984)
    Der erste Apple Macintosh (1984)

    „Insanely great“ – „Wahnsinnig toll“ – Steve Jobs konnte seine Begeisterung zum Marktstart des ersten Macintosh kaum in Worte fassen. Auf der legendären Aktionärsversammlung am 24. Januar 1984 im Flint Center unweit des Apple Campus in Cupertino zitierte der Apple-Mitbegründer zunächst Bob Dylans „The Times They Are A-Changin’“, um dann gegen eine drohende Vorherrschaft der jungen Computerindustrie durch IBM zu polemisieren. „IBM will sich alles unter den Nagel reißen und richtet seine Gewehre gegen das letzte Hindernis, um die Computerbranche zu kontrollieren: Apple. Wird Big Blue die gesamte Computer-Industrie beherrschen? Das gesamte Informations-Zeitalter? Hatte George Orwell recht?“ Die Menge, darunter das komplette Macintosh-Entwicklerteam, schrie zurück: „Nooooo!“


    Die Vorstellung des ersten Macs am 24. Jan. 1984 aus den „Lost 1984 Videos“

     

    Bislang habe es in der Computer-Industrie nur zwei Meilenstein-Produkte gegeben: den Apple II im Jahr 1977 und der IBM PC in 1981, sagte Jobs weiter. „Heute (…) führen wir das dritte Meilenstein-Produkt ein, den Macintosh. Viele von uns haben über zwei Jahre lang am Macintosh gearbeitet und er ist wirklich wahnsinnig toll geworden.“ Schaut man sich heute die Geschichte des Personals Computers an, lag Steve Jobs damals mit seinem historischen Vergleich richtig, wenngleich nicht IBM über die Jahre zum großen Beherrscher der Computer-Industrie wurde, sondern die Allianz aus Microsoft und Intel.

    Steve JobsSteve Jobs

     

    Vor dem Entwicklungsteam des Macintosh hatten schon andere versucht, einen Computer mit einer Maus und einer grafischen Benutzeroberfläche zu bauen – ein Jahr zuvor Apple selbst mit dem 10 000 Dollar teuren Businessrechner Lisa.

    Werbespot für den Apple Lisa

     

    Doch der Lisa-Computer erwies sich bald als riesiger Flop. Mit 10 000 Dollar (ohne Festplatte) war er viel zu teuer, die grafische Benutzeroberfläche verschlang die Power des Lisa, so dass der Rechner nicht besonders flott arbeitete. Es fehlten die notwendigen Programme, um die Geschäftswelt in Massen zum Kauf des Lisa zu bewegen. Außerdem hatte die neu aufgestellte Vertriebsmannschaft kaum Erfahrungen im Umgang mit Corporate America.

    Im Gegensatz zu seinen elitären Vorgängern sollte der neue Macintosh nicht nur wenige Experten im kalifornischen Silicon Valley begeistern, sondern die Massen erobern – und den Standard für zukünftige Computer-Generationen setzen. Computer-Kolumnist Bob Ryan erkannte damals sofort den revolutionären Kern des Macs. „Das ist eine Maschine, die die Massen der Menschen anspricht, die weder Zeit noch Lust dazu haben, den langen Lern-Prozess zu beginnen, der notwendig ist, um die Komplikationen der gegenwärtige Generation der Personal Computer beherrschen zu können.“


    Die Entwickler des Macintosh stellen den Mac vor
    [ siehe auch Artikel:

    Es begann mit “Annie” – Erste Entwürfe für einen Volkscomputer

    Steve Jobs entdeckt das Macintosh-Projekt]

    Gegen Big Brother IBM

    Mit dem neuartigen Macintosh glaubte Apple einen Weg gefunden zu haben, dem Computer-Giganten IBM wieder die Führerschaft im damals noch jungen Markt der Personal Computer abnehmen zu können.

    IBM PC

    IBM hatte seinen ersten PC im Jahr 1981 vorgestellt und innerhalb weniger Monate den Apple II als erfolgreichsten Personal Computer vom Thron gestoßen. Innerhalb drei Jahre verkaufte „Big Blue“ über zwei Millionen IBM-PC. Daher richtete sich die 15 Millionen Dollar teure Werbekampagne von Apple zur Markteinführung des Macintosh direkt gegen IBM. Die gewaltige Werbeaktion war letztlich auch dafür verantwortlich, warum Apple den ursprünglich geplanten Startpreis des Mac um 500 Dollar auf 2495 Dollar erhöhte.

    Lisa-Flop bringt Apple in Not

    Der Misserfolg des Lisa brachte Apple 1983 in eine gefährliche Schieflage. Die bisherige Cash-Cow, der Apple II, bot inzwischen nicht mehr taufrische Technologie und sah sich einem scharfen Wettbewerb mit dem IBM PC ausgesetzt. Nun musste der Macintosh Apple Computer vor dem Untergang retten. Im ersten Businessplan war Apple im Sommer 1981 davon ausgegangen, dass zwischen 1982 und 1985 über 2,2 Millionen Macs verkauft werden können, also rund 47 000 Stück pro Monat. Doch nun kam der Mac erst Anfang 1984 auf den Markt. Und nachdem die Gemeinde der Computer-Nerds (zumindest diejenigen, die sich den ersten Mac leisten konnten) ihren Kaufrausch befriedigt hatte, sackte der Absatz des Macintosh dramatisch auf rund 5 000 Geräte pro Monat ab.

    Daran konnte auch Apple-Chef John Sculley nicht viel ändern. Steve Jobs hatte Sculley von Pepsi mit dem Satz „Wollen Sie Ihr Leben lang Zuckerwasser verkaufen oder die Welt verändern?“ abgeworben, um das Management und Marketing bei Apple zu professionalisieren. Und zunächst arbeiteten Jobs und Sculley bei Apple trotz sehr unterschiedlicher Führungsmethoden harmonisch und wurden von der Öffentlichkeit als „Dynamic Duo“ bei Apple gefeiert. Doch der schleppende Absatz des Macs ließ bald ernste Spannungen zwischen Jobs und Sculley aufkommen.

    John Sculley im Film „Triumph of the Nerds“ (PBS)

     

    Der Mac konnte einfach nicht viel: Wir hatten Mac Paint und Mac Write als einzige Anwendungen, und der Markt hatte das schon gemerkt. Am Ende des Jahres sagten die Leute: Vielleicht ist der IBM-PC nicht so einfach zu benutzen oder so attraktiv wie der Macintosh. Aber er macht etwas, was wir gerne tun wollen – Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Datenbank. Wir sahen die Umsatzzahlen für den Mac Ende 1984 runtergehen, und das wurde ein Problem im folgenden Jahr.
    John Sculley

    Dem Mac fehlten damals einfach die Anwendungen, die im IBM-Werbespot für den PC die Charlie-Chaplin-Figur Karton für Karton durchs Bild schleppte. Daher bemühten sich Guy Kawasaki und andere „Software Evangelists“ von Apple die Entwickler in anderen Softwarefirmen davon zu überzeugen, Programme für den Mac zu schreiben. Das mit 128 Kilobyte viel zu enge bemessene ROM des Mac machte diese Aufgabe nicht einfach. Erst als ein Jahr nach dem ersten Macintosh der „Fat Mac“ mit 512 Kilobyte raus kam, war der enge Flaschenhals beseitigt.

    [ siehe auch Artikel:
    Showdown bei Apple: John Sculley vs. Steve Jobs]

    Erfolg im zweiten Anlauf

    1987 verkaufte Apple eine Millionen Macs und spielte plötzlich wieder in der IBM-Klasse mit. Über die Hälfte der 2000 Dollar für einen Mac landeten als Gewinn bei Apple. Und Sculley und seine Kollegen im Apple-Vorstand glaubten, dass die User immer bereit seien, für bessere Technik auch viel mehr Geld zu zahlen. In diesen Jahren hat Apple die gigantische Chance versäumt, den Mac als allgemeinen Industriestandard zu etablieren. Man hätte damals nur entweder die Preise dramatisch senken müssen oder ein breites Lizensierungsprogramm mit anderen Hardware-Herstellern eingehen müssen. Mit der Vorstellung von Windows 3.0 im Jahr 1990 schloss sich dieses „Fenster der Möglichkeiten“.

    iMac Bondi blueAls Steve Jobs Anfang 1997 in schwierigen Zeiten für Apple zunächst als Berater, dann als Chef zu seinem alten Unternehmen zurückkehrte, war der Wettstreit zwischen Apple Computer und Microsoft um den Industriestandard längst entschieden. Ihm gelang es dann mit neuen Apple-Talenten wie Jonathan Ive nicht nur, die Firma wieder auf die Erfolgskurs zu setzen, sondern auch Zeichen in der Branche zu setzen.

    Mit dem iMac verblüffte Jobs auch gestandene Pioniere der Computerbranche: „Manchmal hat das, was Apple tut, einen elektrifizierenden Effekt auf uns alle“, meinte Intel-Mitbegründer Andy Grove. „Den iMac hätten wir niemals schaffen können, aber Apple ist einfach nach vorne gegangen und hat es getan.“

    Christoph Dernbach

  • Die Geschichte von Apple (1976-2012)

    Die Geschichte von Apple Computer von 1976 – 2012

    1976
    Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründen mit Hilfe des Wagniskapitalgebers Armas Clifford „Mike“ Markkula Apple Computer um den Apple I zu vermarkten. Wayne steigt nach wenigen Monaten wieder aus.

    Apple I (1976)
    Apple I (1976)

    1977

    Apple II (1977)
    Apple II (1977)

    Das junge Unternehmen bringt den Apple II auf den Markt. Die Apple-II-Baureihe war ein offenes System, das heißt, alle wesentlichen Konstruktionsdetails wurden veröffentlicht. Dieses Bauprinzip wurde später von IBM kopiert und als IBM-PC vermarktet. Der Apple II entwickelte sich zum ersten Microcomputer, der eine weite Verbreitung fand.

    1978
    Steve Jobs erste Apple schlägt die Entwicklung eines Next-Generation-Computers vor.

    1979

    Jef Raskin (vorne) und Steve Jobs
    Jef Raskin (vorne) und Steve Jobs

    Ein Forschungsprojekt für einen neuen Niedrigpreis-Computer wird unter der Leitung von Jef Raskin gestartet. Daraus sollte später das Macintosh-Projekt werden. Raskin verlässt Apple im Jahr 1982, noch bevor der Mac auf den Markt kam, weil er die Einmischungen von Steve Jobs nicht akzeptieren wollte
    Steve Jobs und seine Mitarbeiter bei Apple besuchen das legendäre Forschungsinstitut Xerox PARC, wo sie sind mehrere neuartige Technologien sehen. Dazu gehören der Xerox Alto, der erste Personal Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche, die Computer-Maus sowie die objekt-orientierte Programmierung.

    1980
    Apple geht an die Börse.

    Die Spezifikationen für den Apple Lisa werden erarbeitet. Darin befinden sich etliche Features, die Apple-Mitarbeiter im PARC gesehen haben.

    1981
    IBM führt seinen PC ein. Apple „begrüßt“ IBM in einer Anzeige im PC-Markt.
    Steve Wozniak verunglückt mit einem Privatflugzeug und zieht sich teilweise von Apple zurück.

    1983

    Apple Lisa (1983)
    Apple Lisa (1983)

    Der Apple Lisa kommt für 9995 Dollar auf den Markt. Ende des Jahres sinkt der Preis auf 6995 Dollar.

    Bei Apple werden die bislang konkurrierenden Abteilungen für Lisa und Mac verschmolzen.

    Um sich für das Werbefilm-Festival in Cannes qualifizieren zu können, lässt Apple den berühmten Big-Brother-Werbespot für den Mac im Dezember 1983 auf dem TV-Sender KMVT in Twin Falls (Idaho) ausstrahlen. Am 22. Januar 1984, sechs Wochen später, wird der Spot dann in einer Werbepause im SuperBowl XVIII gesendet. Die Werbung räumte nicht nur in Cannes ab, sondern wurde von den TV-Sendern in den News immer wieder ausgestahlt. Die Agentur Chiat/Day errechnete, dass der „1984“-Spot kostenlose Publicity im Wert von über fünf Millionen Dollar generiert hat.


    Link: sevenload.com Der berühmteste Super Bowl Werbespot aller Zeiten
    1984
    Der Mac kommt für 2495 Dollar auf den Markt. Der Apple Lisa 2 ist für 3495 Dollar zu haben.

    Apple startet das Werbeprogramm „Test a Mac“. Interessenten können einen Mac kostenlos für 24 Stunden von einem Händler nach Hause nehmen, um ihn auszuprobieren. Obwohl die Aktion bis dahin einzigartig und innovativ war, zeigt das Programm nicht den gewünschten Erfolg. Zum einen sind zu wenige Macs zunächst erhältlich. Und viele Kunden bringen die Rechner nicht mehr in einem einwandfreien Zustand zurück in die Läden, so dass erhebliche Reparaturkosten anfallen.

    Der erste Apple Macintosh (1984)
    Der erste Apple Macintosh (1984)

    1985
    Der Absatz des Macs stockt, weil zu wenige Anwendungen verfügbar sind. Nach einem Machtkampf mit dem damaligen Apple-CEO John Sculley wird Steve Jobs von seinen operativen Aufgaben entbunden. Jobs kehrt Apple den Rücken und gründet die Computerfirma NeXT Inc..

    Der Apple Lisa wird eingestellt. Einige Modelle werden umgewandelt und als Mac XL verkauft.

    Microsoft lizenziert einige der Mac-Technologien, um sein Office-Paket fürden Mac entwickeln zu können. Ende 1985 veröffentlicht Microsoft seine erste Windows-Version 1.01.

    1987
    Apple baut den Mac II, den ersten Mac, der nicht auf ein All-in-one-Design setzt. Der Mac II kann auch Farb-Displays unterstützen. Gleichzeitig bringt Apple den Mac SE mit dem klassischen All-in-One-Design auf den Markt. Beide Maschinen ermöglichen erstmals die Aufnahme von Erweiterungssteckplätzen in Macs.

    Die installierte Basis der Mac-Benutzer wächst auf 1 Mio. Anwender.

    1988
    Windows 2.03 wird freigegeben. Apple verklagt Microsoft wegen verschiedener Ähnlichkeiten zwischen Windows und Mac OS. Microsoft entgegnet den Vorstoß mit einer Gegenklage und bezieht sich dabei auf den Lizenzvertrag aus dem Jahr 1985. Es kommt zu einer langwierigen juristischen Schlacht, mit der Apple die Weiterentwicklung von Windows nicht stoppen kann. Microsoft setzt sich 1992 vor Gericht durch und gewinnt auch zwei Jahre später die Berufungsinstanz. 1995 bestätigt der US Supreme Court die Ablehnung der Berufung.

    1989
    Xerox verklagt Apple wegen der Benutzeroberfläche des Macs und des Apple Lisa. Die Klage wird ein Jahr später abgewiesen.

    Apple entsorgt nicht verkaufte Modelle des Lisa in einer Mülldeponie in Logan, Utah.

    Macintosh Portable (1989)
    Macintosh Portable (1989)

    Apple führt den Macintosh Portable ein. Das Gerät wiegt rund sieben Kilogramm und wurde zunächst ohne eine Hintergrundbeleuchtung am Bildschirm ausgeliefert. Der Portable wurde daher seinem Namen kaum gerecht und verkaufte sich nicht gut.

    1991
    Apple zieht Konsequenzen aus dem Portable-Debakel und bringt das viel leichtere und kompaktere PowerBook 100, das erste echte Mac-Notebook, auf den Markt.

    1992
    Mit der Subnote-Familie PowerBook Duo setzt Apple neue Zeichen. Eine Docking-Station sorgt dafür, dass etliche Schnittstellen im PowerBook Duo selbst nicht vorhanden sein müssen, um Gewicht und Platz zu sparen.

    1992
    Apple und Novell starten das Projekt „Star Trek, mit dem man das Macintosh-Betriebssystem auf Intel-Hardware zum Laufen bringen möchte. Ein erstes Proof-of-Concept wird erstellt. Das Projekt wird allerdings 1993 wieder aufgegeben.

    1993

    Michael Spindler
    Michael Spindler

    Apple liefert die ersten Power Macintosh-Modelle aus. In diesen Rechnern steckt nicht mehr ein 680×0-Prozessor von Motorola, sondern die moderneren PowerPC-Chips, die von Motorola und IBM produziert werden.

    Michael Spindler, der bei Apple „The Diesel“ genannt wird, löst John Sculley als CEO von Apple ab.

    1994
    Der erste „DOS-kompatible“ Mac, der Quadra 610, wird vorgestellt. Er enthält eine zweite Hauptplatine und weitere Komponenten, um darauf parallel zum Mac OS auch DOS und frühe Windows-Versionen laufen lassen zu können. Es folgen noch eine Handvoll Macs, die ebenfalls „DOS-kompatibel“ sind.

    Apple lizenziert sein Betriebssystem Mac OS an ausgewählte Mac-Klon-Hersteller wie Power Computing oder Umax. Dabei behält Apple die Kontrolle über wesentliche Bestandteile des Hardware-Designs, das von den Lizenznehmern verwendet wird.

    Unter dem Code-Namen „Copland“ startet Apple den ersten Versuch, sein in die Jahre gekommenes Betriebssystem zu ersetzen.

    In der Betriebbsystemsversion Mac OS 7.5 führt Apple die Tools Mac Easy Openu und PC-Exchange ein. Sie ermöglichen den Austausch von Disketten und Dateien mit PCs unter DOS oder Windows.

    1995
    Power Computing liefert die ersten Mac-Klones aus: Power, PowerWave und PowerCurve.

    1996
    Das PowerBook 1400 wird das erste Mac Notebook, das mit einem internen optischen Laufwerk ausgeliefert wird.

    Apple friert Entwicklung von Copland ein und beginnt mit der Suche nach Unternehmen, die ein technologisches Fundament für die nächste Generation eines Betriebssystems liefern können. In die engere Auswahl gerät die Firma Be Inc., die von ehemaligen Apple-Manager Jean-Louis Gassée gegründet worden war. Das Unternehmen hatte das BeOS entwickelt.
    Apple-CEO Michael Spindler wird durch Gil Amelio ersetzt.

    1997
    Apple führt den Power Mac G3 ein. Es ist der erste Mac mit dem PowerPC G3-Prozessor. Zum zwanzigsten Gründungtag von Apple erscheint der Twentieth Anniversary Mac. In einem All-in-one-Design verbaut Apple erstmals einen LCD-Flat-Panel-Bildschirm für Desktop-Macs. Der Jubiläums-Mac kostet stolze 7500 Dollar. Dafür erhalten die Kunden ein Setup durch einen Concierge-Service. Später sinkt der Preis des „Spartacus“ deutlich.

    Apple entscheidet sich überraschend gegen BeOS und übernimmt NeXT, um das NeXT-Betriebssystem OpenStep als Basis für das eigene neue Betriebssystem zu verwenden. Dieser Deal bringt auch Steve Jobs zu Apple zurück, zunächst als Berater.
    Apple kündigt Rhapsody, den Code-Namen für das neue Mac OS auf Basis von NeXT OpenStep, für Entwickler an.
    Apple veröffentlicht Mac OS 8. Unter diesem Namen sollte ursprünglich das Copland-System veröffentlicht werden. Da die Klon-Lizenz Vereinbarungen an Mac OS 7.x gebunden sind, bedeutet dieser Schritt den Anfang vom Ende der Mac-Klon-Ära.
    Gil Amelio tritt als Apple-CEO zurück und macht den Platz and der Spitze des Konzerns für Steve Jobs frei.

    1998
    Steve Jobs baut das Angebot von Apple um, verabschiedet sich von Produkten wie dem Apple Newton und führt den iMac als Eckpfeiler der Apple-Produktpalette ein. Es ist der erste Mac mit einem USB- und SCSI-Anschluss.

    Der erste iMac (1997)
    Der erste iMac (1997)

    Umax stellt den letzten Mac-Klone, den SuperMac, ein.

    1999
    Der Power Mac G3 Blue & White wird eingeführt. Das clevere Tower-Design mit einer leicht zu öffnenden Verriegelung, den Mac so leicht wie aufzurüsten oder zu reparieren.

    Die erste iBook greift das farbenfrohe Design des iMacs auf und soll die Position von Apple im Bildungsmarkt wieder neu aufbauen.

    2000
    Der Power Mac G4 Cube wird eingeführt. Er überrascht mit einem ungewöhnlichen Würfel-Design und kommt als Desktop-Rechner komplett ohne Lüfter aus. Der hohe Preis und die schlechten Erweiterungsmöglichkeiten schrecken allerdings viele Käufer ab.

    Power Mac G4 Cube (2000)
    Power Mac G4 Cube (2000)

    Apple veröffentlicht die erste Beta-Version von Mac OS X,. Es ist das erste Mal, dass Apple ein solches Pre-Release-Produkt der Öffentlichkeit zugänglich macht. Dieser Schritt ermöglicht Apple, auf öffentliche Kritik zu reagieren und beispielsweise die Entfernung des Apple-Menüs in der finalen Version von Mac OS X wieder rückgängig zu machen.

    2001
    Apple öffnet seinen erstes Einzelhandelsgeschäft. Mit dem Apple Store wendet sich das Unternehmen direkt an die Verbraucher.
    Mit dem PowerBook G4 führt Apple Metallgehäuse für seine High-End-Notebooks ein. Zunächst verwendet Apple Titan, später ab 2003 Aluminium.

    Die zweite Generation der iBooks nimmt Abschied vom bunten Design der ersten Baureihe. Die Verbraucher-Notebooks haben von nun an einfarbige Gehäuse (weiß, später auch schwarz). Erst mit dem Unicase der MacBook im Herbst 2008 erhalten auch die Low-End-Modelle ein Alugehäuse.

    Mac OS X wird freigegeben. Später im Jahr erscheint die Aktualisierung Mac OS X 10.1. Das Apple-Betriebssystem konkurriert mit Windows XP, das von Microsoft ebenfalls im Jahr 2001 gelauncht wurde.
    Steve Jobs stellt den ersten iPod vor, zunächst als Mac-only Media Player.
    Apple bringt den ersten Flat-Panel iMac mit einem Schwenk-Arm-Design auf den Markt. Dieser Rechner erinnert viele an eine Schreibtisch-Lampe.

    2002
    Mac OS X 10.2 wird freigegeben. Mit diesem Release gelingt dem neuen Mac-System in der Macintosh-Szene der Durchbruch.

    2003
    Apple stellt Xserve vor, seine ersten Server für ein 19-Zoll-Rack.
    Mac OS X 10.3 Panther wird eingeführt. Das System bietet eine native Unterstützung für den Zugang zu Windows File- und Print-Sharing.
    Der eMac wird eingeführt. Ursprünglich für den Bildungsmarkt konzipiert, wird dieser All-in-one-Mac später auch in anderen Märkten angeboten und als letzte Mac mit einem Röhrenbildschirm verkauft.
    Mit dem 17-Zoll-PowerBook G4 bietet Apple als erster Hersteller ein Notebook mit einem so großen Bildschirm an.

    2004
    Im Sommer kündigt Steve Jobs seinen Mitarbeitern an, dass er an einem gefährlichen Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war und erfolgreich operiert werden konnte. In der Rekonvaleszenz-Phase übernimmt COO Tim Cook vier Wochen lang das Ruder bei Apple. Zur Entwicklerkonferenz WWDC im August 2004 tritt Jobs wieder öffentlich auf.

    2005
    Mac OS X 10.4 wird Tiger freigegeben.

    Apple bringt mit dem Mac mini einen äußerst kompakten Desktop-Rechner auf den Markt. Er ähnelt im Konzept dem G4 Cube, ist sogar noch kleiner aber viel preiswerter.

    2006
    Apple stellt auf der Macworld Expo im Januar die ersten Macs mit Intel-Prozessoren vor. Die ersten verfügbaren Intel-Macs sind der iMac und das MacBook Pro. Den Übergang auf die neue Prozessor-Platform von Intel schließt Apple in allen Produktlinien bis zum Ende des Jahres ab.

    iMac mit Intel-CPU (2006)
    iMac mit Intel-CPU (2006)

    Neu sind auch Apple Boot Camp (Beta) sowie Virtualisierungs-Tools von Parallels und VMware, die es erlauben, auf der Apple-Hardware Windows laufen zu lassen.

    2007
    Apple bringt das iPhone und Apple TV auf den Markt, die beide mit Varianten von Mac OS X laufen.

    Das erste iPhone von Apple (2007)
    Das erste iPhone von Apple (2007)

    Während Apple mit dem iPhone gleich einen Volltreffer landet, bleibt die Settopbox Apple TV nur ein „Hobby“ für Unternehmenschef Steve Jobs ohne große Resonanz bei den Kunden.

    Mac OS X 10.5 Leopard wird ausgeliefert und am ersten Wochenende zwei Millionen Mal verkauft.

    2008
    Das MacBook Air ist das leichteste und dünnste Mac-Notebook, das Apple jemals produziert hat.

    Das neue iPhone 3G unterstützt UMTS und ist mit einem GPS-Empfänger ausgestattet.

    Apple bringt eine neue Generation der MacBooks auf den Markt, deren Gehäuse aus einem Aluminium-Block gefräst wurden.

    2009
    Apple sagt die weitere Teilnahme an der Macworld Expo ab. Statt des erkrankten Steve Jobs zeigt Marketingchef Phil Schiller beim letzten Messeauftritt nur neue Versionen der Softwarepakete iLife und iWork sowie ein neues 17-Zoll-MacBook im neuen Gehäusedesign.

    Apple bietet im iTunes Store fast nur noch Musik ohne Kopierschutz an, nachdem sich die vier großen Musiklabel mit einer Online-Auslieferung ohne DRM einverstanden erklärt haben.

     

    2010

    Steve Jobs präsentiert das iPad
    Steve Jobs präsentiert das iPad

    Steve Jobs stellt am 27. Januar 2010 in San Francisco das iPad vor. Apple war nicht die erste Firma, die einen Tablet Computer auf den Markt brachte. Doch im Gegensatz zu den Flops, die beispielsweise Microsoft-Chef Bill Gates in den neunziger Jahren mit seinen Versuchen erlebte, erzielte das iPad zum Marktstart am 3. April 2010 aus dem Stand einen großartigen Erfolg.

    Am 7. Juni 2010 erlebt dann das iPhone 4 seine Premiere (Marktstart 24. Juni). Auch wenn das neue Design der Antenne bei einer bestimmten Griffhaltung Empfangsprobleme bereitete, wurde auch dieses Gerät zu einem Kassenschlager.

    Im Oktober 2010 durchbrach die Apple-Aktie erstmals die Schwelle von 300 Dollar.

    2011
    Steve Jobs kündigt am 17. Januar 2011 in einer E-Mail an sein Team erneut eine Auszeit aus medizinischen Gründen an. Die Tagesgeschäfte übernimmt Tim Cook. Jobs unterbricht seine Auszeit allerdings drei Mal: Am 2. März stellt er das iPad 2 vor, mit dem Apple den Siegeszug im Segment der Tablet-Computer fortsetzt. Auf der WWDC 2011 stellt er vor Entwicklern im Juni 2010 das Konzept von iCloud vor und präsentiert einen Abend später vor dem Cupertino Council die Pläne für ein neues Hauptquartier, den Apple Campus 2.

    Apple Campus 2 - © Apple Inc. - Foster + Partner
    Apple Campus 2 – © Apple Inc. – Foster + Partner

    4. Oktober: Tim Cook und Phil Schiller stellen auf dem Event „Let’s Talk iPhone“ das iPhone 4S vor, nicht aber das von vielen Fans erwartete iPhone 5 mit einem neuen Design. Das neue iPhone ist deutlich schneller als das iPhone 4 und beinhaltet die neuartige Spracherkennungs- und Sprachsteuerungssoftware Siri. Äußerlich gleicht es aber dem iPhone 4.

    5. Oktober 2011: Apple-Mitbegründer Steve Jobs stirbt im Alter von 56 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung.

    19.Januar 2012: Apple will mit einer breit angelegten Kampagne den Bildungsmarkt in den USA umkrempeln. Digitale Textbooks auf dem iPad sollen die herkömmlichen Bücher an Schulen und Unis ablösen

  • Die Apple-Geschichte in Bildern – Die Anfänge 1976-1984

    Die Apple-Geschichte in Bildern – Die Anfänge 1976-1984

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  • Wie Steve Jobs das Macintosh-Projekt entdeckt hat

    Mit dem Börsengang von Apple Computer im Dezember 1980 wurde Steve Jobs zum Multimillionär – doch er besaß nicht genügend Aktien, um Apple Computer insgesamt und damit auch seine eigene Aufgabe innerhalb von Apple bestimmen zu können. Anfang 1981 stand er zumindest ohne Verantwortung für ein bestimmtes Projekt da. Zum Leidwesen von Jef Raskin stürzte sich Jobs auf das Macintosh-Projekt, das zu diesem Zeitpunkt im Apple-Verwaltungssrat (Board) noch nicht so richtig ernst genommen wurde.

    Doch Steve Jobs wusste, was er wollte: Er hatte bei Xerox PARC die grafische Benutzeroberfläche des Xerox Alto gesehen. Statt grüner Buchstaben auf dunklem Hintergrund sah man weiße Dokumenten-Fenster mit schwarzer Schrift – wie bei einem Blatt Papier. Verschiedene Schriftarten konnten ausgewählt werden. Die Grafikkarte steuerte auf dem Bildschirm frei einzelne Pixel an. Mit Hilfe einer Maus konnte ein Zeiger auf dem Bildschirm bewegt werden, um Texte zu markieren oder Befehle auszuführen. Dateien wurden durch Symbole auf einem virtuellen Schreibtisch repräsentiert.


    Demo des Xerox Alto (aus: Triumph of the Nerds)

    Den Alto konnte man nicht kaufen. Allein der Hauptspeicher dieses Experimental-Computers hätte zu diesem Zeitpunk rund 7000 Dollar gekostet. Jobs wollte einen Computer noch besser als der Alto – und auch besser als Apples Lisa. Die neue Wundermaschine sollte aber nur einen Bruchteil von Lisa kosten, für den man inklusive externer Festplatte rund 12 000 Dollar zahlen musste.
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